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Ausbau der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich

Tips Logo Marlis Schlatte, 22.05.2024 15:27

OÖ. Durch demographische und medizinische Entwicklungen wird das Gesundheitssystem immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Regelmäßige Weiterentwicklungen für die Sicherung der Gesundheitsversorgung sind daher wichtig. Die Landeszielsteuerungskommission (LZK) und die OÖ Gesundheitsplattform genehmigten in ihren Sitzungen vom 22. Mai nun wichtige Großprojekte und Vorhaben für die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich. Diese können nun realisiert werden.

V.l.: Michael Pecherstorfer und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)
V.l.: Michael Pecherstorfer und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)

Mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit Oberösterreich 2025 (RSG OÖ 2025) zielen das Land OÖ und die Ö. Gesundheitskasse (ÖGK) darauf ab, das regionale Angebot an Magnetresonanztomographie (MRT) zu verbessern. Durch die Genehmigung von drei zusätzlichen MRT-Geräten an den Standorten Klinikum Freistadt, Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum in Kirchdorf und Klinikum Wels-Grieskirchen konnte bereits ein Teilziel erreicht werden. Dennoch gibt es weiterhin Gebiete mit Bedarf an zusätzlicher regionaler Versorgung. Eine ausgewogene Verteilung sei wichtig, insbesondere im Hinblick auf sich ändernde Pendlerströme durch vermehrtes Homeoffice.

Daher hat die Landeszielsteuerungskommission einen Antrag an die Bundeszielsteuerungskommission gestellt, um den Großgeräteplan anzupassen und jeweils ein MR-Gerät am Klinikum Schärding und am Salzkammergut Klinikum, Standort Bad Ischl, aufzunehmen.

„Mit dem heutigen Beschluss sind wir zwei weiteren MR-Geräten für Oberösterreich einen großen Schritt nähergekommen. Ich bekenne mich dazu, dass jedes Akutspital in Oberösterreich mit einem MR-Gerät ausgestattet werden soll. Daher werden wir mit der Sozialversicherung weiterhin Gespräche zur Weiterentwicklung der patientenorientierten MR-Versorgung führen“, unterstreicht LH-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP).

Einführung eines neuen Gesundheitsportals

Weiters werden einige medizin-technische Infrastrukturen und größere Investitionsvorhaben umgesetzt, etwa die Sanierung ambulanter/stationärer Räume der Barmherzigen Schwestern Ried um 9,3 Millionen Euro, ein fahrerloses Transportsystem im Kepler Universitätsklinikum um 9,95 Millionen Euro und einige mehr.

Zudem ist das österreichische Gesundheitswesen durch eine vielfältige Anbieterstruktur geprägt. Um den Zugang für Bürger zu vereinfachen, plant das Land Oberösterreich zusammen mit den regionalen Spitalsträgern die Einführung eines benutzerfreundlichen Gesundheitsportals (GPOÖ). Dieses Portal soll Dienstleistungen bieten, die auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet sind, wie Terminverwaltung, Patientenakten und Online-Konsultationen. Zudem sollen digitale Prozesse für verschiedene Gesundheits- und Sozialdienste integriert werden.

Die Umsetzung des GPOÖ erfolgt in drei Phasen: Vorbereitungsphase (ca. ein Jahr), initialer Aufbau und Inbetriebnahme (ein weiteres Jahr). Der Beschluss zur Umsetzung wurde von der OÖ. Gesundheitsplattform gefasst.

Meilensteine bis 2023

In der zweiten Periode der Zielsteuerung Gesundheit (2017-2021, verlängert bis 2023) wurden in Oberösterreich vier Expertenarbeitsgruppen (Versorgungsstrukturen, Versorgungsprozesse, Public Health/Gesundheitsförderung, eHealth und ELGA) eingerichtet, um die Ziele und Maßnahmen des Landeszielsteuerungsübereinkommens (L-ZÜK) zu bearbeiten. Die wichtigsten Meilensteine sind:

  • Primärversorgungseinrichtungen (PVE): Oberösterreich verfügt über 11 PVE, darunter das erste Kinder-PVE außerhalb Wiens, und ist somit ein Vorreiter.
  • Gesundheitsberatung 1450: Die Nummer 1450 ist in den Regelbetrieb überführt und verzeichnete 2023 rund 110.000 Anrufe. Das Pilotprojekt „1450 Check-in“ wird landesweit ausgerollt.
  • Lehrpraxenförderung: Maßnahmen zur Attraktivierung der Allgemeinmedizin, einschließlich der Förderung von Lehrpraxen, sind im Regelbetrieb.
  • Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung: Neue spezialisierte Ambulanzen und Kooperationsprojekte zur inklusiven Medizin und zahnärztlichen Narkosebehandlung wurden eingerichtet.
  • Gesundheitskompetenz: Die Initiative „Gesund werden: Wo bin ich richtig?“ stärkt die Gesundheitskompetenz durch Maßnahmen wie E-Learnings und die Website www.wobinichrichtig.at.
  • Gesundheitsziele OÖ: Neue Gesundheitsziele für den Zeitraum bis 2032 wurden 2021 verabschiedet und sind seit Anfang 2022 in der Umsetzung.
  • ELGA/eHealth: Implementierung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) und Weiterentwicklung im Bereich eHealth. Seit 2019 ist „eBefund“ flächendeckend in Betrieb, seit 2020 „eMedikation“ und 2021 wurde der eImpfpass ausgerollt. 2022 startete ein Projekt zur Anbindung von 67 Alten- und Pflegeheimen an ELGA.

Gemeinsames, abgestimmtes Planen

Im Gesundheitswesen sei eine abgestimmte Strategie und gemeinsame Planung mit den Partnern im Gesundheitswesen unbedingt notwendig, so LH-Stellvertreterin Haberlander. Dabei sei man im Bundesland Oberösterreich bereits ein starker Vorreiter.

„Gesundheit ist für uns das höchste Gut. Und deshalb ist die Gesundheitsversorgung unsere wichtigste Aufgabe. Wir dabei ein großes Ziel: Dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können, von Anfang an und ein ganzes Leben lang. Wir arbeiten dafür, dass in Zeiten raschen medizinischen Fortschritts und einer immer älter werdenden Gesellschaft die oö. Gesundheitsversorgung gut und stark bleibt, gerade weil wir wissen, dass immer mehr Menschen älter werden. Gemeinsam sichern wir die medizinische Versorgung nicht nur, wir entwickeln sie auch gemeinsam weiter, mit vielen kleinen und einigen größeren Maßnahmen“, so Haberlander.

„Zentrales Ziel der Österreichischen Gesundheitskasse ist die verlässliche, professionelle medizinische Versorgung der Menschen in unserem Land. Wir setzen alles daran, um dies mit unseren Partnern im Gesundheitssystem, dem Land Oberösterreich und der niedergelassenen Ärzteschaft sicherzustellen“, betont Michael Pecherstorfer, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der ÖGK in Oberösterreich


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