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Oberösterreichs Industrie-Empfang 2023: "Höchste Zeit für neue Rahmenbedingungen der Arbeitswelt"

Tips LogoKarin Seyringer, 20.06.2023 20:10

LINZ/OÖ. Oberösterreichs Industrie steht vor großen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb, so der Tenor beim traditionellen Empfang der Industriellenvereinigung OÖ (IV) an der JKU in Linz. Der Industrie-Empfang mit rund 600 Gästen stand auch im Zeichen einer Zwischenbilanz nach einjähriger Amtszeit von IV OÖ-Präsident, KTM-Chef Stefan Pierer.

  1 / 14   IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch, Vizepräsident Thomas Bründl, Präsident Stefan Pierer, Vizepräsidentin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß und Vizepräsident Peter Mitterbauer (v. l.) (Foto: IV OÖ/Pelzl)

Die Kepler Hall am JKU-Campus wurde als diesjähriger Ort des Industrie-Empfangs ausgewählt, „weil wir zeigen wollen, was sich an der JKU in den letzten acht Jahren alles getan hat“, so Pierer zur Einleitung.

Oberösterreichs Industrie stehe vor großen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb, Europa verliere immer mehr an Bedeutung, die Energie und weiterhin der Arbeitsmarkt seien die großen Standortthemen, so Pierer von rund 600 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Verwiesen wurde auch auf die überdurchschnittlich hohe Inflation in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Österreich habe die höchsten Lohnstückkosten. Der Arbeitskräftemangel sei in Oberösterreich österreichweit am höchsten.

Rahmenbedingungen der Arbeitswelt diskutieren 

So sei es höchste Zeit, ideologiefrei über neue Rahmenbedingungen der Arbeitswelt zu diskutieren. Steuerliche Anreize für Mehrarbeit und die flexible Gestaltung der Arbeitszeit seien dazu die Schlüsselthemen. „20 Überstunden steuerfrei, Aktiv-Rente“ seien nötig, kritisiert Pierer aktuellen Stillstand in der Bundesregierung beim Thema „Leistung muss sich (wieder) lohnen“, obwohl Anreize bei Überstunden, Vollzeitarbeit und Arbeiten in der Regelpension für das Frühjahr angekündigt worden seien. 20 Überstunden steuerfrei seien „legales Pfuschen in der Firma“, zieht Pierer einen Vergleich.

Seine Botschaft an die Politik: „Schauen wir, was gut für unser Land ist, und nicht für die nächste Wahl“.

Keynote und Talkrunde 

Als Keynote-Speaker zu Gast war Lars Peter Feld, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und Leiter des dort ansässigen Walter Eucken Instituts. Im Anschluss wurden Meinungen auch in einer Talkrunde ausgetauscht, mit Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), Lars Peter Feld, IV Österreich-Präsident Georg Knill und Stefan Pierer. Moderiert wurde der Talk von Journalistin Corinna Milborn.

Rund 600 Gäste

Unter den Gästen, die im Anschluss beim Sommerempfang viel Stoff für Diskussionen hatten, fanden sich auch LH-Stellvertreter Landesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ), die Landesräte Markus Achleitner, Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) sowie Stefan Kaineder (Grüne), EU-Abgeordnete Angelika Winzig, die Zweite Landtagspräsidentin Sabine Binder, der dritte Landtagspräsident Peter Binder, IV-Generalsekretär Christoph Neumayer, die IV Ehrenpräsidenten Axel Greiner, Peter Mitterbauer und Klaus Pöttinger, Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer, IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch, Gastgeber JKU-Rektor Meinhard Lukas und sein Nachfolger Stefan Koch, Militärkommandant Dieter Muhr und zahlreiche weitere hochrangige Gäste.


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