Notabschaltung im AKW Temelín nach Unwetter
OÖ/TSCHECHIEN. Mit dem gestrigen verheerenden Unwetter und dem Tornado in der Region um Břeclav im Südosten Tschechiens, der viele Verletzte, Tote und verwüstete Dörfer zurückließ, wurde laut Berichten lokaler Medien der 2. Block in Temelín automatisch heruntergefahren. Darüber informiert Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Laut der Berichte wurde die abführende 400 kV Hochspannungsleitung zwischen dem Kraftwerk und der Schaltanlage Kočín aufgrund von schweren Gewittern beschädigt, drei Strommasten wurden zerstört. Der 2. Block in Temelín wurde daraufhin automatisch heruntergefahren. „In solchen Fällen geht der betroffene Block normalerweise ins Regime 'Leistung für die Eigenversorgung' über, er schaltet sich nicht automatisch ab. Die von der Aufsichtsbehörde genannte Ursache der Abschaltung wird dadurch nicht erklärt“, so der oö. Antiatom-Beauftragte Dalibor Strasky, der die Situation genau beobachtet. „Denn die genannte Hochspannungsleitung ist nicht für die Versorgung des AKW im Notfall vorgesehen. Die Aufsichtsbehörde berichtet aber über einen Ausfall der Eigenversorgung. Das könnte verschiedene Ursachen haben, auch eine Beschädigung der dafür vorgesehen 110 kV Leitung.“
Klärung gefordert
Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Wieder einmal zeigt sich das hohe Risiko der Atomkraft. Die Bilder von Fukushima noch präsent, möchte man sich nicht vorstellen, welche Schäden ein über den Altreaktor Dukovany hinwegziehender Tornado haben könnte. Während die Region Trebic gestern verschont blieb, musste der zweite Block des AKW Temelín notabgeschaltet werden. Die Umstände sind weiterhin unklar und ich fordere von Betreiber und Aufsichtsbehörde umfassende Aufklärung zum Vorfall.“
Die Reparatur der Hochspannungsleitung bei Temelín werde mehrere Tage benötigen, mehr als 10.000 Haushalte sind ohne Strom. Der AKW-Betreiber CEZ hat entschieden, den 2. Block nicht mehr hochzufahren und die geplante Blockabstellung zum Austausch der Brennelemente um eine Woche vorzuziehen. Die Blockabstellung soll mehr als zwei Monate lang dauern.


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