Millionenschweres Investitionspaket für Oberösterreichs Spitäler, Ausbau der niedergelassenen Versorgung

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Jürgen Affenzeller Tips Redaktion Jürgen Affenzeller, 20.05.2022 14:44 Uhr

OÖ. Das Land Oberösterreich und die Österreichische Gesundheitskasse in OÖ haben am Freitag die Ergebnisse des Regionalen Strukturplan Gesundheit Oberösterreich 2025 vorgestellt. Neben zahlreichen Investitionen in die Spitäler wir darin auch der Ausbau der Niedergelassenen Versorgung angepeilt.

Das Land Oberösterreich und die Österreichische Gesundheitskasse in Oberösterreich haben unter Einbindung aller Krankenhausträger sowie interner und externer Experten den Regionalen Strukturplan Gesundheit Oberösterreich 2025 – kurz RSG OÖ 2025 – erarbeitet. Dieser wurde nun evaluiert und zum 2. RSG OÖ 2025 weiterentwickelt. Der 2. RSG OÖ 2025 soll insbesondere die rechtliche Grundlage für notwendige Weiterentwicklungen im Spitalsbereich schaffen, die sich seit Beschluss des RSG OÖ 2025 im November 2019 ergeben haben.

„Der Plan ist jezt fertig und geht nach Wien. Dort wurde uns bereits Zustimmung dafür signalisiert, es wird allerdings ein paar Wochen lang dauern“, beschreibt Gesundheitslandesrätin Christina Haberlander.

16 neue Normalpflegebetten, 6 neue Intensivbetten

Der 2. RSG OÖ wurde durch das Land OÖ (Abteilung Gesundheit) und die ÖGK (Landesstelle OÖ) in Abstimmung mit den Krankenhäusern gemeinsam erarbeitet. Einbezogen wurden auch Interessensvertretungen wie Ärztekammer, Zahnärztekammer und Wirtschaftskammer im Rahmen eines Stellungnahme-Verfahrens sowie das Gesundheitsministerium.                                                                     

Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklungen wurden Hochrechnungen erstellt, die darstellen, welche medizinischen Leistungen in welchem Umfang künftig beispielsweise im stationären Bereich in Anspruch genommen werden. Insgesamt sind in der Planungsmatrix des 2. RSG OÖ 53 ambulante Betreuungsplätze, 16 Normalpflegebetten, 6 Intensivbetten und 10 Dialyseplätze neu vorgesehen. Der Beschluss erfolgte heute durch die Landeszielsteuerungskommission.

Die wichtigsten Projekte aus dem Strukturplan:

Ambulanzbereich – neue Angebote, Erweiterungen

  • Plastische Chirurgie: Kepler Universitätsklinikum (KUK)
  • dislozierte Terminambulanz Augen: Gmunden
  • dislozierte Terminambulanzen Urologie: Gmunden und Braunau
  • dislozierte Terminambulanz Innere Medizin: Sierning

  • Erstversorgungseinheiten (EVE):

 Kirchdorf, Freistadt, Schärding, Rohrbach, Gmunden, Bad Ischl

+ 11 ambulante Betreuungsplätze für längere Aufenthalte (6-24h) in diesen Bereichen

  • Dialyse: 10 zusätzliche Plätze im KUK und Ordensklinikum Linz Elisabethinen

  • Onkologie: 16 zusätzliche ambulante Betreuungsplätze an diversen Standorten

  • Psychiatrie: 25 Plätze für die tagesambulante Versorgung

Tageskliniken

  • dislozierte Tagesklinik Urologie: Bad Ischl (neu)
  • dislozierte Tagesklinik Uroglogie: Braunau (neu)
  • dislozierte Tagesklinik Augen: Schärding (Ausbau)

Normalpflege

Zusätzliche 16 Normalpflegebetten in den Bereichen Urologie, Dermatologie, Stammzelltransplantation, Augenheilkunde und Psychiatrie

  • Urologie: + 7 (Vöcklabruck, Bad Ischl, Braunau)
  • Dermatologie: + 3 (Ordensklinikum Linz Elisabethinen)
  • Stammzelltransplantation: + 2 (Ordensklinikum Linz Elisabethinen)

  • Augen: + 1 (Schärding)

  • Psychiatrie: + 4 (Neuromed Campus KUK)

Intensivpflege

 Zusätzliche Intensivbehandlungsbetten (ICU) und zusätzliche Intensivüberwachungsbetten (IMCU), u.a.:

  • Klinikum Wels-Grieskirchen (KWG): am Standort Grieskirchen „Upgrading“ aller 4 IMCU-Betten in ICU-Betten, + 1 ICU-Bett am Standort Wels
  • Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern: + 2 IMCU-Betten

Zentren

  • Standortübergreifendes Referenzzentrum für Stammzelltransplantation Ordensklinikum Linz Elisabethinen und Kepler Universitätsklinikum (KUK), Zelltherapie (CAR-T-Zellen) auch am Standort KUK
  • Standortübergreifendes Kinderorthopädisches Zentrum Kepler Universitätsklinikum, Klinikum Wels-Grieskirchen, Ordensklinikum Linz Barmherzigen Schwestern

Großgeräte

  • 1 zusätzliches PET-CT-Gerät im Klinikum Wels-Grieskirchen in Kooperation mit dem Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried
  • 1 zusätzliches CT-Gerät im KH Sierning

Neubau Ausbildungszentrum Klinikum Wels-Grieskirchen, Standort Wels

Am Klinikum-Standort Wels ist ein Neubau des Ausbildungszentrums geplant. In fünf Geschoßen sollen die einzelnen Ausbildungsbereiche der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege des Klinikums Wels-Grieskirchen und des Campus Gesundheit der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH mit Hörsälen, Übungsräumen, Aufenthaltsbereichen und einem Verwaltungsbereich angesiedelt werden. Im Dachgeschoss wird die Technikzentrale untergebracht. Investiert werden rund 24,1 Millionen Euro. Dadurch kann eine zukunftsgerechte Ausbildung von Pflegepersonen und Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten gewährleistet werden.

KUK: Errichtung des neuen Kindertraktes sowie der zentralen Betriebsküche am Med Campus

Gerade die Versorgung der jüngsten Patientinnen und Patienten braucht optimale Rahmenbedingungen. Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene, deshalb muss auch die Umgebung, in der sie behandelt und gesund werden, andere Voraussetzungen erfüllen. Rund 220 Millionen Euro wird das Land Oberösterreich deshalb im Zuge eines großen Infrastrukturpaketes in den Neubau des Kindertraktes mit Pflege- und Intensivstationen, Ambulanzen, Endoskopiezentrum, OP und Radiologie sowie einer Zentralküche am Kepler Universitätsklinikum investieren.

Masterplan Klinikum Freistadt

Am Klinikum Freistadt sind eine Sanierung, ein Umbau sowie ein Zubau mit Neuerrichtung von OP und Intensivstation westlich des Bestandsgebäudes geplant. Die Kosten werden voraussichtlich rund 23,7 Millionen Euro betragen. Damit wird u.a. zusätzlichen Anforderungen im Rahmen des RSG 2025 Rechnung getragen, wie eine Unterbringung der neuen Palliativbetten und der Akutgeriatrie. Auch die Notversorgung in Bezug auf Infektionen unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der COVID-19-Pandemie soll sichergestellt werden.  

Masterplan Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf

In Kirchdorf sind Sanierung und Umbau sowie ein Zubau im Bereich der Radiologie und der Endoskopie/Schmerzambulanz geplant, sowie die Etablierung der gemäß RSG vorgesehenen Betten für Remobilisation/Nachsorge und Palliativ. Die Kosten betragen voraussichtlich 19,5 Millionen Euro. Ziel ist die Schaffung von modernen, multifunktionalen räumlichen Strukturen, um den Entwicklungen in der Medizin Rechnung zu tragen (z.B. Trend Richtung Tagesklinik, Trennung Akut und Elektiv etc.).

Masterplan Klinikum Schärding

In Schärding ist ebenfalls die Schaffung von modernen, räumlichen Strukturen geplant (z.B. Aufbereitung Endoskopie, Infektiöse Wartezone,...). Auch die Etablierung von Verschränkungsmodellen soll ermöglicht werden, um den Entwicklungen in der Medizin Rechnung zu tragen. Dazu kommen notwendige Räume für die Ausbildung. Die Kosten werden voraussichtlich rund 6,8 Millionen Euro betragen.

Ordensklinikum Linz Elisabethinen – Neubau Stammzellentransplantation

Im Ordensklinikum Elisabethinen wurden von 1992 bis 1997 acht Stammzellbetten geschaffen. Das Ordensklinikum Elisabethinen ist seit vier Jahren in Folge das größte Stammzellentransplantationszentrum in Österreich. Da der Bedarf an Behandlungsplätzen weiterhin steigen wird, ist eine Erweiterung auf 10 Betten vorgesehen. Dabei wurde vom Bund zugesichert, dass die Kosten für die zusätzlichen beiden Betten vom Bund bezahlt werden, da die Elisabethinen die überregionale Versorgung (Versorgungsregion Nord) wahrnehmen. Da derzeit eine veraltete Technik vorhanden ist, die Räumlichkeiten auf zwei Stationen aufgeteilt sind und ein Ausbau nicht möglich ist, ist vorgesehen, das Gebäude E-Bau (Elisabethstraße 3-9) aufzustocken. Die Kosten werden voraussichtlich rund 11,5 Millionen Euro betragen.

Ordensklinikum Linz Elisabethinen – Sanierung Stationen, Strukturanpassungen Ambulanzen, Erweiterung Dialyse  

Die vorhandenen Die vorhandenen Patientenzimmer und Funktionsräume entsprechen nicht mehr den Hygienestandards und den Brandschutzvorschriften. Die Generalsanierung dieses Stockwerkes 7B ist unumgänglich. Durch dieses Investitionsvorhaben werden die Patientensicherheit und Dialysekapazitäten erhöht. Es werden Bedarfsanpassungen in der Endoskopie vorgenommen und Ablaufprozesse verbessert. Es werden Adaptierungen im Bettenbereich der Palliativstation und die Sanierung der Ambulanz vorgenommen. U.a. ist die Erweiterung der Dialyse um 6 Plätze vorgesehen. Voraussichtliche Kosten: 8,95 Millionen Euro.

Linearbeschleuniger für Strahlentherapie in Vöcklabruck

Aufgrund des demografischen Wandels und der Tatsache, dass Krebserkrankungen vorrangig im fortgeschrittenen Alter auftreten, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Krebsdiagnosen auch in Zukunft ansteigen wird. Wachsende Bedeutung kommt dabei sicher den sich stetig verbessernden Diagnose- und Therapieformen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte und somit auch den Behandlungsmöglichkeiten in der Strahlentherapie zu. Im Strahlenzentrum des Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck sollen daher die beiden bestehenden Linearbeschleuniger (LINAC) durch modernere Geräte ersetzt werden. Kosten: 6,1 Millionen Euro.

„Die beschlossenen Strukturanpassungen bedeuten für uns Oö. Ordensspitälern im Sinne der besten medizinischen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten sowohl kurzfristig als auch mittelfristig wichtige Weichenstellungen. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass eine Aufstockung der Intensivbetten eine dringliche Notwendigkeit ist, die nun schnell umgesetzt werden kann. So auch die Aufstockung der Dialyseplätze, um hier den medizinischen Versorgungsbedarf der Bevölkerung zu entsprechen. Um unser Gesundheitssystem effektiv weiterzuentwickeln, ist der Ausbau der Tageskliniken ein wichtiger Faktor, um die Verweildauer in den Spitälern zu verkürzen. Aus hygienischer Sicht begrüßen wir sehr, dass in den Ausbau von Spitalszimmern investiert wird, um die Bettenanzahl pro Zimmer zu reduzieren. Auch hier zeigt uns die Pandemie, wie dringlich eine Weiterentwicklung beim Thema Hygiene ist“, sagt Peter Ausweger, Geschäftsführer Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH.

ÖGK-Pecherstorfer: „Starke Innovationen im niedergelassenen Bereich“

„Oberösterreich hat ein hervorragendes Gesundheitssystem, das wir gemeinsam laufend ausbauen und weiterentwickeln. Das Rückgrat einer guten Gesundheitsversorgung ist und bleibt der niedergelassene Bereich. Diesen stärken wir auf allen Ebenen. Wir freuen uns, hier wirklich große Meilensteine und Innovationen präsentieren zu dürfen“, erklärt Michael Pecherstorfer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses.

Neues Servicecenter für Primärversorgung  

„Erst kürzlich hatten wir eine Infoveranstaltung für Medizinstudierende in Linz. Wir waren überwältigt, wie viele angehende Ärztinnen und Ärzte von der Gründung ihrer eigenen Praxis träumen. Das gibt uns Mut und zerstreut so manche Nachwuchssorge. Allerdings: Aus Ärztebefragungen wissen wir auch, dass die Jungmediziner mehr Unterstützung und Beratung bei der Gründung fordern. Und diese Menschen wollen wir unterstützen. Damit aus ihrer Berufung ein wunderschöner Beruf wird“, so Pecherstorfer.

Ausbau der niedergelassenen Versorgung

Die ÖGK will nicht nur neue Ärztinnen und Ärzte fürs Niederlassen gewinnen. Auch das kassenärztliche Versorgungsnetz an sich wird ständig ausgebaut – in der Allgemeinmedizin wie auch im fachärztlichen Bereich. Niedergelassene Vertragsärztinnen und -ärzte für Allgemeinmedizin („Hausärztinnen und -ärzte“) sind in der Primärversorgung in der Regel die erste Anlaufstelle der Patientinnen und Patienten für eine medizinische Basisversorgung, Vorsorgeuntersuchungen, Beratungsgespräche und für eine gezielte Weiterleitung im Gesundheitssystem bei allen gesundheitlichen Problemen. Ihre Tätigkeit können sie im Rahmen einer Einzelpraxis oder in einer Vertragsgruppenpraxis ausüben. Auch neue Zusammenarbeitsmodelle wie „Anstellung eines Arztes/einer Ärztin bei einem Vertragsarzt/einer Vertragsärztin“ oder „Erweiterte Vertretung“ werden seit dem Jahr 2019 angeboten.

In der Allgemeinmedizin sind im aktuellen Stellenplan mit der Ärztekammer für OÖ 703 SOLL-Kassenplanstellen per 31.12.2025 in OÖ vorgesehen. Auch das Versorgungsnetz der Fachärzte soll bis 2025 massiv wachsen – auf 490 Stellen, was einer Steigerung von 10 % entspricht. Explizit wurde auch ein Ausbau der zahnmedizinischen Versorgung im RSG verankert.

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