No Go-Kampagne gegen sexuelle Belästigung: 90 Prozent der oö. Schwimmbad-Gemeinden machen mit

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Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 03.08.2022 12:41 Uhr

OÖ/LINZ. Auch heuer wird mit der Kampagne „No Go“ ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung in oberösterreichischen Schwimmbädern gesetzt. Rund 90 Prozent aller oberösterreichischen Gemeinden mit Schwimmbädern unterstützen diese.

Bereits im Juni startete zum zweiten Mal die landesweite Awareness-Kampagne „No Go – schau nicht weg bei sexueller Belästigung in Schwimmbädern“. Durch Plakate und Sticker sollen Badegäste darauf hingewiesen werden, dass der Betrieb das Thema ernst nimmt und übergriffiges Verhalten nicht geduldet wird. Schwimmbad- bzw. Badeseebesucher werden dazu ermutigt, hinzuschauen, einzugreifen oder Hilfe zu holen. Ebenso soll durch die Kampagne Bewusstsein für dieses Thema geschaffen werden. Ziel ist es, gemeinsam ein Sicherheitsgefühl zu erreichen und sexuelle Belästigung von der Badewiese zu verbannen.

Vom eindeutigen Blick bis zu massiven Übergriffen 

„Jeder Fall von Belästigung ist einer zu viel. Gewalt jeglicher Art hat in unserem Oberösterreich keinen Platz und ist ein absolutes No Go. Schwimmbäder sollen ein Ort der Erholung und Entspannung sein, in denen sich jede und jeder sicher fühlt“, unterstreicht LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).

Durch immer wieder an die Öffentlichkeit dringende Vorfälle von sexueller Belästigung in den Schwimmbädern und aus der Präventionsarbeit mit Mädchen und Frauen des autonomen Frauenzentrums erkennt man, wie stark Mädchen und Frauen davon betroffen sind. Die Bandbreite reicht von eindeutigen Blicken, Fotografieren, anzüglichen Bemerkungen über unerwünschte Berührungen, bis hin zu massiven sexuellen Übergriffen. 

„Wichtig: Unterstützung holen“

Margit Schönbauer vom autonomen Frauenzentrum in Linz (aFZ) weiß: „Wenn niemand mehr wegschaut, wäre schon viel gewonnen. Wichtig ist, dass Mädchen den Mut haben, sich Unterstützung zu holen und das Badepersonal die Situation ernst nimmt und umgehend die richtigen Schritte einleitet. Der Großteil der Fälle wird nirgends erfasst, wenn man mit den Mädchen ins Reden kommt, merkt man allerdings schnell, wie viele schon unangenehme Erlebnisse hatten.“

Auch heuer wieder zahlreiche Gemeinden mit an Bord

Auch im Jahr 2022 haben bereits rund 90 Prozent, aller oö. Gemeinden mit Schwimmbädern zugesagt, bei der Kampagne mitzumachen. 

„Besonders wichtig ist, dass wir alle gemeinsam - Gesellschaft, Öffentlichkeit, Politik - gegen Übergriffe und Gewalt auftreten und diese in keinster Art und Weise tolerieren. Ich freue mich sehr über die große Teilnahme und bedanke mich bei den Städten und Gemeinden für das starke Zeichen. Ich lade auch weitere Städte, Gemeinden und private Betreiber dazu ein, sich an dieser Initiative zu beteiligen“, betont Haberlander.

Informationsmaterial und Schulungen

Für die Ansprechpartner in den Freibädern (Badepersonal und/oder Kioskbetreiber) wurden im Mai 2022 wieder drei Schulungstermine zur Sensibilisierung vom autonomen Frauenzentrum in Kooperation mit dem Frauenreferat des Landes OÖ angeboten, in denen die unterschiedlichen Erscheinungsformen sexueller Belästigung aufgezeigt wurden und Tipps und Werkzeuge vermittelt wurden, wie sie in entsprechenden Situationen reagieren und eingreifen können.

Weitere Interessierte können Plakate und Sticker unter frauen@ooe.gv.at bestellen oder auf der Homepage www.frauenreferat-ooe.at/nogo downloaden.

Hilfe und Unterstützung für Betroffene

Die Online-Frauenberatung Oberösterreich - www.frauenberatung-ooe.at - ist ein Online-Angebot, welches den Frauen und Mädchen in OÖ kostenlos und anonym zur Verfügung steht.

Die Frauenhelpline unter Tel. 0800 222 555 ist österreichweit, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und kostenlos für Erst- und Krisenberatung erreichbar.

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