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OÖ. Der Krieg in der Ukraine hat auch drastische Auswirkungen auf die Landwirtschaft vor Ort, damit auch für die Versorgung der ukrainischen Bevölkerung und in weiterer Konsequenz für jene Länder, die Lebensmittel aus der Ukraine importieren. Aus Oberösterreich wurden nun 105 Tonnen Saatgut geliefert.

Schatzmeister Lions-Distrikts 114 Hubert Hartl, Lions Zonenleiterin der Zone Linz Anke Merkl, SAATBAU-Geschäftsführer Josef Fraundorfer, RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller, Landtagspräsident Max Hiegelsberger, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Obmann Lagerhaus-Genossenschaft Innviertel-Traunviertel-Urfahr Ludwig Hubauer, Ziegenzuchtverband-Geschäftsführer Josef Stöckl, Lagerhaus Eferding-OÖ Mitte-Geschäftsführer Johann Auer und Oberösterreichische Versicherung-Generaldirektor Othmar Nagl (v. l.) (Foto: Saatbau Linz)

Die Ukraine als „Kornkammer Europas“ verfügt über 42 Millionen Hektar Ackerland (Österreich: 1,32 Millionen Hektar). Die Ukraine und Russland gehören zu den größten Agrargüterexporteuren der Welt. Bei Mais, Weizen, Rapsöl und Sonnenblumenöl befinden sich Russland und Ukraine jeweils unter den stärksten Exportländern und ernähren mit ihrer landwirtschaftlichen Produktion große Teile der Bevölkerung in Nord-, Ost- und Westafrika als auch in Asien. Die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) geht in einer ersten Schätzung davon aus, dass die Zahl mangelernährter Menschen infolge des Krieges in der Ukraine global um sieben bis 13 Millionen steigen könnte.

Saatgut für Ukraine

„Mit einer Saatgut-Lieferung im Ausmaß von gut 100 Tonnen zur Kultivierung von knapp 2.700 Hektar Ackerland leistet Oberösterreich einen weiteren und nachhaltigen Beitrag zur Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung und zur Verminderung zukünftiger Hungerkrisen“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landtagspräsident Max Hiegelsberger (beide ÖVP). „Die Lieferung von Saatgut steht auch als Symbol für eine hoffentlich baldige friedliche Entwicklung sowie für eine nachhaltige Unterstützung aus Oberösterreich für die Ukraine. Ein großes Dankeschön gilt allen Partnern der Aktion, mit denen gemeinsam die Finanzierung in Höhe von gut 185.000 Euro aufgestellt werden konnte.“

In Absprache mit Vize-Landwirtschaftsminister Taras Dzoba werden Mais, Weizen, Soja und Sonnenblumen-Saatgut geliefert. „Die ukrainische Seite konnte uns sehr schnell und genau Auskunft geben, bei welchen Kulturen noch Saatgut fehlt. Da auch landwirtschaftliche Infrastruktur wie Lagerhallen zerstört wurde, konnten 1,3 Millionen Hektar an fruchtbarem Ackerland noch nicht kultiviert werden. Das ist in etwa die gesamte Ackerfläche Österreichs. Es freut mich sehr, dass wir seitens Oberösterreich nun gezielt helfen und rechtzeitig für den Anbau von Soja, Mais und Sonnenblume das entsprechende Saatgut liefern können“, so Landtagspräsident Hiegelsberger.

Zahlreiche Unterstützer

Fünf mit insgesamt gut hundert Tonnen Saatgut beladene LKWs brachen diese Woche vom Gelände der SAATBAU in Linz-Leonding auf in Richtung Lemberg. Das Saatgut im Wert von rund 185.000 Euro, zum Selbstkostenpreis von der Firma SAATBAU zur Verfügung gestellt, wird den Anbau auf rund 2.700 Hektar Land ermöglichen. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium nimmt das Saatgut in Lemberg entgegen und verteilt es an Landwirte.

Neben dem Land Oberösterreich mit Mitteln aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit finanzieren auch namhafte heimische Unternehmen und Organisationen aus Oberösterreich das Saatgut: Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, SAATBAU Linz, Ziegenzuchtverband OÖ, Oberösterreichische Versicherung AG, OÖ Lagerhausgenossenschaften, Lions Distrikt Mitte, Lions Multidistrikt 114.


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