OÖ. Landtag tritt gemeinsam gegen Atomkraft auf

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Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 27.01.2022 14:22 Uhr

OÖ/LINZ. Auf Initiative der Grünen ist im OÖ. Landtag am Donnerstag mit den Stimmen aller im Landtag vertretenen Parteien eine „Gemeinsame Erklärung“ für ein atomfreies Europa gefasst worden. Der Bevölkerung will man damit auch signalisieren, dass trotz unterschiedlicher Positionen in zentralen Zukunftsthemen gemeinsam gehandelt wird.

Anstoß für die „Gemeinsame Erklärung“ waren die EU-Pläne, Atomkraft als nachhaltig einzustufen. Mit der Erklärung müssen sich alle Abgeordneten zum Ziel eines atomkraftfreien Europas bekennen und sich dazu verpflichten, für dieses Ziel zu arbeiten.

„Widerstand ist kein Selbstläufer“

„Oberösterreich ist eine Speerspitze im Kampf gegen die Atomkraft. Dabei muss es bleiben. Daher war es uns Grünen wichtig, mit dieser gemeinsamen Erklärung ein deutliches Signal zu setzen. Dafür zu sorgen, dass auf diesem gemeinsamen Anti-Atombewusstsein kein Staub ansetzt. Denn der Widerstand gegen die Atomkraft ist kein Selbstläufer, sondern muss agil, lebendig und zielgerichtet bleiben. Etliche europäische Staaten arbeiten an einer Renaissance und sogar an einem Ausbau der Atomkraft, als hätte es Tschernobyl und Fukujima nie gegeben. In dieser Entwicklung ist es umso wichtiger, dass Oberösterreich geschlossen dagegenhält. Gegen eine Technologie, die nicht nur bedrohlich, unkalkulierbar und teuer ist, sondern auch die Umstellung auf wirklich klimafreundliche und nachhaltige Energieformen behindert“, so die Grüne Anti-Atomsprecherin LAbg. Ulrike Schwarz.

„Pläne verantwortungslos“

„Der Kampf gegen Atomkraft ist in Oberösterreich seit jeher geprägt von einem starken Miteinander und verlangt unsere ständige Aufmerksamkeit. Gerade in Zeiten, wo auf europäischer Ebene falsch abgebogen wird, wollen wir mit der ‚Gemeinsamen Erklärung‘ ein starkes Zeichen gegen die unsaubere Atomenergie setzen. Der Fokus der Energieversorgung muss ganz stark auf erneuerbare Energien gelegt werden“, unterstreicht OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel. FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr ergänzt: „Die Bestrebungen der EU-Kommission sind verantwortungslos. Atomenergie unter dem Deckmantel der Energieneutralität zu forcieren, lehnen wir entschieden ab. Ebenso inakzeptabel sind Atommüllendlager in Grenznähe. Daher treten wir in Oberösterreich diesen brandgefährlichen Atomförderplänen geschlossen entgegen.“

„Tickende Zeitbomben“ 

„Die Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl haben gewiesen, dass Atomkraftwerke eine tödliche Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen. Atommüll-Endlager sind tickende Zeitbomben und belasten die Erde nachhaltig. Daher braucht es statt einer Förderung von Atomenergie einen geordneten Ausstieg aus der Atomkraft. Dieser Ausstieg ist möglich, wenn der Geldhahn für die Atomenergie abgedreht wird. Deshalb trete ich für den Ausstieg aus Euratom ein“, so SPÖ-Klubvorsitzender Michael Lindner.

MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner: „Atomkraft bedroht Leben und Gesundheit von Menschen sowie Umwelt und Natur, belastet Generationen mit strahlendem Müll, ist ineffizient, inkompatibel mit Erneuerbaren Energien und zudem die teuerste Art, Strom zu erzeugen. Wir forcieren daher die Reduktion von Atomstromimporten mit dem Ziel der österreichischen Energieautonomie und fordern die Offenlegung von Stromproduktion und Stromhandel, um Klarheit zu schaffen, wer vom Stromverbrauch der Österreicherinnen und Österreicher profitiert.“

„Auch gemeinsam bei erneuerbaren Alternativen auftreten“ 

„Atomkraft ist teuer, und die Frage der Atommüllendlagerung ist ungeklärt. Atomkraft ist nicht nachhaltig. Das sieht auch der Markt so: Kein privater Versicherer der Welt würde ihr Risiko ohne massive Staatsgarantien und Staatsausgaben versichern. Wenn wir uns aber heute gemeinsam gegen Atomkraft in Europa aussprechen, müssen wir auch gemeinsam für mehr Kraftanstrengungen bei den erneuerbaren Alternativen auftreten. Österreich hat das Zeug dazu, zu zeigen, dass es für die Energiewende für eine wettbewerbsfähige Industrie in der Zukunft keine Betonmeiler braucht“, so auch Neos-Klubobmann Felix Eypeltauer.

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