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LINZ/OÖ. Ein Drittel weniger Ostereier wurden im Vorjahr als Folge des Lockdowns in Österreich verkauft. In diesem Jahr könnte es aufgrund der Kontaktbeschränkungen und der geschlossenen Gastronomie ähnlich sein, vermutet die Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich (OÖ) in einer Pressekonferenz am Donnerstag, 18. März. Dort informierte sie auch über Entwicklungen wie die gestiegene Produktion von Freilandeiern.

In diesem Jahr könnten um ein Drittel weniger Ostereier verkauft werden. Das führt dazu, dass überschüssige Eier zu Flüssigei oder Eitrockenpulver verarbeitet werden, womit die Eierpreise für Landwirte sinken (Symbolbild). (Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr)

Von September bis nach Ostern werden in Österreich traditionell die meisten Eier verbraucht. Seit der Corona-Pandemie sei das anders, informiert Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der LK OÖ. „In Skiregionen und im Außer-Haus-Verzehr werden heuer bis nach Ostern kaum Eier beziehungsweise Ostereier gebraucht werden. Daher verlagert sich der Absatz überwiegend in die privaten Haushalte. Durch die zu erwartenden Beschränkungen werden aber wohl auch die Familienfeiern im kleineren Rahmen ablaufen und entsprechend sinkt der Konsum“, führt sie aus. Die Bevölkerung in Österreich isst pro Kopf durchschnittlich acht Ostereier, wovon sechs Stück bereits fertiggekocht und gefärbt gekauft werden. Diesmal könnten in Oberösterreich vier Millionen Ostereier weniger als vor der Pandemie verkauft werden. Der Absatzrückgang trifft vor allem Legehennenbetriebe mit Bodenhaltung ohne Auslauf, da für Ostereier überwiegend Bodenhaltungseier der Gewichtsgröße M verwendet werden.

Überschüssige Eier müssen verarbeitet und eingelagert werden

Eier, die nicht verkauft werden, müssen zu Flüssigei oder Eitrockenpulver verarbeitet und eingelagert werden, informiert die LK OÖ. Damit seien deutlich niedrigere Eierpreise für Bauern verbunden. Hinzu kommt, dass Eiweißfuttermittel aktuell teurer werden würden. Um Landwirte zu unterstützen, werde für Bodenhaltungsbetriebe ein Antrag auf Entschädigung ab April 2021 möglich sein. Voraussetzung ist ein Verlust im Februar und März im Vergleich zum Vorjahr.

Der Verkauf von Bodenhaltungs-Eiern ist laut Erhebungen der Agrarmarkt Austria (AMA) auch im Lebensmitteleinzelhandel um 10,5 Prozent in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen. Eier aus Freilandhaltung legten hingegen um 8,3 Prozent und aus Biofreilandhaltung um zwei Prozent zu. Die LK OÖ nimmt an, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. „Aktuell sind in Österreich 7,1 Millionen Legehennen in der Datenbank des Tiergesundheitsdienstes registriert – ein Höchststand. Schätzungen zufolge gibt es zusätzlich im Bundesgebiet ca. 800.000 Hennen in Kleinbeständen zur Selbstversorgung (in OÖ. ca. 120.000 Hennen). Bezogen auf die Haltungsformen liegt Oberösterreich bei der Freiland- und Biofreilandhaltung über dem Bundesdurchschnitt“, erläutert Franz Karlhuber, Obmann der ZAG (= Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft, Anm.), dem Dachverband der Geflügelbetriebe. Zurzeit werden in Oberösterreich 15 Prozent der Eier in Bio-Freilandhaltung, 30 Prozent in Freilandhaltung und 55 Prozent in Bodenhaltung produziert. Seit der Corona-Pandemie nimmt private Hühnerhaltung in Hausgärten zu. Darüber hinaus verkaufen mehr Landwirte Eier direkt an den Verbraucher.

Käfighaltung von Legehennen wurde in Österreich gesetzlich beendet

„Die Herkunft der Eier ist den Österreichern ein Anliegen. 20,2 Prozent gaben bei einer Umfrage der AMA an, dass ihnen die österreichische Herkunft wichtig ist. Nur ein Punkt war den Befragten noch wichtiger: die Haltungsform der Hennen“, berichtet Langer-Weninger. Hierzu lässt sich festhalten, dass Käfighaltung von Legehennen in Österreich gesetzlich beendet wurde. Wenige Betriebe durften bis Jahresende 2019 eine gesetzliche Übergangsfrist in Anspruch nehmen. Mit Beginn 2020 wurden aber auch diese Stallungen stillgelegt oder auf Boden- und Freilandhaltung umgebaut. EU-weit liegt die Käfighaltung immer noch bei rund der Hälfte, in Polen und Spanien sogar bei etwa 90 Prozent.


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