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OÖ. Das Land Oberösterreich fördert Frauenprojekte im kommenden Jahr mit 5,4 Millionen Euro. Ein Großteil des Budgets wird für den Aus- und Neubau von Frauenhäusern verwendet. Auch auf Information und Bewusstseinsbildung wird ein Schwerpunkt gelegt.

v.l.: Cornelia Altreiter-Windsteiger (Leiterin Abteilung Soziales Land OÖ), Gerlinde Stöbich, LH-Stv.in Christine Haberlander, Beate Zechmeister (Leiterin Frauenreferat Land OÖ). (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Frauenpolitik sei für sie keine Frage des Ressorts, „sondern ein Thema das uns alle angeht“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Frauenreferentin Christine Haberlander bei der Präsentation des Frauenbudgets.

Budget und Strategie

Für Projekte und Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern stehen im Jahr 2023 etwa 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich werden aus unterschiedlichen Bereichen und Ressorts der Landesregierung Frauen- und Gleichstellungsprojekte gefördert. Die Frauenstrategie „Frauen.Leben 2030“ wurde 2018 einstimmig in der Landesregierung beschlossen. Anlässlich des Weltfrauentags im März 2030 wird der fünfte Zwischenbericht vorgelegt, der einen Überblick über bereits umgesetzte Maßnahmen enthalten soll.

Ausbau von Frauenhäuser und -Notwohnungen

In Oberösterreich gibt es derzeit fünf Frauenhäuser und sechs Frauenübergangswohnungen. Für deren laufenden Betrieb wird der Großteil des Budgets aufgewendet. Der Neubau des Frauenhauses in Braunau soll im zweiten Halbjahr 2023 abgeschlossen sein, die Frauenhäuser in Ried im Innkreis und in Steyr sollen 2024 fertiggestellt werden. Auch das innere Salzkammergut und das untere Mühlviertel sollen Frauenhäuser bekommen, derzeit wird nach Standorten gesucht.

Onlineplattform für Beratung

In Summe werden 22 Frauenvereine und -Beratungsstellen sowie Frauenprojekte gefördert. Die Frauenberatungsstellen erhalten zudem eine Förderung für die Aktualisierung der EDV-Ausstattung, Notfallalarmsysteme zur Sicherheit der Mitarbeiterinnen werden einmalig mit 2.500 Euro gefördert. 2021 wurde eine eine Onlineplattform für Frauenberatung eingerichtet. Alle Frauen und Mädchen in Oberösterreich ab 14 Jahren sowie auch Familienangehörige oder Freundinnen, die sich Sorgen um jemanden machen, können sich unter www.frauenberatung-ooe.at kostenlos beraten lassen.

Verstärkter Bedarf an Beratung für komplexere Probleme

Die Frauenvereine in Oberösterreich würden einen verstärkten Beratungszulauf erleben und seien immer häufiger mit komplexen Problemen konfrontiert, so Gerlinde Stöbich, Expertin für Nonprofit-Organisationen. „Das hängt einerseits mit den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen zusammen. Andererseits aber auch, weil Frauen zunehmend ihre jeweilige persönliche Situation erkennen, reflektieren und mutig sind, um diese Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen“, sagt Stöbich.

Schwerpunkte 2023

Die Schwerpunkte werden kommendes Jahr auf die Themenbereiche Finanzen, Wohnen, Technik und MINT-Berufe sowie Gewaltprävention gelegt. Mehrere Initiativen setzen auf Information und Bewusstseinsbildung, etwa das Projekt „Selbst Bewusst erleben“ in den Landwirtschaftlichen Fachschulen in Oberösterreich. Die prämierte „NO GO“ - Kampagne wird weitergeführt und ausgebaut, auch die Anti-Cybermobbingkampagne in den Sozialen Medien wird fortgeführt.

Kritik von den Grünen

Die Grüne Frauensprecherin, Landtagsabgeordnete Dagmar Engl kritisiert das vorgestellte Budget vor allem in Hinblick auf die aus ihrer Sicht fehlende Stärkung der Frauenberatungsstellen. „Dass es nicht mehr Geld für die Frauenberatungsstellen gibt, sticht als besondere Enttäuschung hervor. Als unverzichtbare Anlaufstellen für die Frauen in schwierigen Lagen und essentieller Teil der Gewaltprävention hätten sie eine stabilere finanzielle Grundlage gebraucht. Denn nur mit einer beständigen Stärkung können die Frauenberatungsstellen ihre wichtige Unterstützungs- und Präventionsarbeit auch optimal erfüllen und den Frauen Rückhalt, Sicherheit und eine Perspektive geben“, so Engl in einer ersten Reaktion.


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