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3,9 Milliarden Euro Investitionen in Netzausbau in Oberösterreich

Tips Logo Karin Seyringer, 28.01.2026 18:32

OÖ/LINZ. In Oberösterreich wird in den kommenden Jahren massiv in den Ausbau der Energie-Infrastruktur investiert. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken und gleichzeitig die Energiewende weiter voranzutreiben. Insgesamt fließen laut Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) in den nächsten zehn Jahren fast 3,9 Milliarden Euro in den Ausbau von Strom- und Gasnetzen.

Landesrat Markus Achleitner und E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch (v. l.) (Foto: Land OÖ/Guggenberge)

Am Mittwoch präsentierten Landesrat Achleitner und Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand E-Control, die Ergebnisse der 7. Sitzung des OÖ. Landes-Energielenkungsbeirates. Zentrales Thema war der Netzausbau.

„Wer Ja zur Energiewende sagt, muss auch Ja zum Ausbau der Energieinfrastruktur sagen. Denn der massive Ausbau erneuerbarer Energien in Oberösterreich erfordert auch einen intensiven Netzausbau“, betont Achleitner. Oberösterreich zähle zu den investitionsintensivsten Bundesländern im Stromnetzausbau. Zusammengefasst spricht er von fast 3,9 Milliarden Euro Investitionen in den nächsten zehn Jahren, durch Infrastrukturunternehmen von APG AG, Netz Oberösterreich GmbH, Linz Netz GmbH und Gas Connect Austria GmbH.

Große Projekte in allen Regionen

Die größten Netzausbau-Investitionen in den nächsten zehn Jahren entfallen auf die

  • Netz Oberösterreich GmbH der Energie AG mit rund zwei Milliarden Euro (Stromleitungsverstärkungen, neue Leitungen, neue Umspannwerke, Umspannererweitungen)
  • Linz Netz GmbH mit etwa 700 Millionen Euro (Aus- und Neubau von Umspannwerken bis hin zur Verstärkung auf allen Spannungsebenen)
  • APG AG mit einem Oberösterreich-Anteil von rund einer Milliarde Euro (Deutschlandleitung, Zentralraumleitung und weitere Projekte)

Hinzu kommt das Gasprojekt „WAG Loop 1“ zwischen Oberkappel und Bad Leonfelden, das mit 175,5 Millionen Euro die Versorgungssicherheit erhöhen soll.

Auch Speicherprojekte werden weiter vorangetrieben, darunter das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee, das als „Oberösterreich-Batterie“ die Versorgung von mehr als 280.000 Haushalten absichern soll.

Neues Gesetz soll Netzausbau beschleunigen

Unterstützung beim notwendigen weiteren Netzausbau soll auch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), das Ende 2025 auf Bundesebene beschlossen wurde. Es soll den Anschluss erneuerbarer Anlagen erleichtern, flexiblere Netznutzung ermöglichen und Investitionen wirtschaftlich tragbarer machen.

Versorgungslage stabil, Netzentgelte gestiegen

Wie E-Control-Vorstand Urbantschitsch betonte, sei die Versorgungssicherheit in Österreich weiterhin gewährleistet, es gebe kein Problem bei der Gasversorgung, auch wenn aufgrund der niedrigen Temperaturen der Gasspeicherfüllstand im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas niedriger ist.  

Mit Stand 24. Jänner sind 49,89 Terawattstunde (TWh) in den heimischen Gasspeichern eingelagert. Der Gasverbrauch 2025 wird ersten Schätzungen zufolge bei rund 80 TWh liegen, also etwas höher als in den beiden Jahren davor. „In Zukunft rechnen wir aber damit, dass sich der Gasverbrauch schrittweise reduzieren wird, vor allem auch durch Bemühungen im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. So haben sich beispielsweise in den letzten drei Jahren die Zählpunkte um rund 100.000 verringert.“

Gleichzeitig sind die Netzentgelte gestiegen: Bei Strom im Jänner 2026 im Österreich-Schnitt um 1,3 Prozent, bei Gas um 18 Prozent. Bei Gas führen vor allem gesunkene Abgabemengen im Vergleich zu gestiegenen Investitionen zu höheren Netzentgelten.

Es würden aber auch Anreize gesetzt, Strom in Zeiten hoher PV-Erzeugung vorrangig zu verbrauchen, mit der neuen Systemnutzungsentgelte-Verordnung. Sofort entlasten würde auch ein Lieferantenwechsel, empfohlen wird der Tarifkalkulator der E-Control unter www.tarifkalkulator.at


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