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OÖ. 8,5 Millionen Nächtigungen und 3,25 Millionen Gästeankünfte im Tourismusjahr 2019 sind das beste Ergebnis für Oberösterreichs Tourismus- und Freizeitwirtschaft seit Beginn der Erfassung der Tourismusstatistik. „Die größte Strukturreform in der Geschichte des Tourismus in Oberösterreich, die mit dem OÖ Tourismusgesetz 2018 angestoßen wurde, beginnt Früchte zu tragen“, zeigt sich Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner zufrieden. 

  1 / 2   Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (l.) und Andreas Winkelhofer, GF OÖ Tourismus. Foto: Land OÖ/Daniel Kauder

Das Tourismusjahr 2019 brachte für Oberösterreich das beste Ergebnis seit Erfassung der Tourismusstatistik – und zwar sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen. Mehr als 8,5 Millionen Nächtigungen von November 2018 bis Oktober 2019 bedeuten einen Zuwachs um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um 4,5 Prozent legten die Gästeankünfte auf insgesamt 3,25 Millionen zu.

Der erfreuliche Trend spiegelt sich auch auf den Kern- und Potenzialmärkten wider: Plus 3,3 Prozent Nächtigungen auf dem Heimmarkt Österreich werden von der Nächtigungsentwicklung auf den Kernmärkten Deutschland (+4,4 Prozent), Tschechien (+10,8 Prozent), Polen (+17,2 Prozent) und der Slowakei (+8,8 Prozent) noch übertroffen. Mit 16,3 Prozent Nächtigungsplus tragen Gäste aus dem Potenzialmarkt China zum besten Tourismusjahr aller Zeiten bei.

„Diese erfreulichen Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass die großen Weichenstellungen, die wir in den vergangenen Jahren im touristischen System Oberösterreichs vorgenommen haben, auf einen richtigen Weg geführt haben. Die touristische Strukturreform auf Basis des OÖ Tourismusgesetz 2018 und die neu koordinierte strategische Ausrichtung und Zusammenarbeit tragen Früchte“, freut sich Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner.

Strukturreform abgeschlossen - 19 schlagkräftige Tourismusverbände

Die bisher größte Strukturreform in der Geschichte der oö. Tourismuswirtschaft nahm ihren Anfang im neuen OÖ Tourismusgesetz, das im Februar 2018 in Kraft getreten ist. „Ziel war und ist es, professionelle und marktfähige Strukturen zu schaffen, um durch die Bündelung von Ressourcen und Budgets international mehr Sichtbarkeit für Oberösterreich zu erreichen und die touristische Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Aus den bis dahin 104 großteils eingemeindigen Tourismusverbänden gingen 19 neue Verbände hervor, die durch ihre Nächtigungsrelevanz und budgetäre Ausstattung die nötige Schlagkraft auf den touristischen Märkten mitbringen. Mit der Verordnung von 19 Tourismusverbänden durch die Oberösterreichische Landesregierung ist dieser Prozess nach der zweijährigen Übergangsfrist pünktlich und den Vorgaben entsprechend abgeschlossen“, verkündet Landesrat Achleitner zufrieden.

Als Rahmengrößen für Tourismusverbände schreibt das OÖ Tourismusgesetz 2018 eine Untergrenze von 600.000 Euro an jährlichem Finanzierungsaufkommen aus Tourismusbeiträgen und -abgaben sowie von 200.000 Nächtigungen vor. Entsprechend dieser Regelungen sind in den vergangenen zwei Jahren folgende Tourismusverbände neu entstanden beziehungsweise um Gemeinden erweitert worden:

  • Am 1. Jänner 2018: Mühlviertler Hochland, Region Wels
  • Am 1. Jänner 2019: Attersee-Attergau, Donau Oberösterreich, Entdeckerviertel, Steyr und die Nationalpark Region, Traunsee-Almtal, Urlaubsregion Vitalwelt Bad Schallerbach
  • Am 1. Jänner 2020: Ferienregion Böhmerwald, Hausruckwald, Linz, Mühlviertler Alm Freistadt, S“Innviertel
  • Unverändert bleiben bestehen: Bad Ischl, Inneres Salzkammergut, MondSeeLand – Mondsee-Irrsee, Pyhrn-Priel, St. Wolfgang im Salzkammergut, Tourismusregion Bad Hall

Neue Hotels und mehr Gästebetten für Oberösterreich

Das Land Oberösterreich stärkt die Umsetzung der Landes-Tourismusstrategie etwa mit Förderprogrammen, die sich an deren Meilensteinen und Aktionsfeldern orientieren. Erst kürzlich wurden Mittel in Höhe von rund 1 Million Euro für Leitprojekte der Destinationsmarken und Schwerpunktprojekte der Tourismusverbände vergeben, die auf die Entwicklung und Stärkung des Nächtigungstourismus in den Themen Naturräume und/oder Rad/E-Bike-Tourismus abzielen.

Drei Destinationsmarken (Salzkammergut für die „Sommerfrische reloaded“, Linz für das Produktentwicklungs- und Vertriebsprojekt „#zukunftdenken“ und Donau Oberösterreich für das Projekt „Radwegenetz Donau Oberösterreich – Donauradweg reloaded“) sowie drei Tourismusverbände (MondSeeLand für das Projekt sich als erste „Green Destination“ Europas zu positionieren, Traunsee-Almtal für das Projekt einer nachhaltigen Waldurlaubs-Destination und die Region Wels für die Produktentwicklungen „Genuss auf zwei Rädern“) werden von Jänner 2020 bis Juni 2022 mit bis zu 50 Prozent der Projektkosten gefördert.

Neben neuen touristischen Produkten bleibt gleichzeitig die touristische Hardware im Fokus, also Hotels und zusätzliche Gästebetten. Eine ganze Reihe neuer Betriebe wurde erst kürzlich eröffnet (ALPRIMA Aparthotel Hinterstoder mit 330 Betten, das Ramenai „Böhmerwaldlerdorf“ mit seinen acht Hütten mit einer Kapazität zwischen zwei und 14 Personen sowie das Motel One mit 111 Zimmern und das Amedia Hotel mit 97 Zimmern in Linz) oder befindet sich in Bau beziehungsweise in der Planungsphase (Hotel Ibis Wels, spinnerei-design-hotel Linz Ebelsberg, JUFA Hotel Engelhartszell, Hotel Stadtgut Steyr, ARCOTEL Linz im Rahmen des Projekts „NeuBau 3“ in der Tabakfabrik Linz, DORMERO Hotel Linz).

„Alle diese Reformen und Entwicklungen – die neue Tourismusstruktur für Oberösterreich, die breit angelegte Strategiepartnerschaft, die tiefe Vernetzung in der Planung und Umsetzung von Marktmaßnahmen und eine konsequent an strategischen Maßgaben ausgerichtete Förderpolitik – schaffen erst die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung der Landes-Tourismusstrategie 2022. Die Klarheit in Organisation und Zusammenarbeit gibt dem Tourismussystem die Stärke, um über die Branchengrenzen hinaus Netzwerke zu knüpfen und Allianzen einzugehen – mit starken Wirtschaftsunternehmen, mit Kultur, Sport und Landwirtschaft – um gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen für die Tourismuswirtschaft in Angriff zu nehmen“, resümiert Achleitner.

Meilensteine in der Landes-Tourismusstrategie 2022 

Die Neugestaltung des touristischen Systems ermöglicht eine abgestimmte Planung und professionelle Umsetzung der in der Landes-Tourismusstrategie2022 definierten Meilensteine und Aktionsfelder.

Die strategischen Meilensteine etwa zielen einerseits auf das Innere des touristischen Systems: Sie heben die Service- und Dienstleistungsqualität im Tourismus und fördern die digitale Kompetenz in der Branche. Zum anderen sind Meilensteine definiert, die auf einer starken Gäste- und Marktorientierung aufbauen. Diese Meilensteine „Naturräume“ und „Kulinarik“ gilt es gemeinsam zu entwickeln und in den Vordergrund der Kommunikation zu stellen. Beides Schwerpunkte, die den gesellschaftlichen Bedürfnissen nach Natur-Erlebnis und Genuss regionaler Produkte/Lebensmittel entsprechen. „Der Gast entscheidet sich für Erlebnisse, Begegnungen und Genuss. Digitalisierung bleibt ein Mittel zum Zweck – sie vereinfacht, ermöglicht und unterstützt den Menschen“, sagt Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus.

Für jeden dieser Meilensteine wurden in der Landes-Tourismusstrategie 2022 Ziele definiert, Maßnahmen daraus abgeleitet und die Zuständigkeiten festgeschrieben. „Mit Blick auf diese Teilprojekte haben wir 2019 bereits viele Initiativen erfolgreich implementiert und andere strategisch vorbereitet“, zieht Winkelhofer eine erste Zwischenbilanz.

Oberösterreichs Naturräume als Kommunikationsschwerpunkt 2020/21

Naturerlebnisse sind ein wesentliches Motiv für das Freizeitverhalten von Oberösterreichs Urlaubsgästen. Deshalb wurde in enger Zusammenarbeit von Naturschutz, Naturvermittlern und Tourismus eine touristische Naturraumstrategie für Oberösterreich erarbeitet, die unterschiedliche Angebotsfelder identifiziert. Je nach Motivlage des Gastes werden unterschiedliche Zugänge zum Urlaubs- und Freizeiterlebnis in der Natur aufbereitet. Etwa das Angebot für aktive Sportler, die Natur als Kraftkammer zu verstehen. 

„Auf Basis dieser strategischen Ausrichtung haben wir ein kreatives Kommunikationskonzept mit neuen Ansätzen entwickelt und gemeinsam mit den beteiligten Destinationen und Tourismusverbänden dazu passende touristische Angebote geschaffen. Diese werden ab Frühjahr 2020 im Rahmen eines zweijährigen Kommunikationsschwerpunktes in den Kernmärkten vorstellen und Begeisterung für Urlaubs- und Freizeiterlebnisse in Oberösterreichs Natur wecken“, ist Winkelhofer überzeugt.

Ein Kulinarikprofil für Oberösterreich

Ebenfalls in Arbeit ist die Entwicklung einer Kulinarik-Strategie. Künftig soll die Kulinarik noch stärker dazu beitragen, dass sich Oberösterreich deutlich von anderen Destinationen unterscheidet. Dadurch können neue Gästegruppen angesprochen und damit mehr Wertschöpfung in Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft erzielt werden.  Darauf aufbauend folgt eine intensive Phase der Produktentwicklung, die ab Mitte 2021 in der Marktkommunikation sichtbar werden wird. „Mit einer Genuss-Botschaft, die Oberösterreich ein eigenständiges und unterscheidbares kulinarisches Profil gibt, werden wir Gäste und Kunden von der Qualität unserer Kulinarik-Erlebnisse überzeugen“, kündigt Winkelhofer an.

Herausforderungen in der Digitalisierung

Nicht zu vergessen die Digitalisierung. „Die zukunftsfähige Qualifizierung touristischer Fachkräfte ist eines unserer zentralen Anliegen. Dabei spielt die digitale Fitness der Mitarbeiter in den Organisationen und Betrieben eine wesentliche Rolle“, betont Winkelhofer. Um Oberösterreichs Tourismuswirtschaft für diese Herausforderung zu rüsten, wurde die Oberösterreich eCoach Akademie ins Leben gerufen. eCoaches sind Mitarbeiter von Tourismusverbänden, die digitales Wissen in die Region tragen und insbesondere Betriebe unterstützen – von Online-, Social Media- und Suchmaschinen-Marketing über den Umgang mit Bewertungsportalen bis hin zu rechtlichen Aspekten des digitalen Zeitalters. Die mittlerweile 25 eCoaches in 15 Tourismusverbänden tauschen ihr Wissen im neu gegründeten „eCoach Netzwerk“ aus. Der dritte Lehrgang zum Oberösterreich eCoach startet im März 2020.

Gleichzeitig verfolgt Oberösterreich Tourismus das Ziel, dem Gast und der Tourismuswirtschaft nutzenstiftende digitale Services zur Verfügung zu stellen. Diese sollen das Reise-Erlebnis des Gastes sinnvoll ergänzen und erleichtern, wie etwa der Oberösterreich Chatbot „Flo“, der derzeit in einer Trainingsphase auf seinen Einsatz als Rund-um-die-Uhr Tourismusinformation vorbereitet wird. 2020 wird „Flo“ als erster touristischer Chatbot für ein ganzes Bundesland seine Arbeit aufnehmen.


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