Geld und Finanzen interaktiv begreifen: Spatenstich für Financial Life Park in Linz
LINZ. Mit dem Financial Life Park „FLiP“ setzt die Sparkasse OÖ ein starkes Zeichen für mehr Finanzbildung. Im ersten Stock der Linzerie am Linzer Taubenmarkt wird das Thema Geld interaktiv begreifbar. Bald starten die Umbauarbeiten, die Eröffnung ist im Mai 2026 geplant.

„Wir sehen im täglichen Leben und in Studien, dass der Bedarf für Finanz- und Wirtschaftsbildung steigt“, so Stefanie Christina Huber, Generaldirektorin der Sparkasse OÖ. „Mangelnde Finanzbildung kombiniert mit unbedachtem Umgang mit Geld sind oft Gründe für Überschuldung bei den unter 30-Jährigen“, weiß die Expertin. Auch Lebenskompetenz werde vermittelt: „Auch in Zeiten finanzieller Unsicherheiten ist das Thema Finanzbildung essenziell. Zum Teil wird es befeuert in sozialen Medien, durch sogenannte 'Get-rich-quick'-Gurus, die verführen, Geld unbedacht auszugeben.“ Den Überblick verliere man aber oft auch durch „jetzt kaufen, später zahlen“-Angebote. „Nur wenn man richtig mit Geld umgeht, kann man ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe haben. Wir sehen den FLiP als Investition in die künftigen Generationen“, so Huber zum Projekt.
Interaktives Konzept macht Finanzbildung erlebbar
Mit dem FLiP wird fehlendem Finanzwissen entgegengewirkt: Anhand von interaktiven Wissenstationen wird auf spielerische Art praxisnah Wissen und Kompetenz vermittelt, wie FLiP Linz-Geschäftsführerin Sabine Spiess erläutert. „Nur wer Finanzen versteht, kann richtig damit umgehen.“
Man könne nicht früh genug damit beginnen: „Im FLiP wird mit Kindern und Jugendlichen zur Förderung der Finanzbildung gearbeitet - spannend, praxisnah, spielerisch.“ Im Fokus stehen zu Beginn Schulklassen (10 bis 18 Jahre).
Eine Tour im FLiP wird etwa zwei Stunden dauern, ist kostenlos, gänzlich werbefrei, die Inhalte sind von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat geprüft. Zurückgegriffen wird auf das bewährte Konzept „Erste Financial Life Park“ in Wien, das seit 2016 besteht und weiterentwickelt wird.
Wissen aus der Praxis auf 500 Quadratmetern
Auf 500 Quadratmetern mitten in der Stadt Linz warten verschiedene Stationen, begleitet von ausgebildeten Wissensvermittlern der Sparkasse OÖ: Eine Aufwärmrunde mit Diskussion zum Thema Geld, der „Konfigurator“ zum Thema Budgetplanung, ein „Reality Check“ mit Wissensfragen, ein „Tresor“ zum Thema Wert und Preis, ein Meinungsforum mit Diskussion zu Wirtschaftsthemen und auch das Thema „Der Weg eines Produkts“ wird behandelt. „Multimedia wird mit persönlicher Kommunikation kombiniert“, so Spiess.
Ab Mai 2026
Die Sparkasse OÖ investiert für ihre Initiative 1,7 Millionen Euro in den Umbau, die laufenden Kosten werden von der Anteilsverwaltung (Mehrheitseigentümerin der Sparkasse OÖ) übernommen. Die Umbauarbeiten starten im November, im Mai 2026 soll das FLiP öffnen.
Geöffnet haben wird das FLiP - es ist barrierefrei - von 9 bis 13 Uhr von Montag bis Freitag. Zwei Touren am Tag werden angeboten, für die sich Gruppen vorab einbuchen können. Grundsätzliche Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und auch Frauen. Die Programme sind werbefrei und kostenlos. Angeboten wird online zusätzlich auch Unterrichtsmaterial zur Vor- und Nachbereitung, wie Spiess ankündigt.
Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung an der JKU
An der Johannes Kepler Uni wurde auch eine neue, österreichweit einzigartige Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung eingerichtet. Schwerpunkt ist die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien für Wirtschafts- und Finanzbildung. Angesiedelt am Institut für Wirtschafts- und Berufspädagogik an der JKU soll Linz zu einem österreichweiten Knotenpunkt für Lehre und Forschung im Bereich der Vermittlung ökonomischer Kompetenzen werden, wie es beim FLiP-Spatenstich hieß.
Gerade für die Lehrerbildung und folglich die Vermittlung ökonomischer Kompetenzen sei Wirtschaftserziehung wesentlich, so Georg Hans Neuweg, Vorstand des KU Instituts für Wirtschafts- und Berufspädagogik an der JKU.
„Alle Befragungen zeigen den Wunsch nach mehr Wirtschafts- und Finanzbildung, zum Beispiel um den Unterschied zwischen fixen und variablen Zinsen zu wissen. Wir brauchen daher ergänzende niederschwellige Angebote“, ist er auch überzeugt vom künftigen Angebot des FLiP.
Zur neuen Professur erläutert er: „Es gibt hier hohen Bedarf in Forschung und Lehre. Mit der neuen Stiftungsprofessur möchten wir die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien für die ökonomische Allgemeinbildung forcieren und die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften verbessern. Im Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Wissenschaft investieren wir damit in die Bildung der nächsten Generation.“
Die Sparkasse OÖ ist Gründungspartnerin der Stiftungsprofessur, neben der Wirtschaftskammer Österreich, die Innovationsstiftung für Bildung, der ERSTE Stiftung, der Fabasoft AG, dem Land Oberösterreich und der Industriellenvereinigung OÖ.


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