13 Verkehrstote in Oberösterreich im ersten Quartal 2026
OÖ. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 sind in Oberösterreich 13 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das ist ein Todesopfer mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mitteilt.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt einen leichten, aber kontinuierlichen Anstieg: Während im ersten Quartal 2022 noch zehn Menschen ums Leben kamen, waren es 2023 elf und in den Jahren 2024 und 2025 jeweils zwölf Verkehrstote. Im ersten Quartal 2026 mussten 13 Verkehrstote im Bundesland verzeichnet werden.
Im österreichweiten Vergleich liegt Oberösterreich damit hinter Niederösterreich (22 Tote) und der Steiermark (15 Tote) an dritter Stelle. Zehn der insgesamt 13 Opfer in Oberösterreich waren außerdem Insassen eines Autos.
Verkehrssicherheits-Maßnahmen gefordert
Der VCÖ sieht insbesondere auf Freilandstraßen Handlungsbedarf und fordert verstärkte Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Zudem könnte sich die Situation im weiteren Jahresverlauf zuspitzen: Bereits im Vorjahr ereigneten sich im zweiten Quartal fast doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle wie im ersten.
Tempolimits als Sicherheitsfaktor
Ein Vergleich mit der Schweiz zeigt laut VCÖ weiteres Verbesserungspotenzial: Dort gelten niedrigere Tempolimits – 120 km/h auf Autobahnen und meist 80 km/h auf Freilandstraßen. Das wirke sich direkt auf die Verkehrssicherheit aus. Denn bei Tempo 80 beträgt der Anhalteweg eines Pkw rund 51 Meter, bei Tempo 100 hingegen etwa 74 Meter.
Auch strengere Kontrollen und höhere Strafen führen in der Schweiz dazu, dass Tempolimits häufiger eingehalten werden.
Eigenverantwortung entscheidend
Doch neben infrastrukturellen Maßnahmen spielt laut VCÖ auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer eine zentrale Rolle. „Aufmerksam und rücksichtsvoll fahren, keine riskanten Überholmanöver sowie das Motto ‚Gleiten statt Rasen‘ beherzigen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Ebenso wichtig seien klare Verhaltensregeln wie „Don’t Drink & Drive“ und „Don’t Phone & Drive“.
Grundsätzlich sei man mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherer unterwegs als mit dem Auto. Der Ausbau von Bahn- und Busverbindungen könne daher nicht nur leistbare Mobilität sichern, sondern auch die Zahl schwerer Unfälle reduzieren, führt Schenk weiter aus.
Handy am Steuer bleibt Problem
Ein weiteres großes Risiko stellt das Telefonieren am Steuer dar. Österreichweit wurden im Vorjahr mehr als 112.000 Lenker dabei erwischt, in Oberösterreich waren es über 21.000. Laut VCÖ reagieren Autofahrer mit Handy am Ohr ähnlich langsam wie alkoholisierte Lenker mit 0,8 Promille. Der VCÖ fordert daher, Handy am Steuer in das Vormerksystem aufzunehmen. Das ist in vielen EU-Staaten bereits der Fall.
Österreichweite Zahlen weiterhin hoch
Österreichweit kamen im ersten Quartal 64 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, was ebenfalls ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist. Damit bleibt die Zahl der Verkehrstoten weiterhin deutlich über den angestrebten Zielen. Für 2030 hat sich Österreich weniger als 207 Verkehrstote zum Ziel gesetzt.
Der VCÖ sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern.


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