Kirchenstatistik 2025: Katholikenzahl und Austritte in der Diözese Linz gesunken
OÖ/LINZ. Die Diözese Linz hat ihre Kirchenstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Mit Stichtag 31. Dezember 2025 zählte die katholische Kirche in Oberösterreich 855.045 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es 868.650 gewesen.

Im Jahr 2025 traten 12.676 Personen aus der katholischen Kirche aus. Das waren 37 weniger als 2024, als 12.713 Austritte verzeichnet wurden. Wieder oder neu in die Kirche ein traten 898 Personen: 803 kehrten zurück, 95 wechselten aus einer anderen Konfession. 93 Personen widerriefen ihre Austrittserklärung nach einem Schreiben von Diözesanbischof Manfred Scheuer.
Weniger Taufen, Begräbnisse und Trauungen
Die Diözese verzeichnete 2025 insgesamt 7.441 Taufen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 258 Taufen. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse sank von 9.140 auf 8.713, jene der Trauungen von 1.588 auf 1.447. Gefirmt wurden 7.822 Personen, nach 8.182 im Jahr 2024.
In der Seelsorge waren 2025 insgesamt 231 Diözesanpriester tätig, davon 144 aktiv im Dienst. Dazu kamen 48 Weltpriester aus anderen Diözesen, 192 Ordenspriester und 145 ständige Diakone. Außerdem arbeiteten 376 hauptamtliche Laien in der Seelsorge, darunter 266 Frauen und 110 Männer. Ihr Beschäftigungsausmaß entsprach 254,20 Vollzeitstellen.
Einnahmen aus Kirchenbeitrag gestiegen
Die Einnahmen der Diözese Linz beliefen sich 2025 auf 151,1 Millionen Euro. Davon stammten 111,2 Millionen Euro aus dem Kirchenbeitrag. Im Vorjahr hatte die Diözese Einnahmen von 146,1 Millionen Euro und Kirchenbeiträge in Höhe von 108,2 Millionen Euro ausgewiesen. Das positive Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit lag 2025 bei knapp 6,9 Millionen Euro.
Michael Münzner, Leiter des Bereichs Verkündigung und Kommunikation der Diözesanen Dienste, erklärte zu den Austritten: „Es ist schmerzlich, dass sich auch im vergangenen Jahr viele Menschen entschieden haben, die katholische Kirche zu verlassen.“ Die Diözese wolle diese Entwicklung ernst nehmen, Gespräche suchen und verstehen, wo Menschen Kritik oder Verletzungen durch die Kirche erfahren hätten.
„Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, Krisen und Umbrüchen geprägt ist, wollen wir weiterhin nahe bei den Menschen sein und ihnen die christliche Hoffnung verkünden. Deshalb setzen wir trotz notwendiger Sparmaßnahmen bewusst Schwerpunkte in Bereichen, die für die Zukunft unserer Gesellschaft wichtig sind“, so Münzner.
Investitionen in Bildungsangebote
Als Schwerpunkte nennt die Diözese Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Begleitung von Menschen in allen Lebensphasen, die Seelsorge in den Pfarren sowie vielfältige Angebote der Beratung und Unterstützung.
Geplant beziehungsweise in Umsetzung sind die Generalsanierung des Bildungshauses Schloss Puchberg in Wels und der Campus 7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales auf dem Linzer Freinberg. Dort sollen ab 2030 sieben Bildungs- und Forschungseinrichtungen an einem Standort zusammengeführt werden.
Laut Diözese wurden 2025 in 381 kirchlichen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen mehr als 20.000 Kinder betreut. Rund 13.000 Schüler besuchten 47 katholische Privatschulen. Das Katholische Bildungswerk veranstaltete in den Pfarren 4.700 Veranstaltungen mit insgesamt 103.000 Teilnehmern.
Kirchenbeitrag zweckwidmen
Seit 2025 kann der Kirchenbeitrag zu 50 Prozent für einen von insgesamt zehn Wirkungsbereichen zweckgewidmet werden, darunter etwa der Bereich „Bildungs-Kirche“ oder die „Sozial-Kirche“. Alle Infos und Bereiche: www.meinbeitrag.at/zweckwidmung








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