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OÖ/KLAUS AN DER PYHRNBAHN. Für viele gehen die Weihnachtsfeiertage mit zu viel Essen, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung einher. Diese Tendenzen werden aktuell durch die immer noch bestehende Corona-Pandemie wesentlich verstärkt. Angelika Reitböck, Allgemeinmedizinerin und Referentin für Vorsorge- und Gesundheitsmanagement in der Ärztekammer für Oberösterreich aus Steyrling (Bezirk Kirchdorf) gibt Tipps, wie größere Gewichtszunahmen über die Feiertage vermieden werden können.

Über die Weihnachtsfeiertage sind die allermeisten von uns mit zu viel Essen, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung konfrontiert. (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com)

„Wir sollten Strategien befolgen, die uns diese Zeiten möglichst ohne größere Gewichtszunahmen verbringen lassen können. Als erste Maßnahme könnte ein Tag der Entlastung eingeplant werden“, sagt Angelika Reitböck. An solch einem Entlastungstag isst man entweder nur Gemüse, nur Reis, nur Obst oder man trinkt nur Säfte. Zusätzlich ist die Aufnahme von zwei bis vier Liter Flüssigkeit, am besten (stilles) Wasser oder ungesüßter Kräutertee, zu empfehlen. „Ergänzt wird dies idealerweise durch leichte Bewegung an der frischen Luft. Nach nur einem Tag werden Sie sich wieder leichter und unbeschwerter fühlen“, sagt die Medizinerin.

Ungesundes mit Gesundem kombinieren

Als weitere Taktik empfiehlt Angelika Reitböck nicht ganz so Gesundes mit Gesundem zu kombinieren. Bei Fleisch wählt man kleinere Portionen, als man sie ursprünglich ins Auge fassen würde. Auch bei Nudelprodukten, Soßen oder etwa einem Erdäpfelsalat lädt man sich weniger auf den Teller als sonst. „Schenken Sie auch den Beilagen beim Festtagsessen besondere Beachtung. Bei Gemüse, Salat oder gekochten Kartoffeln können Sie ruhig herzhafter zulangen. Bitterstoffe wie sie zum Beispiel in Endiviensalat vorkommen, regen zusätzlich die Verdauung an“, sagt Angelika Reitböck.

Bier, Longdrinks und Co.

Nicht nur das Essen, sondern auch Getränke können für größere Kalorienmengen verantwortlich sein. Dies trifft vor allem bei Bier, Longdrinks, Fruchtsäfte oder Cola zu. Als Ausgleich kann man zwischendurch immer wieder ausreichend Wasser trinken.

Übersäuerung entgegenwirken

Sollten wir unseren Organismus stark übersäuern, zum Beispiel durch Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten, können basische Gegenspieler wie gekochte Erdäpfel, Gemüse (besonders in roher Form), leichte Salate wie Grüner Salat oder Gurkensalat und verschiedene Säfte wie Roter Rübensaft, Selleriesaft oder Apfelsaft wieder ein Gleichgewicht herbeiführen. „Steuern Sie auch einem möglichen Mangel an B-Vitaminen im Körper, verursacht durch zu viel Alkohol und Süßes, durch gezielte Aufnahme von Vitamin-B-haltigen Nahrungsmitteln entgegen“, sagt die Hausärztin.

Diesbezüglich günstige Nahrungsmittel sind: Vollkornbrot, Naturreis, Olivenöl und Weizenkeimöl (Vitamin B1), Mandeln, Pilze und Käse (Vitamin B2), Walnüsse, Avocados, Bananen, Sojagerichte und Weizenkeime (Vitamin B6) und Heringe, Sardinen, Eier, Milch und Sauerkraut (Vitamin B12).

Fußbäder entlasten Leber und Niere

Die Medizinerin empfiehlt auch ergänzende Maßnahmen wie Fußbäder: ein paar Tropfen Wacholder-, Rosmarin- und Fenchelöl mit einem Löffel Pflanzenöl in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser geben, und zehn Minuten die Füße darin baden. Diese Fußbäder entlasten Leber und Niere.

„Den Kater spazieren führen“

Wer durch übermäßigen Alkoholgenuss einmal ganz über die Stränge geschlagen hat, dem sei die folgende Rezeptur, die den Kater wirkungsvoll bekämpfen soll, nahegelegt: Diese beinhaltet, viel Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ersatz von Spurenelementen durch Rollmöpse, Essiggurken und Tomatensaft mit Salz, möglicherweise auch ergänzt durch eine gut gesalzene Hühnerbrühe. Bei frischem Obst und Gemüse zugreifen, aber Süßigkeiten meiden. Günstig ist auch Bewegung an frischer Luft nach dem Motto „den Kater spazieren führen“.

„Alle diese Maßnahmen werden dazu beitragen, schöne Festtage erleben zu können, um sich wieder voller Energien und mit neuem Elan den Herausforderungen des nächsten Jahres widmen zu können“, sagt Angelika Reitböck.


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