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"Berufsbild Pflege wird sich ändern": Positive Bilanz nach einem Jahr "Alter OÖ"

Tips Logo Karin Seyringer, 05.02.2026 21:24

OÖ. Positive Bilanz wird ein Jahr nach der Gründung der Pflege- und BetreuungsManagement GmbH „Alter OÖ“ gezogen. Die hohe Nachfrage nach Beratungen zu Pflegeausbildungen und die Entlastung der fünfzehn Sozialhilfeverbände bei Themen wie Personalgewinnung und Digitalisierung bestätigen den eingeschlagenen Weg, sind Land OÖ und Sozialhilfeverbände überzeugt. 

Sozial-Landesrat Christian Dörfel, die Geschäftsführerin von Alter OÖ Anna Ferihumer und Bezirkshauptmann Alois Lanz, Sprecher der oö. Sozialhilfeverbände zogen nach einem Jahr Bilanz. (Foto: Land OÖ/Daniela Sternberger)

„Wir wollen gute Pflege in Oberösterreich auch in Zukunft sicherstellen - bedarfsgerecht, möglichst wohnortnah in gewohnter Umgebung, leistbar für den Einzelnen und finanzierbar für die öffentliche Hand“, betonte Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) am Donnerstag in Linz. „Das ist eine große Aufgabe, daher ist große gemeinsame Anstrengung nötig.“

Vor einem Jahr wurde die GmbH „Alter OÖ“ gegründet, um die 15 Sozialhilfeverbände im Bundesland bei der Organisation der stationären Pflege in Alten- und Pflegeheimen und der Mobilen Pflege zu entlasten. Dafür nimmt sich die GmbH unter Geschäftsführerin Anna Ferihumer vor allem um die übergeordneten Themen wie Personalgewinnung, Digitalisierung, juristische Beratung und Baumanagement an. „Es geht darum, dass nicht jeder Sozialhilfeverband das Rad neu erfinden muss“, so Dörfel.

Geschäftsführerin Anna Ferihumer ist vor einem Jahr als „Ein-Frau-Unternehmen“ gestartet, mittlerweile sind neun von zehn Personaleinheiten besetzt, der Aufbau der GmbH ist weitgehend abgeschlossen. Mit der Dachmarke „Alter OÖ“ wurde zudem ein einheitlicher Auftritt geschaffen.

Schwerpunkt Fachkräfte

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Personalgewinnung. Vorrang haben dabei Ausbildung und Personalgewinnung in Oberösterreich und Österreich, ergänzt durch Rekrutierung im EU-/EWR-Raum und in Drittstaaten wie den Philippinen und neu Kolumbien.

Hohe Nachfrage nach Ausbildungsberatung

Vor fünf Monaten wurde bei „Alter OÖ“ auch eine neue Ausbildungsberatung eingerichtet, mit einem solchen Interesse habe man nicht gerechnet, so Ferihumer. Mehr als 2.900 telefonische Kontakte und über 530 vertiefende Beratungen hat es in den ersten fünf Monaten gegeben. Zudem gab es 8.900 Kontaktaufnahmen über die Homepage mit einem Online-Check, welches Berufsbild in der Pflege am besten zu einem passt.

„Das zeigt: Das Interesse ist da, es fehlt vielleicht etwas an Orientierung“, so Ferihumer.

Beim Großteil der Beratungen gehe es auch um die Frage der Finanzierung einer Ausbildung. Ferihumer verweist hier auf die Möglichkeiten des AMS-Pflegestipendiums, das OÖ Pflegestipendium und auf Implacementstiftungen.

Erreichbar ist die Beratung Montag bis Freitag unter 0732 770707 und über www.alter-ooe.at.

In der Ausbildungsberatung wird bewusst mit Partnern zusammengearbeitet: mit der Diakoniewerk Social Business GmbH sowie der Soziales Netzwerk GmbH. Auch wurde eine Kooperation mit dem AMS aufgebaut, bei der arbeitslos gemeldete Personen mit Bezug zum Sozialbereich gezielt kontaktiert werden.

Neuer Rekord bei Absolventen

Generell verweist Dörfel darauf, dass 2024 und 2025 in Summe 1.500 Personen in Oberösterreich eine Ausbildung im Pflegebereich absolviert haben – neuer Rekordwert. Ergänzend sind 180 internationale Pflegekräfte mittlerweile im Einsatz - alles Fachkräfte, die die Zahl der aufgrund von Personalmangel leerstehenden Betten verringert. 

Zahl der gesperrten Betten sinkt

Von den insgesamt rund 13.000 Betten in den 134 Alten- und Pflegeheimen in OÖ sind rund 11.400 belegt. Von den 1.600 nicht belegten Betten waren es zuletzt knapp über 1.000 aufgrund von Personalmangel, so Dörfel auf Tips-Nachfrage. Endgültige aktuelle Zahlen sollen Mitte Februar vorliegen. Der Trend gehe jedenfalls nach unten. Gleichzeitig zeige sich, dass viele Menschen möglichst lange zu Hause bleiben möchten. „Der Eintritt in ein Pflegeheim ist immer ein Bruch.“ Umso wichtiger seien ergänzende Betreuungsmodelle und eine gute Abstimmung innerhalb der Regionen.

Digitalisierung als Entlastung

Alois Lanz, Bezirkshauptmann von Gmunden und Sprecher der oö. Sozialhilfeverbände, unterstreicht die Bedeutung der GmbH: „Die Sozialhilfeverbände werden durch die GmbH professionalisiert, gestärkt. Sie werden gleichzeitig in ihrer relativ schlanken Struktur beibehalten, aber auch in eine moderne Zukunft geführt. Das ist eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, die ja die Finanziers der Sozialhilfeverbände sind, und dem Land Oberösterreich.“

Er verweist auch auf eine laufende Image-Kampagne von Alter OÖ, die die Pflege auch in der Öffentlichkeit aufwerte und das Ansehen sicherlich erhöhen werde.

Man müsse zwar gewissen Voraussetzungen für einen Pflegeberuf haben, aber „das ist ein sinnstiftender Beruf, ein krisensicherer Beruf mit Karrierechancen“, so auch Dörfel. „Und ich bin fest überzeugt, dass sich das Berufsbild auch wesentlich ändern wird in Zukunft“, spricht er den Einzug der Digitalisierung an.

Sprachgesteuerte Pflegedokumentation, Telemedizin, Sturzprävention oder Aktivierungsprogramme – etwa für Menschen mit Demenz – werden bereits in mehreren Einrichtungen eingesetzt. Ziel ist es, Bürokratie zu reduzieren und mehr Zeit für die Betreuung der Menschen zu schaffen.

Nächste Schritte 2026

Heuer steht für „Alter OÖ“ unter anderem der Aufbau einer zentralen Plattform für die Sozialhilfeverbände an, die Bewerber gezielt zu offenen Stehlen führt. Pilotiert werden soll ein Ausbildungsschwerpunkt-Heim, dass besonders Bachelorstudierende einen praxisnahmen Einstieg in die Altenpflege ermöglicht - Ziel: mehr Nachwuchs für die Langzeitpflege.

Im Rahmen der „Betreuungsarchitektur 20240“ des Landes OÖ wird weiter an der Entwicklung neuer Modelle zur Betreuung gearbeitet. Im digitalen Bereich ist unter anderem die Ausrollung von digitalen Sturzsensoren in Einrichtungen geplant. 

Mehr erfahren unter www.alter-ooe.at


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