Schulklassen im Austausch mit Zeitzeugin Anna Hackl
OÖ/LINZ. Rund 400 Schüler aus ganz Oberösterreich haben sich in der Arbeiterkammer Linz intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Bedeutung von Demokratie beschäftigt. Zu Gast war dabei auch Zeitzeugin Anna Hackl. Anlass war die Auftaktveranstaltung zum Hermann-Langbein-Symposium, das heuer bereits zum 14. Mal stattfindet.

„Die Auseinandersetzung mit dem Nazi-Regime ist auch heute noch wichtig. Sie ruft ins Bewusstsein, wie rasch eine Gesellschaft in Krieg und Gewalt gestürzt werden kann“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Aktuelle Krisen und Kriege, etwa in der Ukraine, führen vor Augen, wie zerbrechlich Frieden auch heute noch ist. Außerdem ist oft unklar, welchen Nachrichten man Glauben schenken kann. „Genau hier beginnt unser gemeinsamer Auftrag. Wir müssen wachsam und kritisch bleiben. Und entschieden gegen Manipulation, Propaganda und Diskriminierung auftreten. Unsere Demokratie, unsere Freiheit und unseren Frieden müssen wir schützen“, so der AK-Präsident.
Austausch mit Zeitzeugin
Im Zentrum stand der Austausch mit Zeitzeugin Anna Hackl. Die 94-Jährige berichtete von ihren Erlebnissen als Jugendliche im Jahr 1945, als ihre Familie zwei geflohene KZ-Häftlinge versteckte. „Ich muss meine Geschichte weiterhin teilen, damit die jungen Menschen wissen, was damals passiert ist“, sagte Hackl und warnte: „Passt auf, dass so etwas nicht noch einmal kommt.“
Kreative Projekte zur Demokratie
Neben den Zeitzeugengesprächen präsentierten Schüler aus mehreren Schulen ihre eigenen Projekte zum Thema Demokratie. Grundlage dafür war unter anderem die Graphic Novel „Die Bibliothekarin von Auschwitz“, die den Klassen zur Verfügung gestellt wurde.
Die Beiträge waren vielfältig: von Videos über Straßenumfragen und Radiobeiträge bis hin zu künstlerischen Arbeiten und einer eigens gestalteten Zeitschrift zur Erinnerungskultur. Dabei setzten sich die Jugendlichen mit Themen wie Menschenrechten, Freiheit und Verantwortung auseinander.
Demokratie beginnt im Alltag
Viele der präsentierten Arbeiten machten deutlich, dass Demokratie für junge Menschen kein abstrakter Begriff ist. Aussagen wie „Zusammen sind wir stärker“ oder „Engagement beginnt im Alltag“ zogen sich durch mehrere Beiträge.
Hermann-Langbein-Symposium
Das jährlich stattfindende Symposium ist nach dem Widerstandskämpfer und Auschwitz-Überlebenden Prof. Hermann Langbein (1912-1995) benannt. Er gründete es vor mehr als 45 Jahren. Es handelt sich dabei um die am längsten bestehende Lehrerfortbildung in Österreich. In der AK Linz findet es seit 2012 statt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden