OÖ Seniorenbund mit SOS-Ruf an neuen Sozialminister
OÖ. Am Dienstag wurde der neue Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt. Der OÖ Seniorenbund richtet gleich einen „SOS-Ruf“ an ihn: Es brauche jetzt eine Lösung für die Pflege.

„Es liegt alles am Tisch, es bedarf keiner Analysen, Statusberichte oder Konzepte mehr – es ist vollkommen klar, wo rasch Lösungsschritte gesetzt werden müssen“, so Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner.
Sie fordern
- Änderungen in der Ausbildung, damit mehr Personal zur Verfügung steht. „Es darf kein Dauerzustand sein, dass 600 Betten in den Alten- und Pflegeheimen freistehen, obwohl lange Wartelisten existieren, weil das Personal fehlt. Eine rasche Einführung der Pflegelehre ist das Gebot der Stunde.“
- Unterstützung von pflegenden Angehörigen, damit jene Menschen entlastet werden, die das Gesamtsystem zu mehr als 80 Prozent tragen.
- Mobil vor stationär: „Seit 2016 dreht sich die Pflege laut offiziellen Statistiken wieder Richtung stationär“. Es müsse dringend – insbesondere die 24 Stunden-Hilfe – finanziell attraktiv gestaltet werden, vor allem im Interesse der öffentlichen Geldgeber.
Pflegeregress: Abschaffung brachte zusätzlichen Schub
Vor allem der letzte Punkt ist den beiden wichtig. „Seit 2016 ist der Ausgabenzuwachs in der stationären Pflege größer, als die Gesamtausgaben der mobilen Pflege. Die Abschaffung des Pflegeregresses für stationäre Einrichtungen im Jahr 2018 sorgte hier für diesen zusätzlichen Schub. Auch wir haben uns für die Abschaffung des Pflegeregresses eingesetzt, der auch Ungerechtigkeiten beinhaltet hat, jedoch muss man aber auch die Nebenwirkungen bedenken“, betont Pühringer.
„Die Kosten pro betreute Person und Jahr zeigen deutlich, wie fatal diese Entwicklung volkswirtschaftlich ist: Über 35.000 Euro für die stationäre Pflege stehen knapp 4.400 Euro für die Versorgung mit Hauskrankenpflege und Heimhilfe gegenüber“, stellt er die jährlichen Kosten gegenüber.
Eine WIFO-Studie aus 2019 zur Pflege habe festgehalten: „Wer in den bedarfsgerechten Ausbau der Versorgung zu Hause investiert, drosselt das Tempo des wachsenden Personalbedarfes, senkt die Pflege- und Betreuungskosten und gewährleistet Versorgungssicherheit!“, so Pühringer und Ebner.


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