Oberösterreich ergreift drastische Maßnahmen gegen Coronavirus (Update: 06.15 Uhr; 11.3.)

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Wolfgang Schobesberger Wolfgang Schobesberger, Tips Redaktion, 10.03.2020 12:52 Uhr

LINZ/OÖ. Die österreichische Bundesregierung hat drastische Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern (500 bei Outdoor-Veranstaltungen) sind verboten. Auch Gastronomiebetriebe sind betroffen.

„Wir müssen jede Chance nutzen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen'“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. Deshalb trage man die Maßnahmen der Bundesregierung 1:1 mit.

Unis geschlossen, Landestheater stellt Betrieb ein

In Oberösterreich findet an Unis und FHs bereits ab morgen, Mittwoch kein Präsenzunterricht mehr statt. Der Unterricht soll, soweit möglich, online erfolgen. Das Landestheater stellt ebenfalls den Betrieb ein. 

Schulen weiter geöffnet

Die Schulen bleiben in Oberösterreich vorerst geöffnet. Mögliche Schulschließungen würden aber bereits besprochen, so Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander. Es sei wichtig, dass hier auch die Betreuung der Kinder sichergestellt sei, so Haberlander.

Auswirkungen auf Wirtschaft

Die Betriebe des Landes setzen ab sofort, überall dort wo es möglich, ist auf Homeoffice. Allerdings werde überall die Aufrechterhaltung des Betriebes gewährleistet, erklärt Landeshauptmann Stelzer. 

Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner empfiehlt auch privaten Unternehmen auf Homeoffice und Telearbeit zu setzen. „Gesundheit geht vor“, so Achleitner.

Allerdings geht Achleitner davon aus, dass die heimische Wirtschaft negative Auswirkungen zu spüren bekommen wird. Zwar laufe die Wirtschaft besser als erwartet, doch es sei etwa zu befürchten, dass sich Unterbrechungen der Lieferketten aus China bemerkbar machen werden.

Es werde in manchen Fällen nötig sein, die Unternehmen zu unterstützen, etwa mit Liquiditätsstützungen oder Haftungsübernahmen. Für die Tourismusbranche werden morgen bereits Hilfen in Höhe von 100 Millionen Euro beschlossen.

Maßnahmen in Österreich

„Wir haben immer wieder betont, es wird der Tage kommen, wo weitere Maßnahmen gesetzt werden müssen, heute ist es soweit“, so Kanzler Sebastian Kurz. Die Zahl der Infizierten sei in Österreich zwar nach wie vor niedrig, aber die Zuwachsraten in ganz Europa seien enorm, auch bei den Todesfällen, so der Kanzler weiter.

Einreisestopp für Menschen aus Italien

Italien ist der bislang am stärksten betroffene europäische Staat. Um die Ausbreitung des Virus nach Österreich zu erschweren, gilt nun ein Einreisestopp für Menschen aus Italien.

Eine Heimholung von Österreichern aus Italien wird derzeit organisiert, die Österreicher müssen sich aber sofort in häusliche Isolation begeben.

Verbot von öffentlichen Veranstaltungen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober bestätigt, dass in Österreich bis April alle Outdoor-Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern abgesagt werden und alle Indoor-Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern. Auch Lokale sind betroffen.

Auch Universitäten und FHs betroffen

Spätestens ab kommendem Montag, 16. März, werden an Österreichs Universitäten und Fachhochschulen keine Lehrveranstaltungen mehr abgehalten. Der Unterricht soll soweit wie möglich online fortgesetzt werden.

Schnelle Ausbreitung

In den letzten Tagen habe man in der EU gemerkt, dass sich Epidemie in starkem Tempo ausbreite, so Gesundheitsminister Anschober. In Italien gibt es bereits 9.197 bestätigten Fälle und 463 Todesfälle.

Auch in Österreich gehe die Kurve nach oben, so der Gesundheitsminister. Derzeit gibt es in Österreich 158 Erkrankte.

Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen gegen Corona könnten noch folgen. „Das ist nicht der Endpunkt, was wir an Handlungsmaßnahmen haben“, so Anschober.

 

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