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Tips Logo Online Redaktion, 22.02.2023 17:25

OÖ/LINZ. Wohnen wird immer teurer – in Linz betreffen hohe Mietschulden zunehmend auch die Mittelschicht. Die Arbeiterkammer fordert einen Mietpreisdeckel für leistbares Wohnen und weitere Maßnahmen seitens der Politik.

Die Arbeiterkammer fordert Maßnahmen gegen die steigenden Mietpreise, unter anderem einen Mietpreisdeckel. (Foto: TanyaJoy/stock.adobe.com)

In vielen Mietverträgen stehen Wertsicherungsklauseln, auch Indexklauseln genannt. Diese führen dazu, dass der Mietzins an die Inflationsrate angepasst wird. Meist beziehen sich diese Klauseln auf den Verbraucherpreisindex. In Zeiten hoher Inflation stelle das manche Mieter vor untragbare finanzielle Herausforderungen, so die AK. Hinzu komme, dass Hausbesitzer durch befristete Mietverträge eine weitere Möglichkeit hätten, die Mieten zu erhöhen.

AK kritisiert Übergewinne in der Immobilienbranche

Laut der Arbeiterkammer sind die Mieten im privaten Immobilienbereich seit dem Jahr 2010 um mehr als 50 Prozent gestiegen, die Inflation hingegen „nur“ um 20 Prozent. Die daraus resultierenden Übergewinne kritisiert Arbeiterkammerpräsident Andreas Stangl: „Während das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2008 und 2021 um 37 Prozent wuchs, stiegen die Einnahmen der Immobilienbranche um satte 105 Prozent. Rechnet man das Jahr 2022 dazu, macht die Steigerung gar 123 Prozent aus.“

Mietpreisdeckel: nur eine Erhöhung pro Jahr um maximal zwei Prozent

Durch die gestiegenen Energiekosten und die Indexanpassung der Kaltmieten würden die Mieter die Preissteigerung zweimal bezahlen, so Stangl. Die Regierung müsse nun reagieren: „Ein Mietpreisdeckel soll sicherstellen, dass Kaltmieten nur einmal pro Jahr um maximal zwei Prozent erhöht werden dürfen.“, fordert er.

AK fordert mehr sozialen Wohnbau und Mietabschläge bei schlechter Dämmung

Weiters fordert die Arbeiterkammer eine Steigerung der jährlichen Neubauten im sozialen Wohnbau. Weil Mieter das Heizsystem und die thermische Qualität des Gebäudes nicht frei wählen können, fordert die AK Mietabschläge auf unzureichend gedämmte und/oder mit fossiler Energie beheizten Wohnungen. Eine Leerstandsabgabe soll verhindern, dass die Mietabschläge dazu führen, dass Altbauwohnungen nicht mehr vermietet werden - weil die thermischen Sanierungen für Vermieter teuer sind.

Auch lesen: Hohe Mietschulden sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen


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