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LINZ. Jahrzehntelang wurde über die Abschaffung der sogenannten „Kalten Progression“, also einer schleichenden Steuererhöhung, diskutiert. Jetzt wird sie umgesetzt – in Linz betrifft das 170.000 Menschen, in gesamt Oberösterreich über 1,1 Millionen.

Die kalte Progression wird mit 1. Jänner 2023 abgeschafft. (Foto: Hans-Joachim Nitschmann/nmann77/stock.adobe.com)

Beschlossen wurde die Abschaffung der kalten Progression auf Bundesebene, die schleichende Steuererhöhung wird mit 1. Jänner 2023 abgeschafft.

Wer sich wieviel an Steuern spart

Das Bundesfinanzministerium rechnet die Entlastung anhand konkreter Beispiele vor: So profitiert etwa eine Pensionistin mit einer Durchschnitts-Pension von 1.582 Euro brutto monatlich durch die Abschaffung der Kalten Progression im nächsten Jahr mit 371 Euro, bis 2026 in Summe mit mehr als 3.700 Euro.

Ein Arbeitnehmer mit einem Medianeinkommen von 3.171 Euro brutto profitiert kommendes Jahr mit 391 Euro, bis 2026 sind es mehr als 4.100 Euro, die er durch die Abschaffung der Kalten Progression spart.

In Linz profitieren 170.000 Menschen

Der Linzer Nationalratsabgeordnete Klaus Führlinger (ÖVP) begrüßt den Schritt. Konkret würden im Bezirk Linz-Stadt mehr als 158.000 Arbeitnehmer und Pensionisten sowie mehr als 12.000 Unternehmer von dieser Maßnahme profitieren. „Unser oberstes Ziel ist, dass die Menschen entlastet werden und ihnen mehr Geld zum Leben übrigbleibt. Vor allem jene, die täglich arbeiten und mit ihren Steuern den Staat aufrecht erhalten haben es sich mehr als nur verdient, dass die Kalte Progression endlich abgeschafft wird“, so Führlinger.

Agenda Austria: Ab 3.151 Euro kein völliger Ausgleich

Der Ökonom Dénes Kucsera des wirtschaftsliberalen Think Tanks Agenda Austria kritisiert, dass die kalte Progression für Personen, die monatlich mehr als 3.151 Brutto verdienen, nach wie vor nicht zur Gänze abgeschafft werde. Ab einem Einkommen von 3.151 Euro brutto im Monat steige die Steuerbelastung 2023 also dennoch an. Die Denkfabrik begrüßt grundsätzlich die Abschaffung, vertritt aber die Meinung, dass jeder Steuerzahler gleich entlastet werden solle.

„Mehr Netto vom Brutto“

Die kalte Progression bedeutet, dass bei höherem Einkommen auch mehr Steuern zu bezahlen sind. Das heißt konkret, dass man sich bei einer Gehaltserhöhung, wenn etwa das Einkommen an die Inflation angepasst wird, nach Abzug der Steuer anteilsmäßig weniger leisten kann als zuvor.

„Da die Inflation längerfristig hoch bleibt, müssen wir nun festgefahrene Strukturen ändern, um den Menschen mehr Geld zum Leben zu geben. Mit der Abschaffung der Kalten Progression beenden wir die schleichende Steuererhöhung. Wir geben den Menschen damit Geld zurück, das ihnen die Inflation genommen hat. So entlasten wir die Österreicherinnen und Österreicher langfristig. Es ist also ein Akt der Fairness, dass den arbeitenden Menschen, die von der massiven Teuerung betroffen sind, mehr Netto vom Brutto bleibt“, so der Finanzminister Magnus Brunner.


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