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Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Jahresbilanz 2023: Gewinn mehr als verdoppelt

Tips Logo Anna Fessler, 19.04.2024 15:06

LINZ. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich konnte ihren Gewinn 2023 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. Auch die Risikovorsorge wurde stark ausgebaut. Die Abschlüsse von Immobilienkrediten haben sich auf niedrigem Niveau eingependelt, dafür zeigte sich 2023 ein starker Trend zum Sparen.

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich-Generaldirektor Heinrich Schaller (Foto: Volker Weihbold)
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich-Generaldirektor Heinrich Schaller (Foto: Volker Weihbold)

RLB OÖ-Chef Heinrich Schaller präsentierte am Freitag, 19. April die Jahresbilanz 2023, mit der man „äußerst zufrieden“ sein könne. Der Jahresüberschuss vor Steuern beträgt 681,9 Millionen Euro (ein Plus von 252,4 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2022), der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 608,3 Millionen Euro (ein Plus von 269,5 Millionen Euro gegenüber 2022).

2023 wurde ein Betriebsergebnis von 882,6 Millionen Euro erzielt, die Konzernbilanzsumme lag per Jahresende 2023 bei 47,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zu Ende 2022 bedeutet dies einen Rückgang von 3,0 Prozent. Hauptausschlaggebend dafür sei die geplante Rückführung eines langfristigen Refinanzierungsprogramms der Europäischen Zentralbank.

RBI-Anteile: „Die RBI besteht nicht nur aus Russland“

Apropos EZB: die macht derzeit Druck auf die Raiffeisen Bank International (RBI), an der die RLB OÖ 9,51 Prozent der Anteile hält. Wie die RBI am Donnerstag in einer Ad-hoc-Meldung bekanntgab, wird in naher Zukunft von der EZB eine Aufforderung erwartet, die Geschäftstätigkeit in Russland schneller zu reduzieren. Die Reduzierung werde von der RBI seit Februar 2022 verfolgt, die von der EZB vorgeschlagenen Anforderungen würden jedoch deutlich über die eigenen Pläne der RBI hinausgehen und könnten sich laut RBI negativ auf die Verkaufsoptionen in Hinblick auf die AO Raiffeisenbank auswirken. Laut Schaller hätte selbst eine wertlose Ausbuchung der Russlandtochter keinen Einfluss auf die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Risikovorsorgen stark ausgebaut, Steigerung der Kernkapitalquoten

Die Risikovorsorgen wurden nach den um 141,4 Millionen Euro auf 233,5 Millionen Euro erhöht, damit sei man für mögliche Ausfälle bei Krediten sehr gut gerüstet.

„Wir sehen beim Kreditrisiko nach den außergewöhnlich niedrigen Niveaus der vergangenen Jahre nun wieder einen Anstieg. Wir haben daher im Sinne eines professionellen und vorausschauenden Risikomanagements rechtzeitig entsprechende Vorsorgen getroffen, die wir uns aufgrund unserer wirtschaftlichen Stärke problemlos leisten können. Denn trotz dieser ausgebauten Vorsorgen konnten wir im Jahr 2023 ein starkes, positives Ergebnis und eine deutliche Steigerung der Kernkapitalquoten erreichen.“ Konkret wurde die harte Kernkapitalquote um 0,8 Prozentpunkte weiter ausgebaut und liegt nun bei rund 16,6 Prozent. Die Eigenmittelquote per Jahresende 2023 betrug 17,9 Prozent.

Immobilienkredite: Abschlüsse auf niedrigem Niveau

Mit der Einführung der KIM-V im August 2022 war der Neuabschluss bei Krediten für Immobilien stark rückläufig, Im Jahresvergleich 2022 zu 2023 beträgt der Rückgang sowohl bei der Anzahl als auch beim Volumen etwa zwei Drittel. Nun habe sich der Abschluss von Immobilienkrediten auf niedrigem Niveau stabilisiert, dafür steige das Interesse an Beratungsgesprächen dazu wieder. Für 2024 erwarte man wieder einen Anstieg bei Immobilienkrediten, Gründe dafür seien unter anderem die Erwartung sinkender Leitzinsen, das Wohnbaupaket, die rückläufigen Immobilienpreise oder auch die Sicherung der aktuellen Baukosten, die tendenziell eher steigen würden.

Nachfrage nach Beratungsgesprächen steigt

Bei den Beratungsgesprächen zeige sich, dass die Kunden umdenken würden und etwa kleinere Wohnhäuser planen sowie Investitionen wie Pools zurückstellen. Eine größere Nachfrage bestehe an Um- und Zubauten. „Wir sehen aktuell wieder verstärktes Interesse an Beratungsgesprächen für Immobilienkredite. Im Mittelpunkt stehen dabei immer öfter Sanierungen, Umbauten oder auch Projekte, die in der Planungs- und Bauphase langfristiger als in den vergangenen Jahren gedacht werden.“, so Schaller.

Anstieg beim Sparvolumen

2023 zeigte sich ein starker Trend zum Sparen, das Sparvolumen in der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich ist um 14 Prozent gestiegen und betrug mit Ende des vergangenen Jahres 18,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 8 Milliarden Euro auf Online Sparen, das Wertpapiervolumen der Privatkunden lag bei 12,9 Milliarden Euro. „Sparen hat im vergangenen Jahr quasi eine Renaissance erlebt. Unsere Kundinnen und Kunden haben die intensive Beratung der Bankbetreuer sowie das gestiegene Zinsumfeld genutzt und ihr Geld verstärkt in Sparprodukten sowie auch in Wertpapieren angelegt.“


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