Aufbruch in die Tourismus-Zukunft Oberösterreichs mit dem Motto "überraschend echt, echt überraschend"
LINZ. Am „OÖ Tourismustag“ in Linz wurde die neue Landes-Tourismusstrategie 2030 vorgestellt. Die Veranstaltung lockte 300 Gäste aus Tourismus, Wirtschaft und Politik an. Unternehmergeist, Innovation und Wertschätzung für den Tourismus standen im Mittelpunkt des Events. Ziel der neuen Strategie ist, den Tourismus in Oberösterreich nachhaltig weiterzuentwickeln und die Wertschöpfung zu steigern.

Das Urlaubs- und Freizeitangebot in Oberösterreich soll ganzjährig attraktiv gestaltet, neue Kooperationen geschmiedet und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Die Strategie 2030 berücksichtigt auch die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Vier Handlungsfelder wurden definiert, um die strategischen Vorgaben umzusetzen: Gestaltung des Freizeit- und Erholungsraums, Förderung der Mitarbeiter- und Unternehmerdynamik, Stärkung der Marke Oberösterreich und Effizienzsteigerung der touristischen Strukturen. Die Landes-Tourismusstrategie 2030 definiert Zielgruppen, Angebote und Märkte und setzt auf Zusammenarbeit und Vernetzung. Im Rahmen des Tourismustags wurden auch der Oberösterreichische Tourismuspreis „NOTOS“ 2023 und die Landessieger des Österreichischen Innovationspreises Tourismus 2024 ausgezeichnet.
Als Zielgruppen werden Urlaubsgäste mit mehrtätigem Aufenthalt in Oberösterreich, Ausflugs- und Tagesgäste sowie Tagungs- und Geschäftsreisende definiert. Das Spielfeld dafür wird von vier Angebots- und Motiv-Feldern abgesteckt, die aufzeigen, in welchen Themenbereichen Gäste in Oberösterreich Erlebnisse, Nutzen und Mehrwert erwarten können: Inspirierende Kultur, Bewegende Natur, Hungrig auf Echt (Kulinarik), Vitalisierend für Körper und Geist. Unter dem Dach der strategischen Leitvision „Oberösterreich ist ECHT überraschend“ und vor dem Hintergrund der definierten Zielmärkte Österreich, Deutschland, Tschechien und Niederlande sind die Eckpunkte für die Weiterentwicklung des Freizeit- und Erholungsraums Oberösterreich gesetzt.
Auszeichnete Betriebe und Projekte
Ausgezeichnet wurden die Landessieger des Österreichischen Innovationspreises Tourismus 2024, die damit automatisch am Bundeswettbewerb teilnehmen. „Cook up Kitchen“ von Viktoria Stranzinger steht für Nachhaltigkeit, Regionalität und Weiterbildung, die Kochbegeisterte mit der Leidenschaft für frische, regionale Küche ansteckt. Ebenfalls prämiert wurden die „KultiWirte“, bei denen die traditionelle oberösterreichische Wirtshauskultur im Mittelpunkt steht und die mit Initiativen wie dem eigens gebrauten „Kultbier“ und dem traditionellen Brausilvester die Gaststuben mit Leben füllen.
Innovative Tourismusbetriebe und Projekte, die bereits jetzt die künftigen Schwerpunktsetzungen der Landes-Tourismusstrategie 2030 umsetzen, konnten sich in den vergangenen Monaten um den Oberösterreichischen Tourismuspreis „NOTOS“ 2023 bewerben. Im Rahmen eines Festaktes beim OÖ Tourismustag wurden die von einer Fachjury ermittelten Preisträger ausgezeichnet.
In der Kategorie „Nachhaltiges touristisches Gesamterlebnis“ wurde die Mühlviertler Marken GmbH für die Entwicklung der „Bio-Entdeckertour durch das Mühlviertel“ mit dem „NOTOS“ prämiert. Die Kombination aus An- und Abreise mit der Bahn und einer E-Bike-Tour durch die Bioregion Mühlviertel überzeugte die Jurymitglieder. Die mehrtägige Radtour verbindet kulinarische Highlights mit sanfter Bewegung zu einem nachhaltigen Gästeerlebnis – so entsteht regionale Wertschöpfung im Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Tourismus.
Den „NOTOS“ der Kategorie „smart, digital, innovativ“ sicherte sich die Lindenhof GmbH in Spital am Pyhrn gemeinsam mit MOREMEDIA für die Digitalisierung der Customer Journey im Lindenhof. Der ganz auf Schulsport- und Ferienerlebnisse für Kinder spezialisierte Betrieb hat den gesamten Organisationsprozess für Lehrer, Eltern, Partnerbetriebe und den eigenen Betrieb mittels einer Onlineplattform und einer App vollständig digitalisiert – von Kalkulation und Zimmerplanung über regionale Aktivitäten bis hin zum automatisierten Gesamtabrechnungssystem und dem automatisch generierten Infobrief für Eltern.
Der erstmals vergebene „Publikumspreis ging in der Kategorie „Betriebe“ an „Dilly – Das Nationalpark Resort“ in Windischgarsten. Der letzte Entwicklungsschritt in der langen Geschichte des Familienbetriebs stellt nachhaltiges Handeln und Wirtschaften in den Mittelpunkt – mit Photovoltaik, Hackschnitzel-Anlage, E-Tankstellen für Gäste-Autos und regionaler Kulinarik, bei der 80 Prozent der Lebensmittel in einem Radius von 100 Kilometern eingekauft werden. In der Kategorie „Freizeiterlebnisse“ stimmte das Publikum für den „Verein Mountainbike Initiative Linz“ mit seiner nachhaltigen regionalen Mountainbike-Entwicklung für Oberösterreich. Die Mountainbike Initiative Linz verfolgt das Ziel, von Mountainbikern für Mountainbiker nachhaltige und moderne Angebote zu schaffen und damit den Mountainbike Tourismus zu fördern. Das Erfolgsrezept beruht auf der offenen und wertschätzenden Kommunikation und Kooperation mit Grundeigentümern, Jagd, Forst und anderen Stakeholdern.
Qualitative Wachstumsstrategie für den Tourismus
„Wir wissen nicht, wie die Welt in sieben Jahren aussehen wird. Aber wir können die Rahmenbedingungen für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft aktiv gestalten. Die Landes-Tourismusstrategie 2030 hält fest, wie wir die Tourismuswirtschaft in Oberösterreich in den nächsten Jahren weiterentwickeln wollen. Der neue Auftrag lautet, noch mutiger und unkonventioneller sowie smarter und innovativer zu werden. Eine verstärkte Ausrichtung des Urlaubs- und Freizeitangebotes auf Ganzjährigkeit soll mehr Wertschöpfung, Resilienz und Nachhaltigkeit bewirken. Wir werden neue Kooperationen und Allianzen innerhalb und außerhalb der Tourismusbranche schmieden. Damit leistet Oberösterreichs Tourismus-, Freizeit- und Erholungswirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Bundeslandes als nachhaltigem Zukunfts- und Lebensraum“, skizziert Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner den Zukunftsweg und präzisiert die Zielsetzung: „Die Landes-Tourismusstrategie 2030 ist eine qualitative Wachstumsstrategie für die Tourismusbranche in Oberösterreich. Sie bettet das ökonomische Ziel der Steigerung touristischer Wertschöpfung in ein nachhaltig ausgerichtetes, mehrdimensionales Ziele-Set ein, das auch Marktziele, ökologische und soziale Ziele sowie Smartness- und Innovationsziele umfasst. Die großen Transformationstreiber unserer Zeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung, überspannen als Grundprinzipien touristischen Handelns alle Meilensteine der neuen Strategie.“ Diese Zielsetzungen adressieren möglichst viele der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung.
„Unser Ziel, zu einem der nachhaltigsten Tourismusländer zu werden, bedeutet auch eine breite Einbindung aller: von den Tourismusverantwortlichen über die Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis hin zur Bevölkerung und den Gästen. Oberösterreichs Landes-Tourismusstrategie 2030 ist hier besonders zukunftsweisend, sie bildet die Perspektiven aller ab. Ich gratuliere dem Land Oberösterreich, der WKO Oberösterreich und Oberösterreich Tourismus zu diesem gelungenen Schulterschluss. Vor allem durch die stärkere Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit – jene Bereiche, von denen der Tourismus in Zukunft besonders gefordert sein wird – werden wir eine nachhaltig erfolgreiche Tourismusentwicklung garantieren können. Oberösterreich hat bereits begonnen, seinen Weg in diese herausfordernde Tourismuszukunft, mutig und sehr stark zu gehen“, sagt Tourismus-Staatssekretärin Mag.a Susanne Kraus-Winkler.
Unternehmen und Beschäftigte tragen den Tourismus
„Unsere Tourismusbetriebe setzen sich aktiv für eine innovative, nachhaltige und ressourcenschonende Weiterentwicklung vorhandener Angebote ein und haben damit Vorbildwirkung für ein erfolgreiches Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie. Gleichzeitig sind sie regionaler Jobmotor und ein Garant für eine hochqualitative Berufsausbildung für unsere Jugend. Dadurch und durch den Einsatz regionaler Ressourcen, trägt der Tourismus maßgeblich zur nachhaltigen Schaffung und Sicherung von Wertschöpfung und Wohlstand in Oberösterreich bei. Die neue Landes-Tourismusstrategie weist mit ihren strategischen Zielsetzungen, Meilensteinen und Aktionsfeldern den Weg in die Zukunft des heimischen Tourismus. Sie gibt innovative Impulse, forciert das Zusammenwirken aller relevanten touristischen Akteure und sichert so die erfolgreiche Fortsetzung des bereits eingeschlagenen qualitativen Wachstumspfades“, ist Friedrich Dallamaßl, Direktor-Stellvertreter der WKO Oberösterreich überzeugt.
„Der Tourismus in Oberösterreich ist geprägt durch ein generationsübergreifendes familiengeführtes Betriebsverständnis, das sich durch eine umfassende soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Gästen und anderen Stakeholdern auszeichnet. Im Tourismus kommen die Leute zusammen und reden miteinander. Die Geselligkeit ist für uns Menschen wichtig und die Gastronomie- und Hotelleriebetriebe bieten den Rahmen dafür. Mit der Ausbildung von Nachwuchs-Fachkräften über die Beratung bei der Unternehmensneugründung bis hin zur Unterstützung von Unternehmerinnen und Unternehmern bei der Übergabe an weitere Generationen wird der sozialen Verantwortung vom Beginn bis zum Ende des Berufslebens Rechnung getragen“, weist Robert Seeber, Bundesobmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der WKO und Vorsitzender des Strategieboards des Oberösterreich Tourismus, auf die im Zuge der Landes-Tourismusstrategie 2030 geplante Intensivierung der Unterstützungsangebote für Betriebe hin.
„Die Landes-Tourismusstrategie 2030 gibt uns den Auftrag, auf unseren Stärken aufzubauen. Wo es notwendig ist, wollen wir neue Wege gehen. Das Zielbild ist eine klare Ansage, wie wir uns Oberösterreich als Freizeit- und Erholungsraum vorstellen: Wert statt Menge, echte, qualitätsvolle und gleichzeitig nachhaltige Urlaubserlebnisse im Einklang mit der Natur und den Menschen im Land. Dabei geht es um Innovationen bei Produkten, Dienstleistungen und der Art, wie wir sie gemeinsam entwickeln und kommunizieren. Vor allem smarte, digitale Innovationen und Services sind in der Tourismuswirtschaft schon heute unverzichtbar für die Befriedigung von Gästewünschen. Es geht um ein abgestimmtes Miteinander von Betrieben, Organisationen innerhalb und außerhalb der Branche mit neuen kreativen Allianzen und Herangehensweisen. Dabei können wir nur dann erfolgreich sein, wenn wir konsequent gemeinsam in die Umsetzung gehen und alle an einem Strang ziehen“, beschwört Mag. Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus, den Geist der Zusammenarbeit.


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