Ärzteausbildung in OÖ: Gute Noten für Facharztausbildung und kleine Standorte
Wie zufrieden sind angehende Ärzte mit ihrer Ausbildung? Dieser Frage geht die Bundeskurie der angestellten Ärzte (BKAÄ) der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) regelmäßig nach. Zum vierten Mal ließ sie nun die bislang größte bundesweite Evaluierung durchführen. Die Befragung richtet sich an alle Ärzte in Ausbildung und soll helfen, die Ausbildungsqualität zu verbessern.

Die Ausbildungsqualität wird unter anderem anhand der Fachkompetenzen, der Lernkultur und der Fehlerkultur bewertet. Dabei gilt das Schweizer Notensystem: 6,0 ist die Bestnote, Werte unter 3,5 gelten als nicht ausreichend. Oberösterreich liegt mit einem Gesamtwert von 4,84 Punkten über dem österreichweiten Durchschnitt von 4,76 Punkten. Im Bundesländervergleich belegt OÖ damit Platz vier hinter dem Burgenland, der Steiermark und Salzburg.
Ausbildungsstätten schneiden überwiegend gut ab
Auch die einzelnen Ausbildungsstätten schneiden überwiegend gut ab: Von den 263 Ausbildungsstätten in OÖ erhielten fünf die Bestnote 6,0. Weitere erreichten 5,9 Punkte, 31 lagen zwischen 5,5 und 5,8 Punkten. Vier Ausbildungsstätten lagen unter 3,5 Punkten.
Kleinere Ausbildungsstätten und Facharztausbildung gut bewertet
„Wie bereits im Vorjahr zeigt sich auch heuer, dass die Ausbildungsqualität in Oberösterreich stark von der Größe der Ausbildungsstätte abhängt“, erklärt Cornelia Anleitner, Turnusärztevertreterin der OÖ-Ärztekammer. „Kleine Einheiten mit intensiverer Betreuung werden im Großen und Ganzen besser bewertet als größere.“
Die Facharztausbildung im Sonderfach erhält mit 4,92 Punkten die höchste Bewertung. Die Ausbildung in Allgemeinmedizin an Krankenhäusern erreicht 4,72 Punkte, die Basisausbildung 4,45 Punkte.
Auftrag an die Spitalsträger
„Die Resultate der Ausbildungsevaluierung sollten insbesondere auch von Spitalsträgern ernst genommen werden“, sagt Sebastian Graf, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der Ärztekammer OÖ. „Sie sind ein wichtiger Indikator für die Attraktivität eines Krankenhauses als Ausbildungsstandort.“
Weniger Rückmeldungen als im Vorjahr
In Oberösterreich wurden 1.463 Ärzte in Ausbildung zur Befragung eingeladen. 59 Prozent nahmen teil, im Vorjahr waren es 63 Prozent.
Verbesserungsbedarf sieht die Ärztekammer vor allem bei der Basisausbildung und der Ausbildung in Allgemeinmedizin an Krankenhäusern.
„Als Ärztekammer ist es unsere Verantwortung, das Feedback der Evaluierung aufzunehmen und die Rahmenbedingungen laufend zu verbessern, damit die ärztliche Ausbildung auch künftig höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird“, sagt Ärztekammer OÖ-Präsidentin Silke Haim.








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