2020 bringt historischen Tiefstand an Verkehrstoten
OÖ. In Oberösterreich sind zwischen 1. Jänner und 15. November 55 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es noch 82 Personen. Insgesamt wird in diesem Jahr österreichweit die geringste Zahl an getöteten Verkehrsteilnehmern seit Beginn der Aufzeichnungen 1960 erwartet, informiert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Der Rückgang lässt sich auf die gesunkene Mobilität seit der Corona-Pandemie zurückführen. Insgesamt ist die Zahl der Menschen, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, jedoch nach wie vor zu hoch, meint das KFV. Bis 2020 hätte die Zahl ausgehend von den Unfallzahlen 2010 um die Hälfte reduziert werden sollen. „Das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten um die Hälfte – und damit auf 311 Tote – zu reduzieren, wird nicht erreicht werden. Bisher sind im heurigen Jahr 307 Personen (Stand: 15.11.) auf Österreichs Straßen tödlich verunglückt. Gemäß unserer Prognosen wird sich die Zahl der Verkehrstoten bis Jahresende noch auf ca. 339 Getötete im Straßenverkehr erhöhen“, führt Othmar Thann, Direktor des KFV, aus.
Nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptunfallursache
Die neue Unfallursache Nummer eins ist die nicht angepasste Geschwindigkeit. Sie stieg von 24 Prozent im Vorjahr auf 30 Prozent in diesem Jahr und löst damit Ablenkung vom ersten Platz ab. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der Radfahrer von neun auf zwölf Prozent unter den Verkehrstoten. „Um die Zahl der Verkehrstoten gezielt zu senken, gibt es eine Palette an sinnvollen, dem Unfallgeschehen entsprechenden Maßnahmen, wie höhere Strafen für Raser, längere Führerscheinentzugszeiten bei großen Geschwindigkeitsdelikten oder den verstärkten Einsatz und die Förderung von Assistenzsystemen“, sagt Thann.
Das einzige Bundesland, in dem in diesem Jahr mehr Verkehrstote verzeichnet werden mussten als im Vorjahr, ist Kärnten.


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