Demo "15 nach 12": Hilferuf der Ordensspitäler
OÖ. Die Beschäftigten der oö. Ordensspitäler und konfessionellen Pflegeheime setzen mit einer Protestkundgebung am Mittwoch vor den Spitälern und Heimen einen Hilferuf ab. Für sie ist es „15 nach 12“.

Die Beschäftigten im Gesundheitssystem würden seit langem bis an ihre Grenzen und mittlerweile darüber hinaus gehen. Dennoch gebe es noch immer keine Entlastungsmaßnahmen.
Am Mittwoch, 15. Dezember, um 12.15 Uhr wird vor den oö. Ordensspitälern und konfessionellen Pflegeheimen zur Protestkundgebung gerufen. „Die Beschäftigten setzen erneut einen Hilfeschrei ab und fordern Entlastung durch mehr Personal, ein Ende von Zusatzaufgaben und eine Perspektive auf zeitnahe Erholungsphasen für die Beschäftigten“, kündigt der ÖGB OÖ in einer Aussendung an.
Schon Ende Oktober hatten die Mitarbeiter aller Landesspitäler bei einer Aktion vor den Spitälern für die Impfung geworben, unter dem Motto „5 nach 12“ - Tips hat berichtet.
Offener Brief an Landesspitze
Die Gewerkschaft vida hat auch einen Offenen Brief an Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander geschickt.
„Schon vor der Corona Pandemie war die Situation in den oberösterreichischen Spitälern und Pflegeheimen angespannt – durch immer größer werdenden ökonomischen Druck in diesen Einrichtungen und daraus resultierend einer Personalsituation, die schlichtweg nicht ausreicht, um den Bedürfnissen und Bedarfen der Patientinnen und Patienten so Rechnung zu tragen, wie es wünschenswert wäre. Seit Beginn der Pandemie hat sich die Lage extrem zugespitzt – und ist so für die Beschäftigten nicht länger tragbar“, heißt es darin. Die physische und psychische Belastung gehe längst über jedes erträgliche Maß hinaus.
Konkret gefordert wird im offenen Brief
- Die in Kauf genommene Überforderung durch immer neue, zusätzliche Aufgaben in einer ohnehin extrem arbeitsreichen Zeit ist ohne Personalaufstockungen umgehend einzudämmen.
- Es braucht zusätzlich unterstützende Kräfte, vor allem im administrativen Bereich. Diese müssen so entlohnt werden, dass der Arbeitsplatz Krankenhaus/Pflegeheim von geeigneten Arbeitskräften überhaupt in Erwägung gezogen wird.
- Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen sind organische Systeme, die nur funktionieren können, wenn jedes Teilsystem in verlässlicher Weise zum Gelingen beiträgt. In der gegebenen Situation leisten alle Beteiligten einen außerordentlichen Beitrag. Es braucht als Zeichen der Wertschätzung die Covid Prämie für alle: Alle Kollegen stemmen die Krise gemeinsam und leisten Extremes.
- Ein Zeitausgleich für nicht konsumierte (bzw. derzeit nicht konsumierbare) Maskentragepausen der letzten Monate. Die ständigen, einseitigen Umwandlungen von Freizeitansprüchen in rein monetäre Abgeltung sind zu stoppen. Erschöpfte Kollegen brauchen ehrliche und realistische Perspektiven auf zeitnahe Erholungsphasen.
- Die Bereitschaft, sehr kurzfristig Dienste zu übernehmen, muss adäquat abgegolten werden.
- Die dringendst benötigte Personalaufstockung mit ausgebildetem Personal wird seit Jahren ignoriert und blockiert. Zu argumentieren, dass die benötigten Arbeitskräfte „einfach nicht vorhanden“ wären, ist billig. Seit Jahren fordern wir Ausbildungsinitiativen und eine entsprechende Entlohnung auch während der Ausbildungszeit, um den Einstieg in solche Berufe auch für Menschen zu ermöglichen, die auf ein Einkommen angewiesen sind.
- Die Reduktion der wöchentlichen Normalarbeitszeit bei vollem Lohn-, Gehalts- und Personalausgleich ist eine seit langer Zeit überfällige Maßnahme. Unter Beachtung der oben angeführten Forderungen würde das dafür benötigte Personal längst zur Verfügung stehen.


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