LH-Stellv. Haberlander zu HPV-Imfpung: "Es gibt eine Impfung gegen Krebs, bitte gehen Sie hin"
OÖ. „Wir sehen, dass die HPV-Impfung in den letzten Jahren besser angenommen wurde“, sagt LH-Stellv. Christine Haberlander. Dennoch sei die Impfquote noch zu wenig. Mit einer HPV-Informationskampagne will man nun in Oberösterreichs Schulen über die Gefahren und die Impfung aufklären.

Schamlippenkrebs, Penis- und Enddarmkrebs, Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum, sowie Gebärmutterhalskrebs - all das sind Krebserkrankungen die das HPV-Virus hervorrufen kann. Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit verbreitet. Im Verlauf ihres Lebens infizieren sich 80 bis 90 Prozent der Menschen mit HPV, ohne dies zu bemerken. Ein Großteil dieser Viren sind Niedrigrisikotypen, die zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich führen können.
Mit der HPV-Impfung könne man sich zwar nicht vor allen Arten von Tumoren und Kazinomen schützen, dennoch sei man sehr wohl sehr gut geschützt, so Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie Ordensklinikum Linz.
Schutz kostenlos
„Es ist notwendig, wichtig und richtig, dass der Schutz kostenlos ist“, sagt Christine Haberlander. Hefler empfiehlt jedem unter 30 Jahren, egal ob Mann oder Frau, eine Impfung. „Österreich ist das erste Land, dass auch Buben mit eingeschlossen hat“, sagt Hefler und ergänzt: „Wir hoffen, dass sich unsere Initiative auszahlt.“
Rachenkrebs sechsthäufigste Krebsart bei Männern
Humane Papilloma Viren zählen mittlerweile auch zu den Hauptrisikofaktoren für Tumore im HNO-Bereich. In Österreich ist jede zweite Tumorerkrankung im Rachenraum auf HPV zurückzuführen. In den USA beträgt dieser Anteil sogar zwischen 80 und 90 Prozent. „Von der Lippe weg bis zum Kehlkopf kann das erfolgen“, sagt Andreas Strobl, Oberarzt und Leiter des Kopf-Hals Tumorzentrums am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern - zumindest was den HNO-Bereich angeht. Dabei sei der Rachenkrebs der sechsthäufigste Krebs bei Männern. Rachenkrebs sei „bei Männern ein wichtiges und steigendes Thema“, so Strobl.
Im Gegensatz zum Gebärmutterhalskrebs können Krebsvorstufen im HNO-Bereich nicht mittels Abstrich frühzeitig erkannt werden. Bei einer Schwellung im Hals solle man hellhörig werden, so Strobl. Auch wenn da der Krebs meist schon deutlich fortgeschritten ist.
HPV-Impfung in Oberösterreich
Gemäß österreichischem Impfplan wird die Impfung für alle Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr empfohlen. Nach oben hin gibt es keine Grenze. Im Alter soll man sich jedoch die Lebensumstände eines jeden Einzelnen ansehen.
Jährlich werden in Oberösterreich etwas 13.000 HPV-Impfungen im Kinderimpfprogramm durchgeführt. Im Rahmen von Schulimpfungen wird die HPV-Impfung kostenlos für alle Schüler der 5. Schulstufe angeboten. Darüber hinaus wird die Impfung für alle Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren an den öffentlichen Impfstellen kostenlos angeboten.
Jugendliche vom vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr können sich seit dem Schuljahr 2021/22 zum vergünstigten Selbstkostenpreis von 60 Euro pro Teilimpfung ebenfalls an den öffentlichen Impfstellen impfen lassen. Bis zum 15. Geburtstag sind zwei Impfungen ausreichend, danach sind drei Dosen für die vollständige Immunisierung erforderlich. Das heißt, bis zum 15. Lebensjahr kostet die Nachholimpfung zweimal 60 Euro, danach dreimal 60 Euro. Ohne diese Vergünstigung kostet die dreiteilige Impfung mehr als 600 Euro.


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