Schichtarbeit neu gedacht: Wie Unternehmen Flexibilität und Attraktivität steigern wollen
Vorbei sind die Zeiten von konstanter Auftragslage und immer gleicher Arbeitsauslastung. Volatile Phasen erfordern ein Anpassen der Arbeitszeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Schichtarbeit spielt deshalb in Produktionsfirmen eine wichtige Rolle. Sie zu besetzen ist allerdings eine Herausforderung, da Schichtdienste für viele Arbeitnehmer unattraktiv wirken.

Die BMW Group Werk Steyr ist mit rund 4.500 Beschäftigten das weltweit größte Motorenwerk der BMW Group. Das Unternehmen ermöglicht seinen Schichtarbeitenden mit individuellen Zeitkonten bereits viel Flexibilität. „Unsere Mitarbeiter können Stunden für längere Freizeitperioden – ähnlich einem Sabbatical – ansparen“, berichteten Josef Pilstl und Georg Essl vom BMW Group Werk Steyr. Auch wenn es mit dieser Maßnahme schon gut fahre, suche das Unternehmen weiter nach Ansätzen, wie es Schichtarbeit attraktiveren kann.
Mitarbeiter einbeziehen
Apps wie shyftplan setzen auf KI-unterstützte Schichtplanung, bei der Mitarbeitende angeben können, wann sie arbeiten möchten. Die App erstellt dann nach fixen Spielregeln Dienstpläne. Dem Stammdatenmanagement kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn solche Lösungen funktionieren nur, wenn die Qualifikationen der Mitarbeiter (zum Beispiel für das Bedienen spezieller Maschinen) korrekt erfasst sind. Die App bietet zudem eine Schnittstelle zu SAP.
Gleitzeit als Herausforderung
Gleitzeit im Schichtbetrieb wurde als eine der größten Herausforderungen genannt. Denn Mitarbeiter wünschen sich einerseits mehr Flexibilität, andererseits muss es aber eine ordentliche Übergabe zwischen den Schichten geben. Geht beispielsweise der Mitarbeiter aus Schicht eins 15 Minuten früher und der Kollege oder die Kollegin aus Schicht zwei kommt später, kann der Informationsfluss beeinträchtig sein. Tatsächlich haben Unternehmen in diesem Bereich bereits Lösungen implementiert, zum Beispiel mithilfe von digitalen Nachrichten.
Geisterschicht
Dank zunehmender Automatisierung und Robotik eröffnen sich neue Möglichkeiten, um vor allem die Nachtarbeit für Mitarbeiter zu reduzieren. In immer mehr Betrieben arbeiten nachts nur mehr die Maschinen, man nennt das die Geisterschicht. Auch solche Ansätze helfen, Beschäftigte zu entlasten und die Schichtarbeit damit attraktiver zu gestalten.


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