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OÖ. Ein Viertel der Menschen ab 60 Jahren sieht die Corona-Pandemie als Herausforderung im Alltag. Ebenso viele nehmen die eigene Gesundheit beziehungsweise gesundheitliche Probleme als herausfordernd wahr. Das sind Ergebnisse einer Imas (Institut für Markt- und Sozialanalysen, Anm.)-Studie im Auftrag des OÖ Seniorenbundes, die kürzlich präsentiert wurde.

  1 / 2   Zwei Drittel der oberösterreichischen Senioren fühlen sich gesund. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Imas-Studie im Auftrag des OÖ Seniorenbundes (Symbolbild). (Foto: P. Kasipat/Shutterstock.com)

Dazu wurden 405 Personen ab 60 Jahren zu ihren Einstellungen, Erwartungen und Bedürfnissen persönlich befragt. Eines der Ergebnisse ist, dass Senioren derzeit unterschiedlich in die Zukunft sehen. 33 Prozent Zuversichtlichen stehen 28 Prozent gegenüber, die mit Sorge in das nächste Jahr blicken. Als Herausforderung im Alltag empfinden die Befragten in erster Linie (zu je einem Viertel) die eigene Gesundheit beziehungsweise die Corona-Pandemie einschließlich der Maßnahmen. Weniger Probleme verursachen unter anderem Langeweile und fehlende Aufgaben, Mobilität oder Digitalisierung (je ein Prozent). Ungefähr jeder vierte Senior gibt an, im Alltag keine Herausforderungen zu haben.

Mehrheitlich guter Gesundheitszustand

Einige Fragen wurden in diesem Jahr (Die Studie wird seit 2018 durchgeführt, Anm.) auch zur Corona-Pandemie gestellt. Dabei wurde mehrheitlich Aussagen zugestimmt, dass die Krise gezeigt habe, wie wichtig das soziale Umfeld sei, aber auch wie bedeutend regionaler Einkauf und ein gesundes Leben seien. 52 Prozent gaben an, ihre Vorsorgeuntersuchen verpasst oder verschoben zu haben, 41 Prozent fühlten sich öfters einsam. Insgesamt beschreiben dennoch mehr als zwei Drittel ihren eigenen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut, nur zwei Prozent stufen ihn als gar nicht gut ein. Um ihre Gesundheit zu erhalten, gehen Oberösterreichs Senioren vor allem regelmäßig spazieren (63 Prozent), verzichten auf Zigaretten und Alkohol (62 beziehungsweise 58 Prozent) oder treffen sich mit Freunden und Familie für ihr seelisches Wohlbefinden (60 Prozent). Mit dem oberösterreichischen Gesundheitssystem wie Krankenhäusern und flächendeckender medizinischer Versorgung sind sie tendenziell zufrieden. Um den aktuellen Stand zu halten, unterstützen die Befragten die Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung, den Ausbau der mobilen Pflegekräfte sowie der stationären Pflegekräfte. 66 Prozent sprechen sich klar für eine höhere Pflegestufenbewertung bei einer Demenzerkrankung aus.

OÖ Seniorenbund zieht Schlüsse aus Ergebnissen

„Die Pandemie hat einzelne - bereits dringliche - Themen wie die Gesundheit und Pflege noch präsenter im Alltag der über 60-Jährigen gemacht. Aber auch die regionale Herkunft der Produkte, die Stärkung der heimischen Wirtschaft und die Bedeutung von Familie und Freunden haben in dem vergangenen Jahr enorm zugenommen. Diese Gesundheitskrise brachte einen gesellschaftlichen Wandel mit sich, den es als Interessensvertretung zu beachten gilt. Mit den gewonnenen Erkenntnissen fühlen wir uns in einzelnen Bereichen bestätigt und werden unsere Forderungen bei den politischen Entscheidungsträgern weiterhin anbringen“, halten der Landesobmann des OÖ Seniorenbundes Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner zur Studie fest. Sie fordern, die Gemeinschaft zu stärken, Regionalität zu fördern, medizinische Versorgung im ländlichen Raum abzusichern und präventive Gesundheitsangebote auszubauen. Konkrete Maßnahmen sollen beispielsweise mehr Anreize für Ärzte, eine Hausarztpraxis im niedergelassenen Bereich zu eröffnen oder zu übernehmen (z.B. höheres Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten), mehr Studienplätze für Medizin und ein Gesundheitspass mit regelmäßigen Untersuchungen sein.


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