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OÖ. Jugendliche haben eine starke Innovationskraft, werden jedoch oft nicht gehört. Damit die Ideen und Bedürfnisse der jungen Oberösterreicher künftig mehr in die Entscheidungen der Gemeinden integriert werden, wurde nun ein Angebot vom Land OÖ gemeinsam mit der SPES Zukunftsakademie erarbeitet. Mithilfe von Umfrage-Tools und angepassten Workshops können die Jugendlichen jetzt in ihrer Gemeinde mitreden.

Jugend-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, Jugend-Expertin Tamara Wintereder (SPES Zukunftsakademie) und Bürgermeisterin Nicole Zehetner-Grasl stellten die Angebote für die kommunale Jugendarbeit vor. (Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr)

Die Wahl im Herbst 2021 zeigte, dass eine Aufbruchstimmung in der jungen Generation herrscht. Waren es nach der Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 nur zehn Bürgermeister im Alter von unter 35 Jahren, sind es nun bereits 26. Mit Nicole Zehetner-Grasl, seit Herbst Bürgermeisterin in der Gemeinde Hofkirchen im Traunkreis (Bezirk Linz-Land), kommt nun auch die jüngste Bürgermeisterin Österreichs aus Oberösterreich. „Ein junger Mensch kommt leichter zum Reden, wenn das Gegenüber im gleichen Alter ist. Wir haben versucht junge Leute in den Gemeinderat zu bekommen, um so die Meinung der Jugendlichen abzuholen“, so die junge Ortsschefin über die Gemeinderatsarbeit in ihrer Gemeinde.

1.670 Gemeinderäte unter 35 Jahren zählt das Land Oberösterreich, was ein deutliches Zeichen für Jugend-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer ist: „Das zeigt: junge Menschen wollen mitreden, wenn es um ihre Zukunft geht. Daher haben wir in den vergangenen Monaten ein Paket mit Angeboten und Maßnahmen geschnürt, wie die Gemeinden auf ihre jungen Bürger und Bürgerinnen noch besser zugehen und sie, gerade nach der Corona-Zeit, verstärkt einbinden können.“

Ideen visualisieren

Gemeinsam mit der SPES Zukunftsakademie wurde die neue „Oö. Jugendwerkschaft“ entwickelt, um jugendlicher Innovation eine Stimme zu geben. Gemeindeverantwortliche sollen dabei direkt mit Jugendlichen Ideen sammeln und Projekte ausarbeiten. Dafür steht auch ein eigenes Online-Tool für Jugendbefragungen zur Verfügung. Gemeinsam entwickeln die Jugendlichen konkrete Lösungen zu einem relevanten Thema. Hier kommen Elemente des „Design Thinking“ zum Einsatz, eine systematische Herangehensweise bei der die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer im Zentrum stehen, wie Tamara Wintereder, Expertin für Bürgerbeteiligung (Schwerpunkt Jugendliche) in der SPES Zukunftsakademie erklärt: „Die innovative Kraft der Jugendlichen soll visualisiert werden. Beispielsweise haben wir mit Jugendlichen gerade die Idee für einen Jugendtreff in 3D geplant. In der Zielgruppe der Jugendlichen liegt eine große Innovationskraft, ein Ideenreichtum, wie ein Schatz, der auch gehoben werden muss. Die Jugend ist die Generation der Zukunft und wir, die Gesellschaft, die Gemeinden, brauchen dieses Potenzial ganz dringend. Junge Menschen, die von klein auf gelernt haben, sich einzubringen, aktiv mitzugestalten, ihre Meinung auszusprechen, werden sich auch im Erwachsenenalter verstärkt für die Gestaltung ihrer Umgebung einsetzen“, so Wintereder.

Prototypen erstellen und präsentieren

Die Jugendbefragung erfolgt online mittels QR-Code. Diese wird maßgeschneidert auf die Gemeindebedürfnisse konzipiert. In der Jugendwerkstatt, einem vierstündigen Workshop, arbeiten die Jugendlichen dann konkret an einem Thema und stellen ihre Lösungen anhand unterschiedlicher Materialien plastisch dar. Ein sogenannter Prototyp entsteht. Mögliche Themen können sein: Jugendtreff, Freizeitangebot, öffentlicher Raum, Engagement in der Gemeinde, Mobilität und Klima. Anschließend an den Workshop präsentieren die Jugendlichen vor den Gemeindeverantwortlichen (Bürgermeister, Jugendausschuss,...) ihre Ergebnisse.Als Abschluss erhält die Gemeinde einen schriftlichen Maßnahmenplan für die konkrete Weiterarbeit im Jugendausschuss. Die Gesamtkosten belaufen sich für die Gemeinde auf 2.500 Euro, wobei das Land OÖ 25 Prozent fördert.

Auszeichnung als „Junge Gemeinde“

Außerdem wird ein Lehrgang zum „Gemeindejugendexperten“ angeboten. Der Erste hat bereits gestartet und ist vollständig ausgebucht, etwa 20 Personen machen mit. Weitere Lehrgänge sind bereits geplant. Die Zielgruppe sind neugewählte Gemeinderäte, Bürgermeister und Amtsleiter. Ein weiterer Teil des Maßnahmenpaketes ist die Auszeichnung zur „Jungen Gemeinde“. Die Ausschreibung dazu erfolgt im Herbst. Das Land OÖ will jene Gemeinden vor den Vorhang holen, die auch auf kommunaler Ebene die Jugendarbeit bewusst nach vorne rücken.„Nach zwei Jahren Corona ist ein Aufschwung zu spüren und den nutzen wir jetzt für die Neuausrichtung der Jugendarbeit“, betont Jugend-Landesrat Hattmannsdorfer. Aufgrund der sinkenden Zahlen und den Öffnungen der letzten Wochen können die oö. Gemeinden nun in der kommunalen Jugendarbeit durchstarten und die Ideen ihrer jungen Bürger umsetzen.


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