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Oberösterreich erinnerte mit Festakt an 80 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Staatsvertrag und 30 Jahre EU-Beitritt

Tips LogoKarin Seyringer, 02.10.2025 15:27

OÖ/LINZ. Österreich und damit auch das Bundesland Oberösterreich begehen im Jahr 2025 drei besondere Jubiläen: 80 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Staatsvertrag und 30 Jahre EU-Beitritt. Dieser drei Meilensteine wurde am Donnerstag vor und im Linzer Landhaus mit einem Festakt gedacht.

  1 / 4   Festakt vor und im Linzer Landhaus: Militärkommandant Dieter Muhr und Landeshauptmann Thomas Stelzer beim Abschreiten des Ehrenzuges des Österreichischen Bundesheeres. (Foto: Land OÖ/Peter C. Mayr)

Den Auftakt des Festaktes bildete eine feierliche Flaggenparade des Bundesheeres vor dem Landhaus. Mit der Veranstaltung erinnerten der Oö. Landtag und die Oö. Landesregierung an das Kriegsende vor 80 Jahren, den Wiederaufbau und die Unterzeichnung des Staatsvertrags vor 70 Jahren sowie den EU-Beitritt Österreichs vor 30 Jahren.

„Alle drei Jahrestage sind Teile unserer Identität. Als modernes und weltoffenes Oberösterreich, als ein Land des Miteinanders, als ein Land der Möglichkeiten“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).

Nach Friedens- und Dankesworten von Diözesanbischof Manfred Scheuer und Superintendent Gerold Lehner folgte im Steinernen Saal im Landhaus der zweite Akt der Jubiläumsfeier.

Aus der Geschichte lernen

Die Jubiläen, die historische Wendepunkte markieren, würden auch den Wandel, den Österreich und Oberösterreich im Laufe der Jahrzehnte durchlaufen habe, symbolisieren: „Ein Vorteil war immer – das zeigt uns die 80-jährige Geschichte –, wenn es die Bereitschaft zum Miteinander und einem grundsätzlichen Zusammenhalt gegeben hat. Diesen Zusammenhalt brauchen wir auch jetzt. Mit Zuversicht und Tatkraft können wir aus diesen Vorteilen uns auch jetzt wieder einen Vorsprung für unser Land erarbeiten“, so Stelzer bei seiner Festansprache.

„Geist der Zusammenarbeit“

Das gute Klima in Oberösterreich lobte Landtagspräsident Max Hiegelsberger (ÖVP): „Der Landtag verkörpert unsere Demokratie, unseren Weg, zu gemeinsamen Entscheidungen und Lösungen zu kommen. Wenn man zurückblickt auf die heutigen Jubiläen, dann ist es dieser Geist der Zusammenarbeit, der den erfolgreichen Weg Österreichs und auch Oberösterreichs ermöglicht hat. Bei allen großen Weggabelungen für unser Land haben die Verantwortlichen einen Weg gefunden, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten und damit auch die Menschen zu begeistern und mitzunehmen.“

Monika Sommer als Festrednerin

Als Festrednerin eingeladen war Monika Sommer, Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich. Aus persönlichen Gründen allerdings leider verhindert, wurde ihre Rede per Video eingespielt. Die Historikerin stellte klar, dass Österreich weder eine Festung noch eine Insel sei. Aber sie erinnerte an den Wiederaufbau des Stephansdoms in Wien, wo jedes Bundesland einen Beitrag leistete – aus Oberösterreich kam die größte Glocke Österreichs, die neue Pummerin. Dieser gemeinsame Aufbau sei ein „Zukunftsmodell, auf das wir uns besinnen können und das wir auf Europa ausdehnen können. Es gilt das Land gemeinsam mit ‚denen da drunten in Wean‘ und ‚denen da draußen in Brüssel‘ zu gestalten.“

Haimbuchner: „Erinnerung wachhalten“

LH-Stellvertreter, stv. Bundesparteiobmann der FPÖ Manfred Haimbuchner mahnt im Zusammenhang mit den Gedenktagen 2025 in einer Aussendung ein, auch die Opferrolle von Heimatvertriebenen zu benennen. Denn ebenfalls zum 80. Mal jährt sich der „Brünner Todesmarsch“ im Zusammenhang mit der kollektiven Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. Rund 30.000 Menschen wurden dabei von Brünn ausgehend über die österreichische Grenze getrieben, mindestens 5.000 von ihnen starben.

„Ein verantwortungsvolles Gedenken an Österreichs Wiedergeburt nach Weltkrieg und Nationalsozialismus muss einerseits die individuelle Täterschaft von Österreichern, andererseits aber auch die Opferrolle der Heimatvertriebenen benennen. Letzteres wird von Seiten der Politik häufig unterlassen.“ Und weiter: „Wir stehen als Österreicher im Jahr 2025 nicht kontextlos im Strom der Zeit, sondern sind Teil eines historischen Ganzen, zu dem sowohl Täter als auch Opfer gehörten.“


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