Winterreifen für Fahrräder im Test

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 27.11.2021 11:13 Uhr

OÖ. Wer auch im Winter nicht auf das Fahrrad verzichten möchte, sei es als Fortbewegungsmittel im Alltag oder als Sport- und Freizeitgerät, kann sich zu diesem Zweck Winter- oder sogar Spikereifen besorgen. Der ÖAMTC und seine Partner haben neun gängige Modelle auf ihre Winterfahreigenschaften hin getestet. Fazit: Welcher Reifen am besten geeignet ist, hängt vom jeweiligen Einsatzgebiet ab.

„Welcher Reifen individuell geeignet ist, hängt letztlich sehr vom persönlichen Einsatzgebiet ab. Jeder dieser Spezialreifen hat Vor- und Nachteile, ist auf einem Gebiet deutlich besser, weist dafür in anderen Bereichen Schwächen auf – eine Rundum-Empfehlung bzw. einen 'Testsieger' im klassischen Sinn gibt es nicht“, so ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der Test zeige, dass die Unterschiede innerhalb einer Reifenkategorie zwischen den Herstellern marginal sei, die Unterschiede zwischen den Kategorien dafür umso größer. „Es hängt also vom Fahrprofil des Einzelnen ab, welche Reifen infrage kommen. Will man nur hin und wieder bei gutem Wetter auf trockenem Untergrund unterwegs sein, leisten auch etwas stärker profilierte Sommerreifen gute Dienste. Erst bei regelmäßigem Wintereinsatz, auch bei schlechteren Witterungsbedingungen, zahlen sich solche Spezialreifen aus“, so Kerbl.

Winterreifen für Alltagsfahrten auf Asphalt geeignet

Wer seine Alltagswege in die Arbeit oder zum Einkauf auf asphaltierten Strecken auch im Winter mit dem Fahrrad oder E-Bike erledigen möchte, für den empfehlen sich die reinen Winterreifen („Marathon GT 365“ von Schwalbe, „Top Contact Winter“ von Continental, „Wintertour“ von Veloplus, „Star Grip“ von Michelin und „Rollspeed W“ von Nokian). Ihre weiche Gummimischung ermöglicht gemeinsam mit einem Lamellen- oder leichten Stollenprofil ein deutlich besseres Fahrverhalten bei Schnee, Schneematsch bzw. Nässe – auf trockenem Asphalt sind die Bremswerte nur geringfügig besser als beim Sommerreifen „Marathon“ von Schwalbe.

Spikereifen für Sport- und Freizeitradler im Gelände

Die getesteten Spikereifen „Marathon Winter Plus“ von Schwalbe, „Contact Spike 240“ von Continental und „Klondike Skinny“ von Kenda verfügen über 100 bis 240 Spikes aus Metall. Diese ermöglichen gute Fahreigenschaften bei Schnee und Eis, wie man es beispielsweise als Sport- oder Freizeitradfahrer auf ungeräumten Forst- oder Feldwegen im Winter vorfindet. Auf Asphalt und insbesondere auf Straßenschienen, Kanaldeckeln und Straßenmarkierungen wirken sich die Metallspikes dagegen negativ aus – der Reifen rutscht viel leichter und das Fahrverhalten ist unangenehm, der Grip schlecht.

„Zwitter“ ist sowohl Winter- als auch Spikereifen

Ein Sonderfall ist der „Winter Traveler Skin“ von Retyre aus Skandinavien. „Das modulare System verfügt über einen Basisreifen mit glattem Straßenprofil, über den bei Bedarf mittels Reißverschluss-System ein stark profilierter Spikereifen aufgezogen werden kann, ähnlich einer Schneekette bei einem Autoreifen“, so Kerbl. Damit erreicht der Reifen auf allen Untergründen ein gutes Ergebnis, sofern man ihn flexibel anpasst. Der Nachteil: Neben dem höchsten Preis aller Testkandidaten erfordert die etwas breitere Konstruktion mehr Platzfreiheit zwischen Reifen und Kotflügel bzw. Rahmenstreben. Auch über die langfristige Haltbarkeit dieses Systems kann in diesem Test keine Aussage getroffen werden.

Bei blankem Eis auf Rad verzichten

Abschließender Rat des Experten: „Bei blankem Eis auf Asphalt sollte man das Rad auch mit Winter- oder Spikebereifung lieber stehen lassen, zu groß ist beim Zweirad die Gefahr wegzurutschen und zu stürzen.“

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