Neos, SPOÖ und Kinderfreunde OÖ fordern bessere Bedingungen für Kinderbetreuungseinrichtungen
LINZ/OÖ. Am Dienstag, 1. Juni 2021, ist Weltelterntag. Anlässlich dazu weisen die SPOÖ und die Kinderfreunde OÖ auf aktuelle Herausforderungen für Familien und Kinderbetreuungseinrichtungen hin. Es brauche unter anderem mehr Geld und Wertschätzung für Kinderbetreuungseinrichtungen, Präventionsprogramme gegen Mobbing sowie kostenlose Laptops für Kinder ab der dritten Schulstufe. Update (1.Juni): Die Neos OÖ schließen sich einem Teil der Forderungen an.

Mutter oder Vater zu sein bedeute, eine enorme Verantwortung zu übernehmen, hielten die SPOÖ und die Kinderfreunde OÖ bei einer Pressekonferenz am Montag fest. Spätestens seit der Corona-Pandemie sei klar, dass vor allem Frauen „die Superheldinnen des Alltags“ seien. Sowohl Job als auch Kinderbetreuung, Haushalt und gegebenenfalls Unterstützung beim Lernen der Kinder hätten unter den Hut gebracht werden müssen. Umso bedeutender sei daher ein guter Kinderbetreuungsplatz. „Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig elementarpädagogische Einrichtungen für unsere Gesellschaft sind. Kinderbildungseinrichtungen sind systemrelevant und genau so müssen sie auch behandelt werden – mit mehr Geld und vor allem auch mehr Wertschätzung. Es ist jetzt notwendig, diese Arbeit so zu organisieren, dass immer, überall, kostenlos und für alle Kinder die beste Bildung angeboten werden kann“, fordert der Vorsitzende der Kinderfreunde Oberösterreich Roland Schwandner.
Soziale Kontakte fallen Kindern schwerer
Durch die Pandemie seien viele neue Herausforderungen im Bildungsbereich entstanden. So habe sich etwa das Verhalten der Kinder verändert, es falle ihnen schwerer, wieder soziale Kontakte zu haben. Zudem seien bereits bestehende Probleme deutlicher geworden wie zu viele Kinder in einer Gruppe oder zu hohe Anforderungen an das Personal in Kinderbetreuungseinrichtungen. Um auf die Rahmenbedingungen in Kindergärten und Krabbelstuben aufmerksam zu machen, führen die Kinderfreunde Oberösterreich derzeit die Kampagne „Mehr Knödel für unsere Kindergärten“ durch. Auf der dazugehörigen Webseite wurden unter anderem Unterstützungsvideos sowie eine Petition veröffentlicht. Letztere fordert beispielsweise einen Betreuungsplatz für jedes Kind und zusätzliche Mittel in der Höhe von mindestens einer Milliarde Euro. Weitere Forderungen der Kampagne sind etwa eine kleinere Gruppengröße, mehr Gehalt für das pädagogische Personal, die kostenlose Verpflegung aller Kinder und mehr Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern.
Gerstorfer und Eypeltauer sprechen sich für Rechtsanspruch auf Platz in Kinderbetreuungseinrichtung aus
Unterstützung für die Anliegen der Kinderfreunde OÖ sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) zu. „Ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer kostenlosen, ganzjährigen Kinderbildungseinrichtung ab dem ersten Lebensjahr muss unser Ziel für die oberösterreichischen Familien sein. Mit einer Summe von 150 Millionen Euro könnten 18.500 neue ganztägige Kinderbildungsplätze geschaffen werden. Insgesamt 35.000 Kinder würden davon profitieren. Das ist Geld, das wir gerne investieren sollten, denn es schafft unseren Kindern eine Zukunft und unserer Wirtschaft Aufträge“, meint die Landespolitikerin. Die Neos OÖ schließen sich der Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kinderbildungseinrichtung an: „Der Rechtsanspruch soll allerdings nicht mit dem Kindergarten beendet, sondern soll auch in der Schule in Form eines Hortbetreuungsplatzes fortgeführt werden. Dazu braucht es aber auch einen qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung. Kinderbetreuungseinrichtungen sind für uns Neos nicht ‚Aufbewahrungsstätten‘ für Kinder, sondern die ersten Bildungseinrichtungen“, hält Neos Landessprecher Felix Eypeltauer in einer Aussendung fest. Er wolle sich ab Herbst im Landtag dafür einsetzen, dass Nachmittagsbetreuung für Kinder wieder ausgebaut werde.
Herausforderungen würden jedoch nicht nur bei Kindergärten und Krabbelstuben bestehen, sondern auch bei Horten und Schulen. Hier nennt Gerstorfer Aufholbedarf bei Digitalisierung und die Zunahme von Mobbing im Netz. Als Gegenmaßnahmen zu Mobbing seien umfassende finanzielle Ressourcen, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Sanktionen gegen Täter und Präventionsprogramme nötig. In puncto Digitalisierung sollten sowohl das pädagogische Personal als auch die Schüler mit Laptops ausgestattet werden. „Der Laptop ist das Schulbuch des 21. Jahrhunderts. Und was Kreisky damals für die Kinder ermöglicht hat, müssen wir heute wieder leisten. Jedes Kind ab der dritten Schulstufe muss einen kostenlosen Lern-Laptop bekommen“, ist Gerstorfer überzeugt. Kein einziges Kind sollte auf seinem Bildungsweg zurückgelassen werden. Alle würden die besten Chancen verdienen.


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