Rotes Kreuz zieht Bilanz: neue Herausforderungen, mehr Unterstützer

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22.240 Menschen engagieren sich derzeit freiwillig im OÖ. Roten Kreuz. Sie sind unter anderem für Krankentransporte oder Besuchsdienste zuständig. (Foto: OÖRK/Werner Asanger)
Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 09.06.2021 17:26 Uhr

OÖ/LINZ. Rund 3,1 Millionen Stunden leisteten die freiwilligen Mitarbeitenden des OÖ. Roten Kreuzes im Vorjahr. Das entspricht fast 8.500 Stunden täglich. Diese entfielen in erster Linie auf den Rettungsdienst, aber auch auf PCR-Abstriche, Impfungen oder Dienste wie Essen auf Rädern. Der OÖ. Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger zog am Mittwoch, 9. Juni, Bilanz und gab zugleich einen Ausblick.

Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass freiwilliges Engagement nötig sei, um Krisenzeiten zu bewältigen, meint der OÖ Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger. Er zog am Mittwoch, 9. Juni, in einer Konferenz in Linz Bilanz über das Jahr 2020. Beispiele für notwendige Leistungen seien etwa der Einsatz in der Corona-Pandemie, aber auch das Engagement in Bildung und Chancengleichheit. Insgesamt leisteten 22.240 freiwillige Mitarbeitende rund 3,1 Millionen Stunden. Der Großteil davon entfällt mit 75 Prozent auf den Rettungsdienst, wobei die Krankentransporte im Vergleich zu 2019 eine Spur zurückgingen. 536.911 Einsätze waren es genau, davon wurden etwa 17.200 möglicherweise oder tatsächlich an Covid-19 erkrankte Patienten ins nächste Spital gebracht.

Einsätze von Corona-Tests bis zur Gesundheitsberatung 1450

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nehmen Mitarbeitende des Roten Kreuzes zudem PCR-Testabstriche bei Drive-in-Stationen oder durch mobile Teams ab, sie führen Corona-Tests der Bevölkerung bei Teststationen durch und betreiben Impfstandorte. Eine weitere Aufgabe kommt bei der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 hinzu, die ursprünglich nicht als Krisennummer konzipiert war. Da die Anrufe in Zeiten der Pandemie stark zunahmen, wurde von sieben auf 50 Mitarbeitende aufgestockt. Jeder von ihnen beantwortete durchschnittlich 20,5 Anrufe täglich. „Dank des überdurchschnittlichen Engagements unserer größtenteils freiwilligen Mitarbeiter können wir die immensen Herausforderungen der Pandemie bestmöglich bewältigen und notwendige Leistungen sicherstellen. Ohne ihr tagtägliches Engagement würden die Kosten für unser System der Hilfe massiv ansteigen“, ist Aichinger überzeugt.

Weitere Dienste, die fast ausschließlich von Freiwilligen betrieben werden, sind Essen auf Rädern oder der Besuchsdienst. Der Besuchsdienst wurde in Zeiten von Lockdowns telefonisch durchgeführt. Herausforderungen im vergangenen Jahr seien laut Aichinger vor allem Armut, soziale Isolation und Einsamkeit gewesen. Deren Folgen könnten auch ein Gesundheitsrisiko darstellen, weshalb soziale Kontakte wichtig seien. Ein weiteres Angebot, das sich an Menschen richtet, die alleine nicht mehr verreisen können, ist das Betreute Reisen. Diese wurde vorübergehend eingestellt, soll ab Herbst mit einem Sicherheitskonzept jedoch wieder durchgeführt werden.

Mehr Mitglieder

In diesen Fällen wird Zeit geschenkt, in anderen Blut oder Geld. Im Vorjahr wurde täglich ungefähr 150 Mal Blut gespendet. Die Zahl der Mitglieder, die das Rote Kreuz finanziell unterstützen, stieg von 171.337 auf 178.632.

Die Pflege chronisch kranker und älterer Menschen sei eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, meint Aichinger. Laut Statistiken soll die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Oberösterreich von derzeit mehr als 80.000 bis 2040 auf knapp 126.000 steigen. Bis 2050 würden laut Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO österreichweit ungefähr 79.000 zusätzliche Pflegekräfte alleine in der mobilen und stationären Pflege und Betreuung gebraucht werden. Dabei sei laut Aichinger nicht die bessere Bezahlung das entscheidende Kriterium für die Berufswahl, die Arbeitsbedingungen müssten insgesamt besser werden.

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