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Oberösterreichs Schulwege sicherer machen: KI erfasst und analysiert gefährliche Situationen

Tips LogoMarlis Schlatte, 21.08.2024 18:44

LINZ. In weniger als drei Wochen beginnt in Oberösterreich wieder die Schule. Damit Gefahrenstellen auf dem Schulweg später nicht zum Verhängnis werden, appelliert der ÖAMTC, dass Eltern den Weg mit ihren Kindern vor Schulbeginn üben sollen. Denn selbst in ruhigen Gegenden können Unfälle durch unachtsames Verhalten von Verkehrsteilnehmern passieren. Das ermittelte der ÖAMTC nun auch mithilfe einer „Mobility Observation Box“ und Künstlicher Intelligenz.

  1 / 3   Eltern sollten Kindern gefährliche Stellen auf dem Schulweg gut erklären und mit ihnen das richtige Verhalten an diesem Ort üben. (Foto: ÖAMTC)

Gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) führte der ÖAMTC eine Untersuchung durch, in welcher das Verkehrsgeschehen vor einer oberösterreichischen Schule beobachtet und analysiert wurde. Dafür wurde eine Woche lang, von 13. bis 22. Mai, die Mobility Observation Box (MOB), auf einem Laternenmasten vor der Volksschule montiert. Der Verkehr wurde dann aufgenommen und anschließend mithilfe von KI ausgewertet. Registriert wurde dabei das Verhalten und die Geschwindigkeit von jedem sich bewegenden Objekt im Bild.

Die Studie wurde unter Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und Info an die Gemeinde durchgeführt. Personen und Kennzeichen wurden dabei von einem Programm unkenntlich gemacht, sodass keine Rückschlüsse gezogen werden können.

Gefährliche Situationen erfasst

„Es ging uns dabei nicht darum eine Gemeinde oder Personen zu bashen und vorzuführen, sondern allgemein zu zeigen: es kann auch in einer ruhigen Umgebung gefährlich sein, wenn Verkehrsteilnehmer unaufmerksam sind“, erklärt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Denn für die Untersuchung ausgewählt wurde bewusst eine Schule in ruhiger, ländlicher Umgebung, wo keinerlei Ablenkungen vorhanden sind.

Mittels KI wurden aus den Aufnahmen einige gefährliche Situationen herausgefiltert, wo Autofahrer zum Beispiel den Schulbus überholen, obwohl gerade viele Kinder am Weg sind und unerwartet über die Straße laufen könnten. Oder aber blieb ein Auto mitten auf der Straße stehen, um ein Kind von der Schule abzuholen. Direkt neben der Schule hätte es einen Parkplatz gegeben, wo ein ungefährliches Einsteigen möglich gewesen wäre.

Insgesamt knapp 3.400 Verkehrsinteraktionen wurden im Zeitraum der Untersuchung vor der Schule erfasst. Die Analyse zeigte auch: 60 Prozent der Verkehrsteilnehmer hielten sich an das 30er-Tempo auf der Straße vor der Schule, 30 Prozent fuhren zwischen 30 und 40 km/h und 10 Prozent fuhren noch schneller.

Individuelle Maßnahmen für Schulen

„Der Großteil der Kinder hat sich vorbildlich verhalten, es waren eher die Erwachsenen, die sich nicht richtig verhalten haben. Doch die Kinder können das als Vorbild nehmen und das Verhalten kopieren. Unser Appell gilt daher den Erwachsenen: den Schulweg mit den Kindern zu üben, vorsichtig zu fahren und Verkehrsregeln und Tempolimits einzuhalten - gerade zu Schulbeginn“, so Harald Großauer, Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich.

Bei der Anzahl der Schulwegunfälle von 2012 bis 2023 ist Oberösterreich trauriger Spitzenreiter, weswegen es ein permanentes Bestreben des ÖAMTCs ist, Schulwege sicherer zu machen. Neben baulichen Maßnahmen wie Mittelinseln oder Fahrbahnanhebungen können etwa auch Lichtsignalanlagen, ausgeschilderte und markierte Halteverbots- und „Kiss and Ride“-Zonen sowie Schülerlots dazu beitragen. Hier müsse jede Schule individuell bewertet werden, was mittels KI einfach und objektiv gelingen könne.

„Künstliche Intelligenz ist genauer, objektiver und zudem in der Lage, verschiedene gleichzeitig stattfindende Interaktionen zu erfassen und zu bewerten. Das umfassende Verständnis von möglichen Unfallursachen hilft bei der Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen, ohne dass man sich nur auf Unfalldaten bezieht“, erklärt Michael Aleksa, Verkehrsforscher am AIT, der bereits mehrere solcher Projekte in Österreich begleitete.


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