„Atomkraft ist schlichtweg zu gefährlich“ - neues Anti-Atom-Maßnahmenpaket präsentiert

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Nicole Dirnberger Tips Redaktion Nicole Dirnberger, 08.03.2022 13:00 Uhr

OÖ. Es sei das allererste Mal, dass die oberösterreichische Bevölkerung einen Krieg miterlebt, wo auch Atomkraft im Spiel ist. Das kann verheerende Folgen für unseren Kontinent haben und müsse uns in höchste Alarmbereitschaft versetzen, sagt Stefan Kaineder, Landesrat für Klima und Umweltschutz. 

Wenn wir wollen, dass Energie von diktatorischer Kraft unabhängig wird, dann müsse man auf erneuerbare Energie setzen, so der Landesrat für Klima- und Umweltschutz Stefan Kaineder. Die Atomkraft sei schlichtweg zu gefährlich. „Diese Gefahr dürfen wir auch unseren Kindern und Enkelkindern nicht antun.“ „Die Atomkraftwerke werden zum Spielball der Macht“, sagt Gabriele Schweiger vom Verein „atomstopp - atomkraftfrei leben“ und setzt fort: „Dafür haben wir immer gewarnt - so jetzt sehen wir's.“ Sie sehe es als Auftrag noch mehr Druck zu machen. 

Neues Maßnahmenpaket präsentiert

Die OÖ Landesregierung unterstützt seit vielen Jahren die Bemühungen von NGOs auf oberösterreichischer wie tschechischer Seite im Einsatz gegen die Gefahren von Atomkraft. Dies mündet in einen Beschluss der Landesregierung für ein neues Anti-Atom-Maßnahmenpaket, das am Montag von Landesrat Kaineder in der Regierung eingebracht wird und die Förderung der Aktivitäten der Antiatom-Vereine ermöglicht. Im Zentrum steht die gemeinsame Arbeit für einen schrittweisen, europaweiten Atomausstieg. 

Die Vereine werden sich im Rahmen des Maßnahmenpaketes 31 weiterhin auf die Aktivitäten gegen den Ausbau von Temelin und Dukovany konzentrieren, der im nationalen Aktionsplan zur Entwicklung der Kernenergie in Tschechien vorgesehen ist. Die Informationsarbeit in Tschechien soll verstärkt fortgeführt werden. Wie bereits in den Vorjahren stellt die koordinierte Abwicklung von rechtlichen Schritten einen wichtigen Schwerpunkt des aktuellen Maßnahmenpaketes dar. 

Bewusstseinsbildung und verstärkte Vernetzung

Bei der NGO-Arbeit auf EU-Ebene stehen weiterhin die Bewusstseinsbildung und die verstärkte Vernetzung neben den Bestrebungen zum europaweiten Atomausstieg im Vordergrund. Ebenso konzentriert sich die Tätigkeit der NGOs auf eine Reform des Euroatom-Vertrags, ein Verbot von Subventionen für Atomkraft und auf die Thematik der Haftpflicht für Atomkraftwerke in Europa. 

Ukrainische Atomkraftwerke: keine akute Bedrohung

Derzeit besteht keine akute Bedrohung für die Oberösterreicher. Die ukrainischen Atomkraftwerke befinden sich in einer Entfernung zwischen 700 und 1.300 Kilometern. Erst bei schweren Unfällen wie einem Störfall mit Kernschmelzen im Reaktorkern könnten sehr große Freisetzungen mit einer anschließenden direkten Verfrachtung radioaktiver Luftmassen nach Österreich von Relevanz sein.

„Nachdem es vermehrt Berichte über den Kauf von Kaliumjodtabletten gibt, möchte ich daher auch die Gelegenheit nutzen und davor warnen, diese ohne vorherige Anordnung der Gesundheitsbehörden einzunehmen. Für Personen über 40 Jahren, für die eine Einnahme nicht vorhergesehen ist, besteht das Risiko von schweren Nebenwirkungen“, so Landesrat Kaineder. 

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