Schienengipfel zum Ausbau der Summerauer Bahn (UPDATE 15.1.)

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Wurzer Katharina Online Redaktion, 14.01.2021 17:05 Uhr

LINZ/PERG/FREISTADT. Die Summerauer Bahn soll ausgebaut werden, was sowohl Pendlern helfen als auch den Transitverkehr verringern soll. Infrastruktur- und Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner setzt sich für bilaterale Gespräche ein.

Die Regierung Tschechiens verfolge „ehrgeizige Pläne“ beim Bahnausbau, berichtet Infrastruktur- und Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ). So soll etwa von Prag aus über Budweis der Ausbau einer zweispurigen Hochleistungsstraße erfolgen, die Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde erlaubt. Bisher sind maximale Reisegeschwindigkeiten von 70 bis 90 Kilometer pro Stunde möglich. Während in Südböhmen bereits erste Schritte durch ein Widmungsverfahren anlaufen, liege in Oberösterreich hingegen Aufholbedarf vor. „Auf dem besten Weg zu neuen Perspektiven halte ich bilaterale Gespräche mit unserem Nachbarland Tschechien für notwendig, um den Ausbau der Summerauer Bahn zu beschleunigen. Ich unterstütze deshalb einen gemeinsamen Schienengipfel, bei welchem die Entscheidungsträger am runden Tisch Platz nehmen und gemeinsame Zielsetzungen vereinbaren“, sagt Steinkellner.

Bei diesem Schienengipfel sollen tschechische und österreichische Entscheidungsträger aus Bund und Ländern gemeinsame Zukunftspläne und Entwicklungen abstimmen. Der Dialog sollte auch die Wichtigkeit der Tauern- und Pyhrn-Schober-Achse betonen. Diese solle auch in das europäische TEN-T-Netz aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um ein transeuropäisches Eisenbahnverkehrsnetz zur wirtschaftlichen Vernetzung des Kontinents. Derzeit führen bereits einige Korridore durch Österreich. Die Tauernachse könnte für den leichten Güterverkehr infrage kommen, die Pyhrn-Schober-Achse für nationalen Personenverkehr und schwere Güterverkehrsverbindungen zwischen den Balkanländern und dem süddeutschen Raum.

Züge nur im Vier-Stunden-Takt

Derzeit liegt im Personenverkehr Prag-Budweis-Linz ein vierstündiges Takt-Intervall vor. Die Fahrzeiten betragen teilweise über fünf Stunden, weshalb das Angebot laut Steinkellner im Vergleich zu anderen Mobilitätsformen nicht konkurrenzfähig sei. „Mit der Attraktivierung der Summerauer Bahn ergeben sich nicht nur für Oberösterreich, sondern für ganz Österreich und sogar die europäische Union Vorteile“, ist der Landesrat überzeugt. Mayr spricht von einer Unterstützung für Pendler und von einer Reduktion des Transitverkehrs: „Eine attraktivierte Summerauer Bahn würde den Pendlern helfen, den Transitverkehr verringern und damit den Linzer Zentralraum tatsächlich von der LKW-Lawine entlasten. Kontakt mit Bund und ÖBB aufnehmen und dann gemeinsam den Ausbau der Summerauer Bahn umsetzen, das ist der Arbeitsauftrag – und das war auch unser Antrag“, schließt der Grüne Verkehrssprecher.

Grüne Kritik: „Meinungsänderung der FPÖ“

Überrascht von Steinkellners Vorhaben, die Summerauer Bahn auszubauen, zeigen sich die Grünen Oberösterreich. „Es ist eine wundersame, aber durchaus erfreuliche Einsicht, die Verkehrslandesrat Steinkellner hier zeigt. Dass er nun doch die Summerauer Bahn ausbauen will, hören wir Grüne natürlich gerne. Frappant ist nur, dass Steinkellners FPÖ im letzten Landtag einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag der Grünen und damit genau diesen Ausbau der Summerauer Bahn abgelehnt hat. Nach dieser offensichtlichen Meinungsänderung müssen jetzt greifbare Taten folgen: Gespräche mit allen Beteiligten, die Entwicklung eines gemeinsamen Projektes und das Bekenntnis, in Zukunft Schienen zu legen statt Straßen zu betonieren“, sagt der Grüne Verkehrssprecher Severin Mayr. Die Grünen haben im Dezember beantragt, dass das Land gemeinsam mit den ÖBB und der Bundesregierung ein Projekt für die Attraktivierung der Summerauer Bahn in die Wege leiten soll.

UPDATE: Infrastrukturlandesrat weist Kritik zurück

Das Büro Steinkellner weist die Kritik der Grünen vehement zurück. Das Interesse die Summerauer Bahn auszubauen sei nicht neu. Jedoch liege ein Ausbau nicht im Zuständigkeitsbereich des Landes, sondern des Bundes. „Wir haben hier nicht die Möglichkeit“. Dementsprechend sei nun auch der Gipfel mit Teilnahme des Bundes anberaumt. Den Dringlichkeitsantrag der Grünen habe man nur abgelehnt, da sich dieser auch gegen die geplante Linzer Ostumfahrung und die S10 ausgesprochen habe. Für den Bau der Osttangente hatte sich Infrastrukturlandesrat Steinkellner bereits in der Vergangenheit ausgesprochen: „Die Ostumfahrung ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte für Linz und den oberösterreichischen Zentralraum“.

 

 

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