Dialog der Generationen im Freien Radio Salzkammergut
SALZKAMMERGUT. Wie ist es, aus einem ganz fremden Land nach Österreich zu kommen? Welchen Einfluss hat Migration auf die Biografie – und auf die der eigenen Kinder? Diese Fragen dienten als Ausgangspunkt für ein spannendes Oral-History-Projekt im Freien Radio Salzkammergut (FRS).

Menschen, deren Eltern vor vielen Jahren nach Österreich migriert waren, wurden für „Migrationsgeschichten – Dialog der Generationen“ eingeladen, mit ihren Eltern ins Gespräch zu kommen. Die Fragen sollten ausnahmsweise nicht vom Redakteur kommen, sondern die Kinder-Generation sollte die Eltern-Generation interviewen. Diese ungewöhnliche Art des Interviews sorgt für besonders berührende Gespräche, die demnächst im Radio zu hören sind. Drei Eltern-Kind-Paare lassen die Hörer:innen an ihrem „Dialog der Generationen“ teilhaben und teilen ihre Gedanken zum Thema Migration und Herkunft. Ihre Geschichten handeln von Heimat, Kultur, Zugehörigkeit – nicht selten auch von Sprache.
Fariba Moslehs Vater Reza kam beispielsweise in den frühen Siebzigern aus dem damaligen Persien nach Österreich. Er erzählt, wie schwierig es war, sein Deutsch zu verbessern, obwohl die Kollegen in der Textilfabrik mit ihm nur in Stichwörtern gesprochen haben. Seine Tochter Fariba schildert ihre Wahrnehmung als Kind und schließt auf ihre spätere Entwicklung als Kultur- und Sozialwissenschafterin. Gemeinsam träumen sie von einer Reise mit der ganzen Familie in das Herkunftsland des Vaters, den heutigen Iran.
Oder Tolga Aydin und seine Mutter Nursen: Sie ist in den 70er Jahren als Kind aus der Türkei nach Bad Ischl gekommen. Obwohl es für die Familie – vor allem finanziell – nicht leicht war, hat sich Nursen immer in der Gemeinde eingebracht und hilft heute selbst eingewanderten Menschen. Sie ist stolz, wenn ihre hervorragenden Deutschkenntnisse gelobt werden. Hier entstehen auch Kontroversen zwischen Mutter und Sohn, die sonst ein Herz und eine Seele sind. Und schließlich Martina Reichl und ihre Mutter Maria: Die Liebe hat Maria Ende der 60er Jahre von Belgien nach Österreich geführt. Im Gespräch mit Tochter Martina mischen sich in ihre vielen positiven Erinnerungen manchmal auch schmerzhafte von Zurückweisungen aufgrund ihrer Herkunft.
In den „Migrationsgeschichten“ erzählen Menschen von Herausforderungen, die sie in ihren Biografien meistern mussten, vom Miteinander verschiedener Kulturen. Ihre Gespräche sind eine Einladung zum Zuhören und Mitfühlen.
Die Sendungen, die im Rahmen des Projekts „explore“ entstanden sind, werden ab Donnerstag, 24. März im FRS ausgestrahlt (donnerstags um 19 Uhr, mit der Wiederholung tags darauf um 10 Uhr) und sind jederzeit nachzuhören auf www.freiesradio.at.


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