30 Jahre „Frau in der Wirtschaft OÖ“: Fast jedes zweite Unternehmen in OÖ wird von einer Frau geführt
OÖ/LINZ. Das Netzwerk Frau in der Wirtschaft OÖ blickt auf drei Jahrzehnte starkes Engagement zurück. Mittlerweile rund 40.000 oberösterreichische Unternehmerinnen gibt es, die Wirtschaftskammer OÖ-Organisation bietet für diese umfangreiches Service, ist Interessensvertretung. Fast jedes zweite Unternehmen im Bundesland wird mittlerweile von einer Frau geführt.

Seit der Gründung am 1. März 1996 wurde „Frau in der Wirtschaft OÖ“ (FidW) in allen oberösterreichischen Bezirken aufgebaut und ist mit über 120 ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen vertreten. Jährlich werden rund 100 Impuls- und Netzwerkveranstaltungen, Fachvorträge oder Workshops organisiert.
„Die Anzahl unternehmerisch tätiger Frauen in OÖ ist seit der Gründung von 28,7 Prozent auf 47,7 Prozent angestiegen“, freut sich FidW-Landesvorsitzende Lisa Sigl. Ihre Vorgängerinnen in den letzten 30 Jahren waren Christine Ammerer (1996 bis 2001), Heidemarie Asamer (2001 bis 2010), Ulrike Rabmer-Koller (2010 bis 2016) und Margit Angerlehner (2016 bis 2025).
„Eine weitere beeindruckende Zahl ist, dass österreichweit täglich fast 50 Neugründungen von Frauen erfolgen.“
Verbesserungen erwirkt
Frau in der Wirtschaft hat sich in den vergangen 30 Jahren für viele Verbesserungen für Unternehmerinnen eingesetzt, darunter die Verdoppelung des Wochengelds, einheitliche Herbstferien, steuerliche Vergünstigung für Büro im Wohnungsverband oder eine Erhöhung und Flexibilisierung bei der Sachbezugsbefreiung. Die Schaffung verschiedenster Initiativen und Kooperationen (wie KOMPASS - Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere) zog sich durch den gesamten bisherigen Wirkungszeitraum. Mit Services wie der Betriebshilfe wurde früh eine wegweisende Unterstützung geschaffen, die den Fortbestand von Unternehmen in fordernden Zeiten sichert.
Mit Kampagnen wie „Ich bin Unternehmerin PUNKT“ oder „g’lernt is g’lernt. Von der Lehre zur Unternehmerin“ werden erfolgreiche Unternehmerinnen auch regelmäßig vor den Vorhang geholt.
Bildung und Vereinbarkeit als Schlüssel
Ein zentrales Anliegen bleibt die Chancengleichheit. Frau in der Wirtschaft setzt sich für die weitere Schließung der Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern ein.
Der Fokus liege dabei auf konkreten Handlungsfeldern: Bildung sei zentraler Hebel für langfristige Chancengerechtigkeit, so FidW-Landesvorsitzende-Stellvertreterin Claudia Haslinger. Entscheidend seien auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dazu gehöre der weitere bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbildung und -betreuung sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Aber auch die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen müssten stimmen.
Und: „Wir brauchen mehr sichtbare Vorbilder von Frauen in der Wirtschaft, denn nur wer Sichtbarkeit schafft, kann stereotype Rollenbilder nachhaltig verändern.“
Zukunft im Blick: Digitalisierung und Internationalisierung
FidW richtet den Blick auch nach vorne: Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und Internationalisierung stehen im Fokus.
„Gerade durch digitale Geschäftsmodelle und internationale Kooperationen können auch kleine und mittlere Unternehmen erfolgreich global agieren. Frau in der Wirtschaft OÖ unterstützt Unternehmerinnen dabei, internationale Potenziale zu erkennen, Barrieren abzubauen und den Schritt in neue Märkte selbstbewusst zu gehen“, so auch FidW-Landesvorsitzende-Stellvertreterin Martina Schwarz.
Etwa in dem Weiterbildungsformat „Ideenwerkstatt“ erhalten Unternehmerinnen wertvolle Impulse zu Innovation, Digitalisierung und weitere zukunftsweisenden Themen.
Mehr Infos gibt's bei der Wirtschaftskammer OÖ.


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