Gewalt gegen Frauen ist die häufigste Menschenrechtsverletzung

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 24.11.2020 17:58 Uhr

OÖ. Am Mittwoch, 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Gewalt an Frauen und Mädchen hat viele Gesichter und ist die weltweit am meisten verbreitete Menschenrechtsverletzung. In Österreich ist laut Schätzungen jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, informiert das Land Oberösterreich.

Als Zeichen gegen die Gewalt an Frauen weht derzeit eine Fahne vor dem Linzer Landhaus. An der Aktion nahmen alle Frauensprecherinnen der Regierungsparteien und das Frauenreferat des Landes Oberösterreich teil, die auf diese Weise auch auf die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ aufmerksam machen. Diese findet jährlich von 25. November bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember statt.

Gewalt an Frauen und Mädchen kann von Beschimpfungen, Demütigungen, Bedrohungen bis zu sexueller Belästigung oder Vergewaltigung reichen. Auch Mobbing und Stalking sind Formen der Gewalt, hält das Land Oberösterreich fest. Allein in Österreich ist laut Schätzungen jede fünfte Frau zumindest einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Zwei von drei Übergriffen ereignen sich in der Familie oder im sozialen Nahraum durch Ehemänner, Lebensgefährten, Väter oder Stiefväter. Dadurch kann die eigene Wohnung zu einem gefährlichen Ort werden. Laut Gewaltschutzzentrum Oberösterreich wurden zwischen Jänner und Oktober 2020 1.670 Betretungsverbote ausgesprochen. Das waren um 21 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Beraten wurden beim Gewaltschutzzentrum OÖ 1.984 Klientinnen, was einer Zunahme von 4,6 Prozent entspricht.

Anzeichen für häusliche Gewalt sollen gemeldet werden

„Gewalt an Frauen hat in Oberösterreich keinen Platz – weder körperlich noch verbal. Ich appelliere an alle, die sich bedroht fühlen oder in der Corona-Zeit Opfer von Gewalt wurden, sich zu melden. Denn wir können nur gegen jene Gefährder vorgehen, die uns auch bekannt sind. Ich appelliere auch an alle Nachbarn, Familien und Freunde insbesondere in den kommenden Monaten eine besondere Sensibilität walten zu lassen und mögliche Anzeichen für häusliche Gewalt zu melden. Denn wäre man selbst Opfer häuslicher Gewalt, würde man sich auch Hilfe wünschen, wenn man sich selbst nicht helfen kann“, appelliert Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauen-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP). Alle Bürger sollten Gewalt nicht akzeptieren und Opfer unterstützen. Auch die betroffenen Frauen sollten ermutigt werden, Gewalt nicht einfach hinzunehmen, sondern sich an entsprechende Stellen zu wenden. „Besonders schlimm ist das Schweigen. Es ist wichtig, Frauen in Notsituationen zu helfen und zu unterstützen“, betont Haberlander.

22 Vereine und Beratungsstellen

Gerade in Krisenzeiten zeige sich, wie wichtig gut aufgestellte Beratungsangebote für Frauen sind, um negativen Auswirkungen vorbeugend und rechtzeitig entgegenzuwirken. Oberösterreichweit gibt es fünf Frauenhäuser, vier Frauenübergangswohnungen, aber auch 22 Vereine und Beratungsstellen, die in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Darüber hinaus ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr unter der Nummer 0800/222555 der Frauennotruf zu erreichen. Tipps in Bezug auf die persönliche Sicherheit in allen Lebensbereichen wie zur Sicherheit im Internet, zur Belästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gibt die Broschüre „Halt, so nicht!“ des Frauenreferates des Landes Oberösterreich.

Einrichtungen in OÖ

Autonomes Frauenzentrum Linz, 0732/602200

Fachstelle zu sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die unter anderem Beratung und Prozessbegleitungen vor Gericht anbietet

Am Kepler Universitätsklinikum gibt es eine Opferschutzgruppe, das Gewaltopfer-Betreuungsteam, kurz GOBT genannt, wo die Betroffenen ganzheitlich betreut werden.

Frauenreferat des Landes OÖ, 0732/772011851

Frauenhaus Linz, 0732/606700

Weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote 

 

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