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OÖ. Die knappe Mehrheit der Oberösterreicher ab 60 Jahren nutzt ein Smartphone. Weniger verbreitet sind größere technische Geräte wie Notebooks und Tablets. Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Imas-Studie im Auftrag des OÖ Seniorenbundes. Dieser zieht daraus unter anderem die Schlüsse, dass analoge Dokumente beibehalten werden müssen und eine verstärkte Bewusstseinsbildung nötig sei.

von links: Franz Ebner und Josef Pühringer (OÖ Seniorenbund), Autor Andreas Salcher, Sabrina Oppl vom Institut für Wirtschaftsinformatik der JKU und Felix Messner, Landesbildungsreferent des OÖ Seniorenbunds, bei einer Pressekonferenz zu digitalen Fähigkeiten von Senioren (Foto: OÖ Seniorenbund)

54 Prozent der Oberösterreicher ab 60 Jahren verwenden ein Smartphone. Vergleichsweise weniger Senioren haben einen Internetanschluss (47 Prozent), einen Computer (36 Prozent) oder ein Tablet (26 Prozent). Das sind Ergebnisse einer jährlichen repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Imas im Auftrag des OÖ Seniorenbundes durchführte. Die Senioren nutzen die digitalen Hilfsmittel beispielsweise, um zu Informationen zu kommen, etwas über das Internet zu kaufen oder verkaufen oder um mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Mehrheit kann mit digitalem Wandel Schritt halten

Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass sie mit dem digitalen Wandel zumindest einigermaßen Schritt halten könne. Knapp die Hälfte denkt, sehr gut oder gut mit neuen Technologien wie Handys und sozialen Medien zurechtzukommen. Im Vergleich dazu gibt etwa ein Drittel an, etwas oder sehr überfordert mit den neuen Technologien zu sein. Darunter sind tendenziell Landbewohner (bis zu 5.000 Einwohner), ältere Senioren über 75 Jahre und ohne Matura. Insgesamt ist der Großteil der Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass sich ihre digitalen Fähigkeiten in den letzten drei Jahren weder verbessert noch verschlechtert hätten. Diejenigen, die ihre Online-Kenntnisse laut eigener Aussage verbessert hätten (27 Prozent) sind mehr als diejenigen, die eine Verschlechterung wahrnehmen (sieben Prozent).

Digitalisierung soll freiwillig bleiben

„Die digitalen Hilfsmittel machen unser Leben einfacher. Richtig angewandt, erleichtern sie unsere alltäglichen Aufgaben und helfen uns dabei, sich Wissen anzueignen, mit Bekannten in Kontakt zu bleiben – gerade in Pandemiezeiten wurde das sichtbar - sowie aktuelle Ereignisse aus der ganzen Welt mitzuverfolgen“, führt der Landesobmann des OÖ Seniorenbundes Josef Pühringer aus. Zu beachten sei jedoch immer, dass die persönliche Nähe nicht durch Digitales ersetzt werden könne und dass der technische Fortschritt zugleich Gefahren wie Internetkriminalität berge. Darüber hinaus sollten digitale Möglichkeiten ein Angebot, aber keine Verpflichtung sein. „Viele Personen, insbesondere ältere Menschen, haben aufgrund ihrer finanziellen Situation oder anderen Umständen nicht die Chance, die Möglichkeiten, die der digitale Wandel mit sich bringt, für sich zu nutzen“, erläutert Pühringer.

Forderungen und Maßnahmen des Seniorenbunds

Der OÖ Seniorenbund fasste seine wesentlichen Forderungen in einem Drei-Punkte-Programm zusammen. Dazu zählen das Beibehalten analoger Dokumente, beispielsweise von Ärzten und Behörden, und Dienstleistungen (z.B. von Banken), das Bekämpfen von Internetkriminalität sowie eine verstärkte Bewusstseinsbildung rund um Digitalisierung. Diese soll unter anderem dazu beitragen, Internetkriminalität rechtzeitig zu erkennen. „In einer sich immer rascher digitalisierenden Welt sind Bildung und Wissen wichtige Voraussetzungen für eine aktive Teilhabe am sozialen Leben. Lernen ist eine lebenslange Herausforderung, der sich alle Menschen – unabhängig ihres Alters – in unserer Gesellschaft stellen sollten. Die Zeiten, wo man nach einer Ausbildung ausgelernt war, sind endgültig vorbei – und das ist auch gut so“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP).

Die Interessensvertretung setzt selbst bereits verschiedene Maßnahmen zur digitalen Fitness von Senioren. Darunter sind zum Beispiel EDV-Stammtische mit Computer-Grundkursen in vielen Ortsgruppen, Workshops zu Online-Banking in Kooperation mit der Raiffeisen Landesbank und ABC-Smartphone-Kurse für Anfänger, gemeinsam mit dem Handyhersteller emporia. Das genaue Angebot findet sich auf der Webseite des Institut Sei Aktiv (Isa).


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