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Pilotprojekt "All in One" hilft langzeitarbeitslosen Jugendlichen ihr Potenzial zu entwickeln

Tips LogoMarlis Schlatte, 21.06.2024 14:42

OÖ/LINZ. Langzeitarbeitslosigkeit ist auch unter Jugendlichen verbreitet, etwa dann, wenn sich ihnen gleich mehrere Herausforderungen in den Weg stellen, wie psychische oder physische Krankheiten oder instabile Familienverhältnisse. Das Pilotprojekt „All in One“ soll hier nun unterstützende Betreuung bieten.

FH-Professorin Daniela Wetzelhütter begleitet das Projekt "All in One" mit einer quantitativen Studien. (Foto: B. Plank - imBILDE.at)

Das Pilotprojekt „All in One (AiO)“ richtet sich an 15 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, die weder in Ausbildung noch in Arbeit sind (sogenannte NEET-Jugendliche: Not in Education, Employment or Training ). Ziel des Projekts ist es, diesen jungen Menschen durch individuelle Betreuung und gezielte Maßnahmen zu helfen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Das Programm wird vom Arbeitsmarktservice OÖ (AMS) in Kooperation mit dem Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB) durchgeführt und von der Europäischen Union, der Arbeiterkammer OÖ und dem Land OÖ finanziert.

Für das AiO-Projekt wird den Teilnehmern eine Anlaufstelle in Linz geboten, wo ein vierköpfiges Team auf ihre individuellen Bedürfnisse eingeht. Das Angebot umfasst Workshops und praktische Tätigkeiten in verschiedenen Werkstätten, um die persönlichen Stärken und Fähigkeiten der Teilnehmenden zu fördern. Bis zu 37 Wochenstunden sind dafür für die Teilnehmenden vorgesehen. Das Programm ist freiwillig und soll die jungen Menschen ohne Druck an einen Arbeitsalltag heranführen.

Lebenssituation stabilisieren

Die Initiative richtet sich an junge Leute, die mindestens ein halbes Jahr auf Arbeitssuche sind und aufgrund verschiedener Herausforderungen wie fehlenden Qualifikationen oder gesundheitlichen Problemen Schwierigkeiten haben, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Projekt zielt darauf ab, Orientierung zu geben und die Lebenssituation der Teilnehmer zu stabilisieren, bevor sie sich auf ihre beruflichen Ziele konzentrieren.

„Projekte wie ‚All in One‘ braucht es, um eine zweite oder vielleicht sogar dritte Chance zu ergreifen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die aufgrund ihres bisherigen Lebens viele große Herausforderungen gestellt bekommen haben und einen neuen Lebensweg nicht ohne Unterstützung schaffen können“, betont Iris Schmidt, Geschäftsführerin des AMS OÖ.

Wissenschaftliche Begleitung

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Fachhochschule OÖ und dem Institut für Gesundheitsförderung und Prävention (IfGP). Die Forschung umfasst sowohl quantitative Analysen, wie Längsschnittstudien zur Lebensstabilisierung und Kompetenzentwicklung, als auch qualitative Interviews, um Erfahrungen und Erwartungen der Beteiligten zu erfassen.

„Anhand der quantitativen Analysen wird u.a. untersucht, inwieweit eine Stabilisierung der Lebenssituation erfolgt ist, Kompetenzen aufgebaut bzw. vertieft wurden, die Selbstwirksamkeit gefördert und schließlich die Integration am Arbeitsmarkt gelungen ist bzw. erfolgreich unterstützt wurde“, so FH-Professorin Daniela Wetzelhütter vom Department Soziale Arbeit, die mit ihrem Team für den quantitativen Part verantwortlich ist.

Eine Social Return on Investment-Studie (SROI) wird den gesellschaftlichen Mehrwert des Projekts bewerten. Dabei werden die positiven Wirkungen den negativen gegenübergestellt und in Beziehung zu den Kosten und Investitionen gesetzt.


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