Wo das Rote Kreuz OÖ einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und wo (noch) nicht
OÖ/LINZ/GREIN. Nachdem die Ortsstelle in Grein in der Vergangenheit mehrmals vom Hochwasser betroffen war, wurde der Entschluss gefasst, ein neues Gebäude erstmals Klimaschutzmaßnahmen entsprechend anzupassen. Was dabei umgesetzt werden konnte, in welchen Bereichen das Rote Kreuz ebenfalls seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und wo es noch ein bisschen Zeit bedarf wurde heute in der Bezirksstelle Linz erläutert.

„Wir merken, dass sich die Art der Einsätze ändert. Steigende Hitze und Unwetterereignisse betreffen am meisten jene, die sozial schwach sind. Wir sind keine Umweltorganisation, sehen uns aber in der Verpflichtung etwas zu tun“, so Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes, einleitend.
Nach den Hochwasserereignissen in den Jahren 2002 und 2013, bei der auch die Rotkreuz-Ortsstelle in Grein überflutet wurde und evakuiert werden wusste, wollte man sie nun aus dem Hochwassergebiet aussiedeln. Für den Neubau wurde 2020 wurde mit den Planungen begonnen, ein Jahr später der Spatenstich gesetzt. Am 8. Juni diesen Jahres nun konnte das Rotkreuz-Team in die neue Ortsstelle einziehen, so der Greiner Ortsstellenleiter Martin Huber. Am 1. September soll die neue Ortsstelle mit einem großen Fest auch für die Bevölkerung offiziell eröffnet werden.
Maßnahmen beim Gebäudebau
Das neue Rotkreuz-Gebäude in Grein sei ein Vorbild für weitere Umbau-Projekte, erklärt der stellvertretende Landesgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Oberösterreich, Thomas Märzinger. Denn: Es wurde auf mehreren Ebenen auf eine umweltfreundliche Bauweise gesetzt. Zunächst sei durch eine kompakte Bauweise auf eine geringst mögliche Bodenversiegelung geachtet worden. Für die Parkplätze wurden zudem Rasengittersteine verwendet. Ein begrüntes Dach verzögert die Regenwasserabgabe, eine PV-Anlage sichert den Eigenstrom-Bedarf sowohl am Tag als auch in der Nacht.
Heizenergie wird mittels Solewärmepumpen erzeugt, die Garage wird mittels Industrieflächenheizung temperiert. Im Sommer erfolgt eine Kühlung im sogenannten „Freecooling“-Modus. Dabei wird über den Erdboden die Raumtemperatur gekühlt und Wärme für den Winter in der Erde gespeichert.
E-Mobilität nur begrenzt möglich
Was die E-Mobilität betrifft, wurden in Grein zunächst lediglich Ladestationen für die E-Fahrzeuge der Mitarbeiter errichtet. Verlässliche E-Modelle für Einsatzfahrzeuge gebe es derzeit jedoch noch nicht, so Märzinger. Das Problem dabei sei vor allem das Gewicht der Fahrzeuge und des Equipments bzw. jenes, das durch die leistungsstarken Akkus dann noch hinzukäme. Für die Fahrzeug-Lenker wäre dann bereits der C-Führerschein notwendig. Zusätzlich befinden sich in den Einsatzfahrzeugen viele Geräte, die mit Strom versorgt werden müssen, erklärt Märzinger.
Hinzu käme, dass öffentliche Einrichtungen, seien es Altenheime oder Krankenhäuser, teilweise noch nicht ausreichend mit E-Ladestationen ausgestattet sind. Man sei aber mit den entsprechenden Institutionen in Kontakt dazu. Vereinbart ist, wenn eine Einrichtung neu- oder umgebaut wird, wie im Moment etwa das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, dass dann auch entsprechende Ladestationen für künftige E-Fahrzeuge mit eingebaut werden, so Märzinger.
Derzeit fahren 20 der insgesamt rund 700 Dienstfahrzeuge des Roten Kreuzes Oberösterreich mit Strom. Den kompletten Fuhrpark des Roten Kreuzes auf E-Fahrzeuge umzustellen, sei derzeit einfach noch nicht möglich, so Märzinger, allerdings gebe es noch Ausbau-Potenzial für kleinere Fahrzeuge, die etwa im Pflegebereich eingesetzt werden.
Energiegemeinschaft und weitere Bauprojekte
Mit der neuen Ortsstelle Grein als Vorbild, werden nun weitere Gebäude des Roten Kreuzes nach klimaneutralen Standards umgebaut. Am 13. September eröffnet die neue Dienststelle in Pregarten, mitten in den Bauarbeiten befindet sich die Ortsstelle in Engelhartszell. Als nächstes wird der Spatenstich in Riedau gesetzt, weitere Ortsstellen sind bereits im Gespräch.
Das Rote Kreuz OÖ ist außerdem dabei, eine Energiegemeinschaft zu gründen. Dabei soll der überschüssige Photovoltaikstrom von kleineren Dienststellen innerhalb des Roten Kreuzes genutzt werden können.
Neben den Gebäudeumbauten leistet das Rote Kreuz auch im Bereich der eigenen Veranstaltungen einen Beitrag zum Klimaschutz, sind etwa das Landesjugendcamp oder andere Feste als „Green Events“ zertifiziert. 550 Tonnen an Lebensmitteln werden zudem jährlich durch die Rotkreuz-Märkte vor dem Müll bewahrt. Dabei fungiert das Rotkreuz-Logistikzentrum am Melissenweg in Linz zunehmend als Warendrehscheibe.


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