Erste Sanitäter-Ausbildung an Trauner Schule abgeschlossen
TRAUN/OÖ. In Traun haben erstmals Schüler parallel zur Schule die Ausbildung zu Rettungssanitätern abgeschlossen. Sieben Jugendliche sind nun bereit für den Ernstfall – und zeigen, wie Nachwuchsarbeit im Rettungsdienst funktionieren kann.

Rettungskräfte sind im Notfall schnell zur Stelle – doch Nachwuchs wird dringend gebraucht. In Oberösterreich setzt man daher auf einen neuen Ansatz: Schüler werden bereits während ihrer Schulzeit zu Rettungssanitätern ausgebildet. Grundlage ist ein Schulschwerpunkt, den Bildungsdirektion und Rotes Kreuz 2024 gestartet haben.
„Mit dieser Kooperation schaffen wir eine starke Verbindung zwischen Bildung und gelebter Menschlichkeit. Junge Menschen erhalten die Chance, früh Verantwortung zu übernehmen, ihre Kompetenzen zu erweitern und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten“, betont OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz.
Am BRG Traun wurde dieses Modell nun erstmals umgesetzt – mit Erfolg: Sieben Jugendliche haben die Ausbildung bereits abgeschlossen. „Acht sind zur Abschlussprüfung angetreten. Sieben haben bestanden – drei davon mit ausgezeichnetem Erfolg und eine Teilnehmerin muss noch den Theorieteil wiederholen“, sagt Lehrer Philipp Hofmeister.
Theorie und echte Einsätze
Die Ausbildung umfasst insgesamt 260 Stunden – mit Theorieeinheiten und umfangreicher Praxis im Rettungsdienst. Die Jugendlichen sind dabei regelmäßig an der Ortsstelle Traun im Einsatz und lernen den Alltag hautnah kennen.
„Man bekommt echte Einblicke in den Alltag und lernt, wie man in Notfällen richtig handelt. Das gibt einem unglaublich viel Sicherheit“, sagt die 18-jährige Absolventin Anja Hemetsberger. Der Aufwand sei zwar hoch gewesen, aber gut zu bewältigen: „Der Lernaufwand war nicht ohne, aber mit der richtigen Organisation gut machbar.“
Initiiert wurde das Projekt von Philipp Hofmeister, selbst Rettungssanitäter. Für ihn war die Integration der Ausbildung in den Schulalltag ein logischer Schritt: Viele Absolventen der Schule engagieren sich ohnehin später im Rettungsdienst oder im Gesundheitsbereich.
Mehr als nur Fachwissen
Neben medizinischem Know-how profitieren die Jugendlichen vor allem persönlich. Sie lernen, in Stresssituationen ruhig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Gleichzeitig sammeln sie bereits wertvolle Erfahrung – etwa für den Zivildienst oder ein Freiwilliges Sozialjahr.
Auch aus Sicht der Bildungsdirektion ist das Modell ein Gewinn: Es verbinde Schule und Praxis und eröffne neue Perspektiven für junge Menschen. „Neben dem persönlichen Mehrwert und der Einbindung in den Verein wird bereits vorab wertvolle Ausbildungszeit für den Zivildienst oder ein mögliches Freiwilliges Sozialjahr geleistet“, sagt Michael Horopciuc, BEd MA, Schulqualitätsmanager der Bildungsdirektion Oberösterreich und JRK-Landesreferent-Stellvertreter für den bildungsorientierten Bereich.
Beitrag zur Versorgung
Mehr als 27.000 Menschen engagieren sich derzeit im oberösterreichischen Roten Kreuz, die meisten davon freiwillig. Sie leisten jährlich Millionen Einsatzstunden. Projekte wie jenes in Traun sollen dazu beitragen, auch künftig genügend Helfer zu gewinnen.
Denn die Erfahrung zeigt: Wer früh Einblick bekommt, bleibt oft dabei. Oder wie es eine Teilnehmerin formuliert: Helfen kann man lernen – und manchmal beginnt das schon im Klassenzimmer.
Weiterführende Informationen zum freiwilligen Engagement im OÖ. Roten Kreuz auf www.roteskreuz.at/ooe oder unter Tel. 0732/7644-157


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