„Die Chinesen wollen von den Besten lernen“
CHINA/OÖ. Die Teilnahme an der Konferenz der Powerregionen und die Vertiefung bestehender Beziehungen waren die Ziele einer Delegationsreise nach China, angeführt von Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP). Besucht wurden die Städte Peking, Jinan in der Provinz Shandong und Chengdu, Provinz Sichuan.

Die internationale Konferenz mit dem Namen „Regional Leaders’ Summit“ (RLS) ist ein Forum, das seit 2002 sieben Powerregionen auf fünf Kontinenten verbindet. Neben Oberösterreich und Bayern sind Georgia, Quebec, Sao Paulo, Westkap und die Gastgeberregion Shandong mit dabei. Das Thema des Summits in Jinan City (Provinz Shandong) war „Grüne Entwicklung und kohlenstoffarmes Leben“. LH-Stv. Christine Haberlander erläuterte die Nachhaltigkeitsstrategie Oberösterreichs, Christian Altmann von der Business Upper Austria referierte über grünes, ökologisches Bauen.
„Weiterentwickeln kann sich jede Partnerregion nur, wenn sie weltoffen ist, wenn sie nach Neuem sucht, neue Impulse zu sich hereinholt. Wer bei Umwelttechnologien, sei es grünes Bauen oder grüne Produktionsweisen, die Vorreiterrolle erringt, kann nicht nur früher als andere die gesteckten Nachhaltigkeitsziele erreichen, er sichert sich auch den Zugang zu umweltbewussten Märkten und Kunden“, betonte Christine Haberlander.
Chancen für Oberösterreich
China ist weltweit Österreichs drittwichtigster Handelspartner, rund 100 Unternehmen aus OÖ betreiben in China eigene Niederlassungen. Darunter bekannte Namen wie Frauscher Sensorentechnik, Wintersteiger, Braun Maschinenfabrik, KEBA, SML-Maschinengesellschaft, Greiner, voestalpine AG, Primetals, Tiger Coatings, B&R Automation oder BWT. Das Unternehmen Engel aus Schwertberg bildet Lehrlinge in Shanghai aus. Chancen sieht Birgit Murr, Österreichs Wirtschaftsdelegierte in Chengdu, für Unternehmen, die in China für den chinesischen Markt produzieren, und für den Export von umwelttechnologischem Know-how: „Die Chinesen wollen von den Besten lernen, daher holen sie sich Experten aus dem Ausland.“ Sie empfiehlt jedem Unternehmen, sich vor Ort den Mitbewerb anzusehen, man könne hier einiges lernen. Im Zuge der Reise wurden zahlreiche Partnerschaften fixiert, unter anderem mit Sichuans Vize-Gouverneur Yang Xingping. Um die Dimension zu beschreiben: Aus Sichuan kommt ein Drittel der weltweiten Solar- und Batteriezellen.
Kultur und Tourismus
Für das Brucknerjahr und die Kulturhauptstadt Bad Ischl 2024 rührte Haberlander fest die Werbetrommel. Sie lud ein, am 1. Jänner mit Chören aus aller Welt per Video dabei zu sein, um Bruckners „Locus iste“ zu singen. Österreich ist in China für Musik, Kultur und Reisen bekannt. Der Eröffnungsfilm am RLS zeigt Magnete aus OÖ wie Hallstatt, St. Wolfgang, die Schlögener Schlinge und das Ars Electronica Center in Linz.
Oberösterreicher in China
Während der Reise traf die Delegation in Peking auf den österreichischen Botschafter Andreas Riecken und seine Frau Elisabeth, die ihren jährlichen Heimataufenthalt in Molln verbringen, sowie in Chengdu auf Generalkonsul Günther Lazelsberger aus St. Marien im Bezirk Linz-Land. Auf die Tips-Frage, was er in China besonders vermisst, lautete seine Antwort: „Vor allem den Garten, meine Freunde und die Familie“.


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