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LINZ/OÖ. Am Montag, 8. März 2021, ist Internationaler Frauentag. Es sei notwendig, sich wieder zu verbünden, um auf die Situation von Frauen aufmerksam zu machen, sagen die SPÖ Frauen OÖ. Sie fordern unter anderem eine Arbeitszeitverkürzung und Lohntransparenz.

Zum Internationalen Frauentag wird unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass unbezahlte Arbeit ungleich verteilt ist. Frauen haben aufgrund von Betreuungspflichten häufiger einen Teilzeitjob als Männer, was sich nachteilig auf die Pensionshöhe auswirkt (Symbolbild). (Foto: Yuganov Konstantin/Shutterstock.com)

Der Internationale Frauentag wird in diesem Jahr zum 100. Mal begangen. Er sei kein Feiertag, sondern ein Auftrag, hält Birgit Gerstorfer, SPÖ-Landesvorsitzende und Sozial-Landesrätin fest. „Wir haben noch viel zu tun für eine Gesellschaft, in der nicht das Geschlecht über die eigene Zukunft entscheidet. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde den Systemerhalterinnen zwar applaudiert, doch weder die Landes- noch die Bundesregierung haben etwas verbessert. Die Unterstützung durch die Regierung blieb aus“, kritisiert die Landespolitikerin. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Frauen scheinbar unsichtbare Arbeit wie Kinderbetreuung erledigen und ungleich höher von finanziellen Risiken betroffen sind als Männer.

Heitz: Für Einkommensunterschied ist nicht nur Teilzeitarbeit verantwortlich

„Fast jede zweite berufstätige Frau in Österreich ist Teilzeit beschäftigt. Das beliebte Argument, dass Frauen nur deswegen schlechter verdienen, gilt aber nicht: Die Lohnschere von 19,5 Prozent gilt nur für Einkommen von Vollzeitbeschäftigten. Schaut man sich aber die Teilzeit an, so gibt es auch hier eine Schere. Nicht nur verdient man mit weniger Arbeitsstunden weniger Lohn – die Stunden sind auch schlechter bezahlt“, sagt SPÖ Frauenvorsitzende Renate Heitz. Grund für Teilzeit sind zu einem Drittel Betreuungspflichten, bei Frauen zwischen 30 und 44 Jahren sind es sogar 68,6 Prozent. Frauen arbeiten wöchentlich durchschnittlich 27 Stunden unbezahlt im Haushalt, in der Kinderbetreuung und in der Pflege. Bei Männern sind es mit 16 deutlich weniger Stunden.

Teilzeitarbeit wirkt sich negativ auf die Pensionshöhe aus. Frauen bekamen laut der Arbeiterkammer 2020 durchschnittlich 42 Prozent weniger Pension als Männer. Weitere Gründe für diesen Unterschied sind die geringe Bezahlung in frauendominierten Berufen wie der Sozialarbeit und im Verkauf sowie die Corona-Arbeitslosigkeit, von der mehr Frauen als Männer betroffen sind. „Wir hören oft, Frauen seien selbst schuld, wenn sie einen „Frauenberuf wählen“ und deshalb schlechter verdienen. Das blendet aus, dass weiblich dominierte Branchen einen hohen gesellschaftlichen Nutzen haben. Es ist nicht die Schuld der Lehrerinnen, Pflegerinnen, Kindergartenpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen, dass sie schlecht bezahlt sind. Schuld ist ein System, dass klar Frauen in allen Bereichen benachteiligt“, betont Heitz. In diesem System seien unter anderem vor allem Alleinerziehende und alleinlebende Pensionistinnen benachteiligt, da sie ein höheres Armutsrisiko als andere Haushaltstypen haben.

Maßnahmen für eine gerechtere Gesellschaft

Um zu einer gerechteren Gesellschaft zu kommen, fordern die SPÖ Frauen unterschiedliche Maßnahmen. Darunter sind ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr und der Ausbau von Ganztagesschulen, kostenlose ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung, ein steuerfreier Mindestlohn von 1.700 Euro und Arbeitszeitverkürzung. Zudem brauche es Lohntransparenz nach isländischem Vorbild. „Sprechen wir endlich übers Gehalt, darüber dass Frauen für die gleiche Arbeit noch immer deutlich weniger verdienen. Das Geheimnis um Löhne und Gehälter in Österreich hat bisher vor allem zwei Dinge gebracht: Es verstärkt die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern und schwächt die Position von Arbeitnehmerinnen bei Gehaltsverhandlungen“, meinen Gerstorfer und Heitz. In Island gilt seit 1. Jänner 2018 der Equal Pay Act. Unternehmer müssen aktiv nachweisen, dass sie gerechte Löhne unabhängig vom Geschlecht zahlen. Mehr Gleichstellung zwischen Männern und Frauen soll auch die geforderte Arbeitszeitverkürzung, etwa in Form einer 4-Tage-Woche, bringen. Dabei haben Gerstorfer und Heitz 95 Prozent Gehalt bei 80 Prozent Arbeitszeit vor Augen.

Aktionen zum Internationalen Frauentag

„Es ist notwendig, uns wieder zu verbünden, um verstärkt auf die Situation von Frauen aufmerksam zu machen - über ideologische und Parteigrenzen hinweg. So hat sich das Bündnis 8. März OÖ wieder zusammengeschlossen und kämpft heute stärker und größer denn je für eine gerechte Gesellschaft“, schließt Heitz. Das Bündnis 8. März trifft sich wie berichtet am Montag von 10 bis 12 Uhr auf dem Hauptplatz in Linz. Im Laufe des Frauentages sind weitere Veranstaltungen wie die Demonstration des Bündnisses Do It Yourself: Frauentag Linz (16.30 Uhr vor dem Musiktheater) geplant.


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