Mit Riesenschritten in Richtung gemeinsamer Vermarktung des Salzkammerguts
SALZKAMMERGUT. Im Salzkammergut läuft derzeit ein umfangreicher und intensiver Prozess, um eine moderne und zukunftsorientierte Tourismusstruktur zu entwickeln. Seitens der SPÖ wird die Vorgehensweise zu diesem Vorhaben allerdings scharf kritisiert.

„Mit 3,26 Millionen Nächtigungen im Tourismusjahr 2023 ist das oberösterreichische Salzkammergut der größte Player im heimischen Tourismus und zählt zu den wichtigsten und international bekanntesten Destinationen Österreichs. Auf Basis des neuen Tourismusgesetzes und in Umsetzung der neuen Landestourismusstrategie 2030 sind wir nun dabei, dass eine absolute Premium-Destination im österreichweiten Spitzenfeld entsteht. In einem gemeinsamen Tourismusverband Salzkammergut werden durch die Bündelung von Ressourcen schlankere und effizientere Strukturen für eine schlagkräftige Destination geschaffen. Die Angebote der bisherigen sechs Tourismusverbände werden mit einem gemeinsamen themenbezogenen Auftritt unter der Marke Salzkammergut deutlich attraktiviert, nach dem Motto: ‚Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile‘. Dadurch kann national und international die Sichtbarkeit auf den Herkunftsmärkten der Gäste weiter gestärkt werden“, ist Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner überzeugt.
Neue und international wettbewerbsfähige Destination
Bereits 2019 hat der Zusammenschluss der ursprünglich 104 Tourismusverbände in Oberösterreich auf derzeit 19 die Effizienz der Tourismusorganisationen deutlich erhöht. „Die Entwicklung des nationalen und internationalen Wettbewerbsumfelds in den letzten Jahren erfordert jetzt den nächsten Schritt, um weiterhin wettbewerbsfähig handeln zu können“, betont Landesrat Achleitner. Rechtlich wird die neue Struktur für den Tourismus in Oberösterreich und damit auch für das Salzkammergut mit 1. Jänner 2025 festgeschrieben. „Aufgrund der Besonderheiten des Salzkammerguts mit seinen bisher sechs Tourismusverbänden, der Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH und seiner großen Dichte an starken Betrieben wird die organisatorische Umsetzung der neuen Struktur in mehreren vordefinierten Schritten erfolgen“, hält Landesrat Achleitner fest. Die Veränderung in den Organisationsstrukturen einer derart großen Destination heißt viele komplexe Aufgaben zu lösen, gilt es doch, Oberösterreichs größten Tourismusverband zu gestalten.
„In mehreren konstruktiven Gesprächen haben wir uns darauf geeinigt, eine Tourismus-Organisation für das gesamte Salzkammergut zu etablieren. Mit vereinten Kräften schaffen wir Voraussetzungen, um im internationalen Konzert der Urlaubsdestinationen eine noch größere Rolle zu spielen und ganz im Sinne unserer Betriebe effiziente und erfolgreiche Marketing-Arbeit für das Salzkammergut zu leisten. Die starke Gemeinschaft der Menschen prägt das Salzkammergut maßgeblich – darin liegt unsere Stärke, um gemeinsame Visionen erfolgreich umzusetzen“, blickt Norbert Sperr, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH, zuversichtlich nach vorne.
Tourismus zukunftsfit aufstellen
Oberösterreichweit läuft bereits seit vergangenem Herbst ein Prozess, in dem die Tourismusverbände unter fachlicher Begleitung von Oberösterreich Tourismus und externen Experten die organisatorischen Strukturen in den Destinationen erarbeiten und weiterentwickeln. Die Landes-Tourismusstrategie 2030 zeichnet die zukünftigen Entwicklungslinien des Tourismus in Oberösterreich vor. Die rechtlichen Grundlagen schreibt das mit 1. Jänner 2024 adaptierte Oö. Tourismusgesetz fest.
„Unser gemeinsames Ziel ist es, in einer neuen Form der Aufgaben- und Rollenverteilung die beste Organisationsstruktur für einen zukunftsfähigen Tourismus in Oberösterreich zu entwickeln. Wir wollen in intensiver und bewährter Kooperation mit den Destinationen die Positionierung von Oberösterreichs Regionen als Urlaubsziele stärken, das landesweite Angebots- und Produktmanagement vorantreiben und effiziente Prozesse für eine nahtlose ‚Customer Journey‘ schaffen - so begeistern wir Gäste, erhöhen unsere Wettbewerbsfähigkeit und unterstützen gemeinsam unsere Betriebe und Partner im Land“, erläutert Mag. Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus.
Das oberösterreichische Salzkammergut umfasst die Tourismusverbände:
- Attersee-Attergau
- Traunsee Almtal
- Bad Ischl
- Wolfgang
- Inneres Salzkammergut
- Mondseeland, Mondsee-Irrsee
Scharfe Kritik kommt von SPÖ-Landtagsabgeordnetem Mario Haas
„Obwohl ÖVP-Landesrat Achleitner Anfang des Jahres noch dezidiert sagte, dass es keine Zwangszusammenlegungen der Tourismusverbände im Salzkammergut geben wird, verkündete er genau dies nun im Sommer für Jänner 2025. Wieder mal wird hier von Landesrat Markus Achleitner völlig an den Interessen des Salzkammerguts vorbei gearbeitet. Ich halte die Zusammenlegung weiter für eine völlig falsche Vorgehensweise! Von Linz aus soll es mehr Einfluss geben und die Bewohner des Salzkammerguts sollen möglichst übergangen werden. Darum geht es der ÖVP hier und um nichts anderes. Wir lehnen das weiter kategorisch ab und erwarten uns, dass die Menschen in der Region endlich vom zuständigen Landesrat gehört werden“, ist der SPÖ-Landtagsabgeordnete Mario Haas aus Bad Goisern außer sich.
Auch zum Wiederaufbau der Salzkammergut-Lokalbahn den Landesrat Günther Steinkellner (FP) ad acta legte äußert sich Haas. Konkret kritisiert der SP-Abgeordnete aus dem Salzkammergut die Absage des FPÖ-Landesrates Steinkellner an der Salzkammergut-Lokalbahn. Während der Verkehrslandesrat von Salzburg in der Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl eine Zukunftsperspektive sieht, erteilte FP-Landesrat Steinkellner der Überlegung letztens in einem Krone-Artikel eine deutliche Absage. Argumentiert wurde dies unter anderem mit den Investitionen in die Regional-Stadtbahn in Linz.
„Die Investitionen im Zentralraum sind sicher notwendig, aber was haben die Leute in unserer Region davon? Wenig bis gar nichts. Es reicht nicht, nur in den Zentralraum zu investieren und die ländlichen Regionen beim öffentlichen Verkehr auszuhungern - wie es Steinkellner auch schon bei den Haltestellen in Langwies, Lahnstein und Mitterweissenbach gemacht hat.“
Weiters kritisiert Haas: „Die Verbindungen von Roitham und Laakirchen mit dem Bus sind unzumutbar. Und das, obwohl hier sogar Schienen liegen würden. Wir sprechen hier von einer Zukunftsregion und die Gemeinden sind sehr bemüht, werden aber vom Land ausgehungert. Mit einem solchen Vorgehen des Landes können wir nicht erwarten, dass die Leute auf die Öffis umsteigen.“


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