Aufruf zu Vorsicht, Umsicht und Rücksicht beim Skitourengehen

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Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 23.12.2020 13:20 Uhr

SALZKAMMERGUT. Trend zum Tourengehen ungebrochen - Wissen um Regeln im offenen Gelände, Umweltschutz und Wetterkunde oft gering - Gerade für Einsteiger gilt: informieren, langsam einsteigen und umsichtig genießen.

„Beim Skitourengehen erlebt man die österreichischen Berge auf einzigartige Art und Weise. Damit das möglichst lang für möglichst viele auch so bleibt, müssen wir mit der Natur rücksichtsvoll umgehen und auf uns selbst achten“, sagt Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung.

Schon in „normalen“ Wintern ist das Skitourengehen eine fixe Größe in den Wintersportaktivitäten unserer Gäste: Drei Prozent der Urlauberinnen und Urlauber im Winter gehen Skitouren – Trend steigend (T-MONA Winter 2018/19 der Österreich Werbung). Immerhin jeder Hundertste kommt einzig zum Schitourengehen nach Österreich.

Heuer, könnte die Popularität des Skitourengehens noch steigen. Fernab von Menschenansammlungen die Schönheit der österreichischen Berge erleben, übt während der Pandemie einen umso größeren Reiz aus. „Schon im Sommer hat sich gezeigt, dass es die Menschen nach dem Lockdown im Frühjahr vermehrt hinausgezogen hat in die Natur. Das wird im Winter nicht anders sein“, sagt Petra Stolba.

Auf Natur und Sicherheit achtgeben

Gesunde Wälder und intakte Ökosysteme sind für Mensch, Tier und Pflanzen unersetzliche Lebens- und Erholungsräume. Sie tragen wesentlich zu unserer Lebensqualität bei. Gerade im Winter ist ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur und der Tierwelt besonders wichtig. Zusammen mit den Österreichischen Bundesforsten appelliert die Österreich Werbung daher an alle Erholungssuchenden, beim Skitourengehen einige wenige wichtige Regeln zu beachten.

  • Wildtiere fahren ihren Energiehaushalt im Winter herunter, schalten auf Sparflamme und brauchen Ruheräume, wo sie sich zurückziehen können. Geben wir ihnen diese Ruhe, indem wir auf markierten Wegen und Routen bleiben und vermeiden wir Lärm, um die Tiere nicht unnötig aufzuschrecken.
  • Schutzwälder, die uns vor Lawinen, Schneemassen, Muren und anderen Naturgefahren schützen, sollten geschont und nicht befahren werden.
  • Aufforstungs- und Jungwuchsflächen sind besonders sensibel und brauchen Schutz. Gerade kleine Pflanzen werden unter der Schneedecke oft leicht übersehen. Scharfe Skikanten können den Jungwald beschädigen und Jungpflanzen verletzten.

„Gerade die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig Natur und intakte Wälder für uns Menschen sind – für unser aller Lebensqualität und Wohlbefinden. Umso wichtiger ist auch ein respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Schätzen“, betont Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), die jeden zehnten Quadratmeter Natur in Österreich betreuen. „Denn gerade in Zeiten von Corona und Klimawandel brauchen wir intakte Natur und gesunde Wälder mehr denn je zuvor.“

Selbstverständlich ist auch die eigene Sicherheit oberstes Gebot. Beim Skitourengehen gilt es freilich nicht nur die Natur zu schützen, sondern auch sich selbst. Daher der dringende Aufruf, etwaige Pistensperren und natürlich Warntafeln und insbesondere die jeweilige Lawinenwarnstufe zu beachten.

„Ein rücksichtsvolles und unfallfreies Miteinander am Berg ist heuer wichtiger denn je. Die zehn Empfehlungen für Pistentouren sollte jeder Tourengeher beachten, um auf den Pisten sicher unterwegs zu sein und gleichzeitig Konflikte zu vermeiden. Wenn es ins ungesicherte Gelände geht, kommen weitere Faktoren ins Spiel – etwa eine umsichtige Tourenplanung und Einschätzung der aktuellen Lawinensituation, das sichere Verhalten im Gelände und der richtige Umgang mit der Notfallausrüstung. All das erlernt man am besten in einem Skitourenkurs. Auch wenn sich Skitouren immer größerer Beliebtheit erfreuen, sind Vorsicht und defensives Verhalten angebracht“, betont Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora.

Was beim klassischen alpinen Schilauf für die meisten selbstverständlich ist, setzt sich im Tourensport erst langsam durch: Kurse besuchen und sich in die Hände erfahrener Berg- und Tourenführer begeben. „Das beginnt bei der Materialkunde und gewissenhafter Vorbereitung jeder Tour. Wetter- und Lawinenkunde, energiesparende Aufstiegstechnik, der richtige Umgang mit einem LVS-Gerät und Co und die Do and Dont´s am Berg – quasi der Alpen-Knigge. Es gibt nichts Schöneres, als Skitouren zu gehen. Das größte Vergnügen ist es, wenn man sicher und in echter Verbundenheit mit der Natur geht“, weiß Stefan Görgl, ehemaliger Weltcup-Riesentorläufer und heute Berg- und Skitourenführer mit Görgl Intense.

Fazit

Skitourengehen als echtes „Zurück-zur-Natur-Erlebnis“ ist ein stetig steigender Trend. Gerade in abgelegenen Gebieten und in weitgehend unberührter Natur sind Vorsicht, Umsicht und Rücksicht besonders wichtig.

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