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Leitungsbündelung im Mühlviertel: NEOS kontern mit eigenen Experten

Tips Logo Steiner Christoph, 10.07.2024 14:41

MÜHLVIERTEL. Die Diskussion um eine mögliche Bündelung der geplanten Starkstrom- und Gasleitung durch das Mühlviertel ist um eine Episode reicher. Bevor am morgigen Donnerstag das UVP-Verfahren eröffnet wird, präsentierten die NEOS zwei Experten, die sich für die Bündelung und damit eine unterirdische Verlegung statt einer Freileitung aussprachen. Zuvor hatte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner einer solchen Variante aufgrund von anderen Expertenmeinungen eine Absage erteilt.

Im Mühlviertel will man statt einer Freileitung eine unterirdische Verlegung der Stromleitung. (Foto: Frank Wagner/stock.adobe.com)
Im Mühlviertel will man statt einer Freileitung eine unterirdische Verlegung der Stromleitung. (Foto: Frank Wagner/stock.adobe.com)

Nachdem Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner wie berichtet auf Basis einer Prüfung der Abteilung Umweltschutz des Landes OÖ der Bündelung der geplanten Starkstrom- und Gasleitung durch das Mühlviertel in einer Trasse eine Absage erteilt hatte, kommt nun heftige Kritik von NEOS. So seien die mit der Prüfung beauftragten Experten vom Projektwerber gestellt worden und keine abweichenden Meinungen berücksichtigt worden, bekrittelt NEOSKlubobmann Felix Eypeltauer. „Von Anfang an haben wir vehement gefordert, die gesamte Bandbreite von Experten zu Wort kommen zu lassen. Nur so hätten Landtag und Öffentlichkeit eine faire Möglichkeit erhalten, sich ein umfassendes Bild zu machen. Diese differenzierte Betrachtung wurde jedoch von der Landesregierung vereitelt, indem lediglich Experten und Expertinnen zugelassen wurden, die eine sehr einseitige Betrachtung des Projekts haben“, bezeichnen er und die stellvertretende NEOS-Landessprecherin das Vorgehen von FPÖ und ÖVP als demokratiepolitische Farce.  

Gutachten für Verlegung von Erdkabeln

Bei einem Pressegespräch am Mittwoch präsentierten die NEOS ihrerseits nun zwei deutsche Experten, die die Machbarkeit der Bündelung in einer Trasse bejahen. „In zwei Studien wurde von uns dargelegt, dass eine Realisierung der Strecke Rohrbach-Rainbach mit 110-kV-Erdkabeln grundsätzlich dem Stand der Technik entspricht und eine besonders günstige Realisierung mit nur einem Kabel und zwei Trenntransformatoren ermöglicht. Diese wiederum im Kostenvergleich mit der zweisystemigen Freileitung ebenbürtig abschneidet und zudem eine höhere Versorgungssicherheit als die Freileitung bei verringerten Netzverlusten bietet“, so die beiden Experten Heinrich Brakelmann und Markus Pöller unisono. 

Beide Experten sind sich demnach darin einig, dass eine Infrastrukturbündelung längs der Gasleitungstrasse der Gas Connect Austria zusätzliche Vorteile bringen würde wie beispielsweise eine Zug-um-Zug-Bauweise am selben Servitutsstreifen und eine nur sehr geringe Streckenführung im Wald und daher kaum zusätzliche Rodungsflächen. Dazu käme ein wesentlich geringerer Bodenverbrauch, da das Erdkabel in einer zusätzlichen Künette daneben verlegt werden kann. Bei dem geplanten Abstand zwischen Kabel und Stromleitung von 10 Metern sei auch keine Beeinflussung bei Reparaturen und Schäden zu erwarten, sind sich die beiden einig.   

Am morgigen Donnerstag wird das UVP-Verfahren eröffnet, der Obmann der IG Landschaftsschutz Mühlviertel Rudolf Niederwimmer kündigte darüber hinaus an, bis zum Verwaltungsgerichtshof zu gehen, um eine unterirdische Verlegung zu erwirken. „Wir stehen auf jeden Fall hinter der Bürgerbewegung“, so Eypeltauer, der ein Umdenken der politisch Verantwortlichen fordert, um eine längere Verzögerung des Projekts durch Gerichtsverfahren zu verhindern.

Mehr zum Thema:

Achleitner: „Bündelung von Strom- und Gasleitung ist nicht zu empfehlen“


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10.07.2024 22:49

Da wird eine Lösung aufgezeigt...

... die der gesamten Bevölkerung dient. Warum wird diese abgelehnt?