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Tag der Logopädie (6. Februar): Jeder Mensch hat ein Recht auf Kommunikation

Tips Logo Nora Heindl, 06.02.2022 10:05

OÖ. Anlässlich des Europäischen Tages der Logopädie (6. Februar) informiert der Verband der Logopäden für Oberösterreich über das Thema Unterstützte Kommunikation bzw. Augmentative und Alternative Communication.

 (Foto: ABO PHOTOGRAPHY/Shutterstock.com)
(Foto: ABO PHOTOGRAPHY/Shutterstock.com)

Aus verschiedensten Gründen kann es vorkommen, dass Menschen keine oder eine nicht ausreichende Lautsprache entwickeln oder diese Fähigkeit verloren geht. Sei es auf Grund einer Entwicklungsstörung oder einer erworbenen Beeinträchtigung. Jeder Mensch hat das Bedürfnis und die Fähigkeit sich mitzuteilen. „Wir alle möchten uns als soziale Wesen austauschen, mitteilen und kommunizieren. Wenn es jedoch nicht möglich ist, dass jemand zu diesem Zweck Wörter verwendet, gibt es die Möglichkeit Unterstützte Kommunikation zu nutzen und so sprachliche Defizite auszugleichen“, so Karin Bodingbauer, Beirätin im Verband der Logopäden für OÖ.

Kommunikation geht auch ohne Worte

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ - Paul Watzlawick hat mit dieser Aussage erkannt, dass der Mensch auch ohne Worte im Austausch mit anderen Mitmenschen steht. Sei es durch Körperspannung, Atmung, Blickbewegungen, Mimik, Zeigen, Gesten oder Gebärden. Neben diesen körpereigenen Kommunikationsformen gibt es auch zahlreiche nicht elektronische und elektronische Unterstützungshilfen, wie Bildkärtchen oder Apps für das Tablet.

Ein Kind ohne Lautsprache muss entdecken, wie spannend die Möglichkeit des Kommunizierens mit Unterstützter Kommunikation sein kann. Es darf lernen, auch ohne Lautsprache seine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und erhält dadurch eine größere Selbstbestimmtheit und Teilhabe am Leben. Jenen Menschen, die etwa durch einen Schlaganfall oder degenerative Erkrankungen die Möglichkeit der Lautsprache verloren haben, kann mit einfachen Symbolbildkarten bis hin zu komplexen elektronischen Hilfsmitteln ein neuer Weg der Sprache angeboten werden.

Je früher die Klienten Unterstützung bekommen, desto häufiger haben sie erfolgreiche Kommunikationserfahrungen und Frustration durch Missverständnisse kann vermieden werden. Auch dass Kommunikationshilfsmittel die Lautsprachentwicklung eines Kindes nicht aufhalten, sondern unterstützen, ist zum Teil noch nicht immer bewusst. 

Unterstützte Kommunikation kann in jedem Alter und bei jedem Schweregrad der Kommunikationsbeeinträchtigung genutzt werden. Derzeit scheitert es jedoch oft noch an der fachlichen Ausbildung und den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten, denn in Österreich gibt es für diese assistierenden Technologien weder eine einheitliche Finanzierungshilfe noch einen Rechtsanspruch.

Wissen im Erwachsenenbereich noch in den Kinderschuhen

Im Bereich des erworbenen Sprachverlustes im Erwachsenbereich steckt das Wissen zur Unterstützung der Kommunikationsmöglichkeit noch in den Kinderschuhen. Fortbildungen für Logopäden in diesem Nischenbereich der breiten Fachkompetenz sind auch für den Verband der Logopäden in Oberösterreich ein wichtiges Anliegen.


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